Kaiserslautern
Bei der ADAC-Rallye Trifels-Historic gehen in Kaiserslautern über 100 Fahrzeuge an den Start
Die achte ADAC-Rallye Trifels-Historic war wieder eine Bereicherung für das sportliche Leben in der Barbarossastadt. 114 Teilnehmer aus Deutschland, Luxemburg und Frankreich nahmen die Herausforderung über drei Etappen an zwei Tagen an.
Miss Kaiserslautern Laura Schumann schickte am Freitag auf dem Stiftsplatz die Ralleyfahrer auf die Strecke. Dabei starteten etwa die Hälfte der Teilnehmer in der sportlichen Wertung, in der es ausschließlich um Sollzeiten auf den einzelnen Wertungsprüfungen ging. Bei der touristischen Wertung war neben Allgemeinwissen auch Fingerfertigkeit gefragt. Mit viel Wissen über Fahrzeuge und Besatzungen stellte Oskar Weller aus Sembach die Teilnehmer vor. Organisationsleiter Thomas Braun und Rallyeleiter Lothar Eisel von der veranstaltenden Sportfahrer-Union Kaiserslautern (SUK) haben mit ihrem Helferteam eine interessante Rallye für historische Fahrzeuge ausgearbeitet und präsentiert.
Die Herzen schlugen höher
Dabei schickten sie die Teilnehmer über legendäre Strecken früherer Wertungsprüfungen, hauptsächlich aus der Zeit der schnellen Trifels-Rallye. Aber auch Strecken aus der Zeit der Wallonenrallye oder der Rallye Vorderpfalz enthielten die Bordbücher. Da schlugen die Herzen so mancher Teilnehmer deutlich höher, besonders bei den Piloten, die zu den schnellen Zeiten schon mit dabei waren. Einer von den damaligen Fahrern ist Uli Greis aus Ramstein-Miesenbach, der in den Jahren 1969 bis 1973 bei diesem Wettbewerb an den Start ging. Noch heute erinnert sich der 73-Jährige an die Klassensiege im BMW 1600 der Gruppe II. „Für mich war diese Veranstaltung Neuland, denn ich bin immer schnell gefahren“, sagt er mit einem Lächeln. Damals saß er am Lenkrad und wurde von dem Kaiserslauterer Beifahrer Gernot Zapf begleitet. Diesmal saß er im Nissan Patrol auf dem Beifahrersitz und ließ sich von dem Amerikaner Jay Alm aus Ramstein-Miesenbach über die Wertungsprüfungen fahren. Auch mit einem kleinen Motor und wenig Pferdestärken lässt sich diese Veranstaltung in der sportlichen Wertung bewältigen. Dies bewies das Ehepaar Jürgen und Ursula Heinrichs aus Kaiserslautern. Sie starteten mit einem Seat 600 D, dessen Motor gerade mal 23 Pferdestärken leistet. „Die Leistung ist bei 600 Kilogramm Fahrzeuggewicht ausreichend“, erklärte Jürgen Heinrichs. Einzig auf den Bergstrecken bei Falkenstein und Kreimbach-Kaulbach nach Morbach müssen wir darauf achten, die vorgegebenen Zeiten zu halten“, fügte er an.
Hingucker ein Bentley Speed 8
Hingucker an den beiden Tagen war der Bentley Speed 8 Racing Green Le Mans aus dem Jahr 1931. Pilotiert wurde der Rechtslenker von Harald Göstl aus Dillingen, der begleitet wurde von Peter Schneider aus Wadern. Der Acht-Zylinder-Motor mit einem Volumen von 5,7 Liter leistet 210 Pferdestärken. Diese Fahrzeuge wurden bei großen Rennen wie in Le Mans eingesetzt, und im Jahr 1929 gab es einen vierfachen Erfolg. Der Saarländer hat dieses Fahrzeug in England entdeckt und komplett neu aufbauen lassen, bevor er es bei Historik-Veranstaltungen an den Start brachte.
Die tollen Strecken lobte Andreas Schwalié aus Ramberg, der einen BMW 1802 über die Wertungsprüfungen lenkte und von Manuela Schnetzer begleitet wurde. „Während der Zeit der schnellen Prüfungen war ich noch zu jung, und so freut es mich, dass ich über diese Passagen im Wettkampf fahren darf“, erklärt der erfahrene Rallyesportler, der bereits mehrfach die Histo-Rallye Monte Carlo erfolgreich absolvierte. „Mit unserem Auto sind wir sehr gut unterwegs“, resümierten Stephan Liell/Peter Liell aus Stelzenberg. Sie bewegten einen BMW M 635 mit einem 3,5-Liter-Motor über die Strecken, der 286 Pferdestärken leistet.
Jede Menge Spaß
Oft startet Theo Simon aus Hauptstuhl mit dem Mercedes Benz 190 E AMG 3.2 bei Slalom-Veranstaltungen. An diesem Wochenende hat er zusammen mit Markus Theissen aus Mönchengladbach das Fahrzeug mit seinen 240 Pferdestärken der Rallye-Welt vorgestellt. „Wir hatten jede Menge Spaß“, verkündete er im Ziel. Sichtlich Freude an den Strecken hatte auch die Französin Feunteun Gewenalle, die mit Gottfried Müller aus Schopp im Ford Taunus die Herausforderung annahm. Seit fünf Jahren startet das Ehepaar Alfred und Mathilde Quetsch aus dem luxemburgischen Bertrange in der Barbarossastadt. Auch diesmal wieder mit dem BMW 323, der mit einem 2,3-Liter-Motor ausgestattet mit und 143 Pferdestärken leistet. Sie sind meist in der Gesamtwertung vorne mit dabei, so im Jahre 2016 auf dem dritten Platz und in diesem Jahr war es Rang acht. „Wir wünschen uns für die Zukunft etwas mehr Aktionen und eine schwierigere Gestaltung der Wertungsprüfungen“, baten sie die Fahrtleitung. Die Entscheidung ist auf der Strecke zugunsten von Knuth Henneke/Erwin Becher aus Neustadt/Weinstraße im Triumph TR 4 A IRS gefallen, vor dem Ehepaar Peter und Heidi Redel aus Merzig im Renault R 5 Maxi Turbo und dem Ehepaar Joachim und Antje Diesler aus Herschbach im Porsche 924.
Zeiten ganz anderer Art entschieden in der touristischen Wertung. Dort konnte sich das Team Brigitte Holzer/Frank Heinrich aus Eppelborn im Volkswagen-Karmann-Ghia durchsetzen gegenüber Jürgen Maier/Armin Petry (Weitersweiler/Kirchheimbolanden) im Porsche 911. Platz drei ging an das Team Bernd Hellwig/Fatemeh Afshari
(Uelversheim/Wiesbaden) im MG B vor Tobias Wiebelt/Patricia Ferreira aus Kaiserslautern in einem MG B Roadster. Mit dabei Karl-Heinz Storck aus Kaiserslautern, der mit seinen 91 Jahren als ältester Fahrer vorgestellt wurde. Begleitet wurde er im Triumph TR 6 von seinem Sohn Hans-Joachim. Die erfolgreichen Teams wurden mit Pokalen belohnt. Gleichzeitig sammelten sie wichtige Punkte zu verschiedenen Pokalwertung.