Kaiserslautern Bei den Narrensängern werden Harmonie und Nachwuchsarbeit groß geschrieben
Wie bei vielen Vereinen hat Corona auch bei den Narrensängern die Vereinsarbeit stark ausgebremst. „Trainingsstunden haben wir notgedrungen übers Internet angeboten“, sagt Andrea Fodor, seit sieben Jahren Vorsitzende (Präsidentin) der Narrensänger. Davor war sie 13 Jahre lang Vizepräsidentin. „Ich lege viel Wert auf Tradition, doch Alt und Neu müssen auch vermischt werden dürfen, sofern es zum Brauchtum passt.“
Fodor lebe für den Verein. „Harmonie ist mir wichtig. Bei uns können wir uns gegenseitig nachts anrufen, wenn Hilfe gebraucht wird.“ Stellvertretend für die Hilfsbereitschaft der Mitglieder nennt Fodor den Vizepräsidenten Ingolf Müller. „Wenn es um die Umsetzung von Ideen geht, die andere vorbringen, setzt er sich leidenschaftlich für deren Realisierung ein.“
300 Gäste feiern Jubiläum
Zur Feier des 44-jährigen Vereinsbestehens Mitte November waren mehr als 300 Gäste in die Theo-Barth-Halle nach Erlenbach gekommen. Sie konnten ein vierstündiges Programm erleben. „Hier haben die Mitglieder natürlich kräftig mitgeholfen, zum Beispiel mit dem Backen von Kuchen. Damit auch alles seine Ordnung hat, mussten zu den einzelnen Kuchen auch Inhaltslisten mitgeliefert werden.“ erklärt ihr Mann, Volker Fodor, Pressereferent des Vereins.
Um Fastnachten zu veranstalten, hatte sich am 8. August 1978 der Verein „Narrensänger“ gegründet und dabei den oben genannten Namen gewählt. Der Verein geht auf eine Fusion des städtischen Chors mit dem Volkschor zurück. Der Volkschor bestand seit 1890. So erklären sich sowohl die Jahreszahl 1890 als auch das Wort Sänger im Vereinsnamen.
Andrea Fodor wurde 1993/94 – eine Faschingssaison wird immer über den Jahreswechsel gerechnet und beginnt am 11. November – zur Prinzessin Andrea I. gewählt. Zusammen mit ihrem Mann Volker wurden beide 2005/06 zum ersten Prinzenpaar des Vereins gewählt. Die Wahl eines Prinzenpaares ist etwas seltenes, da ein närrisches (Ehe-)Paar seltener zu finden ist als eine einzelne Prinzessin oder ein Prinz.
Nicht nur in der närrischen Zeit findet das Vereinsleben statt. Osterhasenparty, Halloweenfest, Adventskranzbasteln, Oktoberfest und vieles mehr stärken den Zusammenhalt im Verein. „Das Vereinsgefühl soll auch den Kindern vermittelt werden. Kinder sollen bei den Faschingsveranstaltungen dabei sein und sie miterleben können, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft.“ betont Andrea Fodor die Wichtigkeit der Jugendarbeit im Verein. Mit rund 30 Kindern und Jugendlichen bei etwa 100 Vereinsmitgliedern brauchen sich die Narrensänger wohl keine Nachwuchssorgen zu machen.
Dass diese Haltung auch innerhalb der Familie gelebt wird, bezeugt die Wahl des Prinzenpaares für 2022/23. Der Sohn von Andrea und Volker Fodor, Elias-Dominik Fodor, und seine Freundin, Selina Mollen, wurden bei der Auftaktveranstaltung der laufenden Faschingskampagne als Prinzenpaar inthronisiert.
Das junge Prinzenpaar engagiert sich in der Nachwuchsarbeit
Das Prinzenpaar engagiert sich bei der Betreuung der Bambini-Gruppe des Vereins. Trainerin der Jugend, also der Bambini, der Jugendgarde, der Juniorengarde, der Funkengarde und zweier Funkenmariechen, ist Rebekka Mollen. Trainiert wird zweimal pro Woche in Räumen der Dietrich-Bonhoefer-Kirche oder der Sporthalle der Theodor-Heuss-Schule.
Zur Vorbereitung auf eine Kampagne werde intensiv in einem sogenannten „Boot-Camp“ inklusive Übernachtung trainiert. Auftritte der Gruppen erfolgen nicht nur bei eigenen Veranstaltungen, sondern auch bei anderen Faschingsvereinen, in Kindertagesstätten, Altenheimen oder bei Firmenveranstaltungen. „Die Kinder geben einem etwas zurück, wenn man ihre Freude bei den Auftritten sieht“, beschreibt Andrea Fodor ihre Leidenschaft für die Jugendarbeit. „Ich bin stolz, dem Verein vorzustehen.“
Info
Die Prunksitzung der Narrensänger findet am Samstag, 28. Januar, in der Geschwister-Scholl-Schule statt.