Kaiserslautern
Beate Kimmel (SPD) ist erste Oberbürgermeisterin von Kaiserslautern
Um 19.06 Uhr bricht im Rathaus lauter Jubel aus: Die Ergebnisse stehen fest, Beate Kimmel (SPD) ist mit 62,26 Prozent der abgegeben Stimmen zur ersten Oberbürgermeisterin Kaiserslauterns gewählt worden. Ihre Konkurrentin Anja Pfeiffer von der CDU erreichte 37,7 Prozent der Stimmen.
Als erstes gratuliert Michael Müller seiner Frau zum Wahlsieg. Die beiden hatten umringt von Parteigenossen die Ergebnisse auf einem großen Bildschirm im Rathausfoyer verfolgt. Mit dabei der amtierende Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD), Landtagsabgeordneter Andreas Rahm, der Mainzer Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) und SPD-Stadtverbandsvorsitzender Marcel Schulz. Mit freudiger Anspannung erwarten sie das Ergebnis, auch die Schwestern von Beate Kimmel sind da und drücken im Hintergrund die Daumen.
Pfeiffer gratuliert vorm Ende der Auszählung
Knapp eine halbe Stunde vorher, als 53 von 62 Wahlbezirken ausgezählt waren, hatte Pfeiffer bereits ihrer Konkurrentin zum Sieg gratuliert. Die 43-Jährige hatte die einlaufenden Ergebnisse keine vier Meter von der sozialdemokratischen Riege entfernt verfolgt, flankiert von der ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Anita Schäfer und CDU-Kreischef Michael Littig. „Glückwunsch an Beate Kimmel“, sagte Pfeiffer nach dem Ende der offiziellen Auszählung. „Ich bedanke mich bei allen, die mich unterstützt haben. Wir haben gekämpft bis zum Umfallen“, blickte Pfeiffer auf intensive Wochen zurück, denen sie auch positive Seiten abgewinnen konnte: Ihre Partei sei während des Wahlkampfs eng zusammen gerückt. Auch sei ihr Spickzettel auf ihrem Smartphone, den sie nutze um Anregungen, Ideen und Themen zu notieren, stark angewachsen. „Den werde ich jetzt auswerten“, verspricht sich die Sozialdezernentin Impulse davon für ihr Amt, das sie weiterhin ausüben wird.
Zu Beginn des Abends war die Aufregung bei Beate Kimmel groß: „Ich bin heute Abend sehr angespannt, das ist schon ein sehr bedeutender Tag in meinem Leben“, sagt Kimmel mit Blick auf die ersten Wahlergebnisse. „Ich hoffe, dass der rote Balken vorne bleibt“, schiebt die 54-Jährige nach. Obwohl ihr Ergebnis mit 36,5 Prozent beim ersten Wahlgang am 12. Februar eindeutig ausgefallen war, will sie sich an diesem Abend nicht zu früh freuen. Die Sorge vor einer schlechten Wahlbeteiligung, die den Sieg kosten könnte, ist da. „Ich bin nicht siegessicher. Wenn man lange in der Favoritenrolle ist, wäre es noch schlimmer, zu verlieren“, sagt sie. Sie sei dankbar für ihr Team, das sie im Wahlkampf unterstützt hat. „Sie haben sicher einige Schuhe reif für den Mülleimer gelaufen“, berichtet sie von ihrem Haustürwahlkampf.
Sie habe während des Wahlkampfes eine große Zustimmung erfahren, es sei schön gewesen zu sehen, wie bereitwillig die Menschen auf die direkte Ansprache reagiert hätten. „Ich habe die Hoffnung, dass sich über diesen Ansatz viel in unserer Stadt bewegen lässt“, sagt Kimmel.
Blumen für die Siegerin: rote und pinkfarbene Rosen
Nach 60 ausgezählten Wahlkreisen organisiert Moritz Behncke (SPD) unauffällig den Siegesblumenstrauß, pinkfarbene und rote Rosen sind es. Doch bis ihn Beate Kimmel in den Händen halten darf, dauert es noch ein Weilchen – sobald das Endergebnis feststeht, ist sie umringt von Gratulanten. „Das hast du verdient“, „Nicht, dass ich daran gezweifelt hätte“ – mit diesen Worten schließen sie die Gratulanten in die Arme.
Die ersten Selfies werden gemacht und der ersten Oberbürgermeisterin von Kaiserslautern ist die Freude deutlich anzusehen.