Stadtleben RHEINPFALZ Plus Artikel Baustellenchef Tobias Uhl wird zum Hausboot-Kapitän

Freut sich nach dem Regen nun aufs Wasser: Tobias Uhl.
Freut sich nach dem Regen nun aufs Wasser: Tobias Uhl.

Er hat nicht eben wenige Baustellen. Diese Redewendung aber darf er im wahrsten Wortsinne gebrauchen. In der Tat sind Baustellen sein täglich Brot. Einer seiner größten aber hat er gerade den Rücken gekehrt: Die neuere der Zwillingsbrücken beim Einsiedlerhof muss ohne Zutun des Baustellen-Chefs fertigtrocknen.

Tobias Uhl hat sich einem anderen Brocken zugewandt, auch so ein Mehr-Millionenprojekt. Bei Hinterweidenthal wächst eine Brücke an der B 10. Doch auch die lässt er bald links liegen. „Eine Woche noch“, Urlaub winkt. Und Uhl freut sich auf – genau. Wasser. Allen Ernstes?

Männer vom Bau sind schmerzfrei, oder? Der Oberbauleiter muss lachen. „Tja, es ist in der Tat eine hohe Belastung“, fügt er aber ernsthaft an, als er auf die Wetterunbilden zu sprechen kommt. Meist ist es sommers erdrückende Hitze, die Uhl und seinen Mitstreitern nicht selten den Spaß an der Arbeit vergällt hat.

In diesem Jahr sind es eher die Güsse von oben, die den Tatendrang bremsen. Der Unterschied? Wind und Wetter können schon mal eine Baustelle komplett lahmlegen. So geschehen beim ersten Versuch, die Brücke über die A 6 zu betonieren. Da drohten Gewitter und Sturm; da hätte der Kran nicht bewegt werden dürfen. Kurzerhand wurde der lange geplante Großeinsatz abgeblasen.

Regen ist leichter zu verkraften. Wenn was Wichtiges ansteht, Beton rumort oder ein Kran anrollt, der ja richtig Geld kostet, dann müssen die Männer eben durch. Auch wenn’s Bindfäden regnet. Aber: Uhl geht’s gut, er genießt ein Privileg.

„Ich kann mich auch mal zum Arbeiten ins klimatisierte Büro verkrümeln“, sagt er – in schelmischem Ton, aber halt grundehrlich. Als Oberbauleiter bei Gross Ingenieurbau in Pirmasens – früher als Theisinger und Probst bekannt – genießt er eben auch Privilegien. Dafür hat er sich ja schließlich – übrigens an der Lauterer Fachhochschule – ein Ingenieur-Diplom erarbeitet. Drückeberger wird ihn keiner nennen.

Trotzdem verdrückt er sich jetzt: Mit Frau und beiden Töchtern schippert er im Hausboot über die Mecklenburgische Seenplatte. „Da bin ich eine Woche lang der Kapitän“, sagt der 46-Jährige, der sich diebisch darauf freut, nach den Bautrupps nun auch die Familie sicher auch durch stürmische Gefilde zu führen.

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