Kaiserslautern
Baustellen 2022: Globus-Kreuzung, Kleeblatt und Lauterstraße
40 Prozent der Straßen in Kaiserslautern sind in einem schlechten Zustand, sagt Sebastian Staab, Leiter des Referats Tiefbau bei der Stadtverwaltung. Und sein Mitarbeiter, Christoph Schenk, ergänzt: „Wir haben einen enormen Stau an Maßnahmen – und uns für 2022 anspruchsvolle Arbeiten vorgenommen.“ Das Mittel der Wahl, um die Straßen mit vergleichsweise geringem Aufwand fitzumachen, ist die Deckensanierung. Wie Schenk erklärt, wird dabei die Asphaltdeckschicht abgefräst und samt Einbauten erneuert, abschließend folgen Markierungsarbeiten. Mit dem Verfahren ist beispielsweise in der Lautertalstraße gearbeitet worden.
Dort soll es denn auch in diesem Jahr, voraussichtlich im Juni, mit der Deckenerneuerung weitergehen. Zunächst im Bereich Maxstraße bis Burggraben (Kosten 210.000 Euro), ab Juli im Bereich Kammgarn – grob gesagt entlang der Gartenschau (Kosten 440.000 Euro). Staab: „Das ist ein Nadelöhr, da merkt man direkt, wenn eine Spur weniger befahren werden kann.“
Mehrere Gründe sprechen gegen Arbeiten über Nacht
Bemerken wird man auch die Arbeiten am Kleeblatt, der B270-Überleitung zur B37. Bauzeit dort soll Juli/August 2022 sein. Staab und Schenk sind sich bewusst, dass die Arbeiten dort ebenfalls einen enormen Eingriff in den Verkehr darstellen und mögliche Umleitungsstrecken anspruchsvoll seien. Doch die Arbeiten an den Auf- und Abfahrten könnten aus Arbeitsschutzgründen nur unter Vollsperrung ablaufen. Staab: „Das wird mit Beeinträchtigungen für Autofahrer verbunden sein.“ Die wolle man zwar möglichst gering halten, „aber es muss dort unbedingt etwas gemacht werden“. 620.000 Euro fließen in die Erneuerung des Kleeblattes. Gute Nachricht für Pendler aus dem Norden: Laut Staab sollen die Arbeiten an Lautertalstraße und Kleeblatt nicht gleichzeitig stattfinden.
In die Kategorie „mit Beeinträchtigungen verbunden“ wird auch die dritte große Deckensanierung an einem weiteren neuralgischen Punkt fallen: Im September soll in der Merkurstraße die Kreuzung zwischen Globus, Dehner und Saturn für rund 250.000 Euro saniert werden. Um das Verkehrsaufkommen dort bewältigen zu können, denke man derzeit über eine Einbahnstraßenregelung für die Bauzeit nach. Bis zum vierspurigen Ausbau der Merkurstraße, laut Staab in zwei, drei Jahren, könne man wegen der zerfahrenen Fahrbahn nicht warten. Die Verwölbungen seien gerade für Motorradfahrer sehr gefährlich. Gespräche mit den Anliegern habe es bereits gegeben, man bleibe in Kontakt.
Pläne für Straßen im Osten der Stadt
Läuft alles nach Plan, sollen auch im Osten der Stadt noch Fahrbahndecken erneuert werden, unter anderem im Bereich der amerikanischen Feuerwehr am Stadtausgang und der Friedenstraße.
Die genannten Arbeiten an Wochenenden oder über Nacht durchzuziehen, wie es an Autobahnen gelegentlich praktiziert wird, das sei nicht wirtschaftlich machbar. Schenk: „Die Arbeitsstunden kosten uns deutlich mehr und ein Asphaltmischwerk muss über Nacht öffnen. Das lohnt sich für die nicht.“ Dafür seien die Asphaltmengen zu gering. Staab ergänzt: „Wir arbeiten üblicherweise ja im Stadtgebiet, wo Menschen wohnen und nachts schlafen wollen.“ Also sei man bemüht, solche Baustellen möglichst in die Sommerferien zu legen. Doch andere Kommunen versuchen das ebenfalls. „Da ist die Nachfrage an Baufirmen groß“, sagt Staab: „Wir können also nicht alle Arbeiten in den Ferien oder an Wochenenden machen.“
Drei Säulen für gute Straßen :Wie die Stadt die Infrastruktur erhalten will
Die Stadtverwaltung setzt in Kaiserslautern auf drei Säulen, wie sie die Infrastruktur erhalten will, erklärt Baudezernent Peter Kiefer. Erste Säule sind die wiederkehrenden Beiträge (WKB), die es in den Ortsteilen schon seit einigen Jahren gibt und die in der Kernstadt nach und nach eingeführt werden. Dort, wo es die WKB gibt, werden Straßen laut Kiefer im sogenannten Vollausbau erneuert – also samt Untergrund, Fuß- und Radwegen. Im Grübentälchen wird so gerade an der Straße Am Heiligenhäuschen gearbeitet.
Zweite Säule ist das Städtebauförderprogramm, in dem beispielsweise die Neue Stadtmitte rund um Kaiserpfalz, Fruchthalle und Schillerplatz umgesetzt wird (Kiefer: „April, Mai geht’s da richtig los“). Hier stehen 2022 Arbeiten für insgesamt gut neun Millionen Euro auf der Agenda der Stadtverwaltung.
Säule Nummer drei sind die Decken- und Unterhaltungsprogramme, die ebenfalls vom Tiefbauamt geplant und umgesetzt werden. Früher war die Stadtbildpflege zuständig. Kiefer: „Da ist im vergangenen Jahr im Osten der Stadt viel gemacht worden, zum Beispiel in der Entersweilerer Straße.“ Für die Erneuerung der Fahrbahndecken sollen in diesem Jahr rund 1,5 Millionen Euro fließen, kleinere Ausbesserungsarbeiten durch die Stadtbildpflege (etwa Schlaglöcher flicken) läppern sich laut Kiefer übers Jahr auf fast eine Million Euro zusammen. Bei allen Maßnahmen gleich sei, dass die Planer im Rathaus sich bemühen, Auswirkungen gering zu halten. Kiefer: „So gut es eben geht.“
