Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Band Satin White: Neues Album erschienen

Machen melodischen Hardrock: Satin White. Das Kaiserslauterer Duoprojekt besteht aus den Musikern Frank Schnitzer (links) und Ca
Machen melodischen Hardrock: Satin White. Das Kaiserslauterer Duoprojekt besteht aus den Musikern Frank Schnitzer (links) und Carsten Kettering.

Satin White, die Zweite: Viereinhalb Jahre nach ihrem Debut-Album „Not Grayed At All“ hat die kleine Kaiserslauterer Band jetzt ihr zweites Werk veröffentlicht.

Um es gleich vorweg zu sagen: Man merkt dem schlicht „Born“ genannten, aber umso aufwendiger produzierten Album in jedem Titel an, dass die Zeit gut genutzt wurde. Allerhand musikalisch Intensives, im Text nachdenklich Stimmendes und mit zwei begleitenden Video-Umsetzungen auch außerhalb der Musik beachtlich Kreatives zeugen von einer guten Entwicklung mit stimmigem Ergebnis.

Die elf (melodisch) hardrockigen Titel – plus drei Bonus-Tracks auf der physischen CD – des „nur“ aus zwei Musikern bestehenden Satin White-Projekts klingen geradlinig, im Vergleich zum Debut noch pointierter, insgesamt angenehm transparent. Ein Grund dafür: Gitarrist/Komponist Frank Schnitzer, der auch für die Keyboard- und Chor-Parts sorgte, und der ebenso vielseitige Bassist, Drummer, Komponist und Leadsänger Carsten Kettering verstehen sich musikalisch wie spieltechnisch absolut perfekt. Hinzu kommen jahrzehntelange Erfahrungen im Musikgeschäft. Kettering etwa spielte schon rund um die Welt zusammen mit allerhand internationalen Größen. Da weiß man, was man kann und was man will.

Komplette Eigenproduktion

„Born“ hat zwar kein explizites Konzept, oszilliert aber inhaltlich um nichts Geringeres als das menschliche Leben allgemein. Gleich vier Stücke der Produktion haben im Titel das Album-Thema „Born“, umfassen damit Meilensteine von der Geburt (im Titel „New-Born“) bis zum Tod, berühren thematisch Ängste („Monster“), soziale Komponenten (etwa in „Well-Born“) und nicht zuletzt auch schöne Zeiten („We Loved Us“). Auffallend und beeindruckend zugleich ist dabei das stets wohlüberlegte Zusammenspiel von Musik und Aussage. So ist etwa das den Tod ansprechende „Still-Born“ als einziger der Titel nur sehr sparsam instrumentiert und im Charakter betont kontemplativ-traurig gehalten.

Nicht nur das Album „Born“ ist vollständig selbst produziert worden. Auch dessen optisches Ambiente in Form des dazugehörigen Covers, der Bandfotos und insbesondere – als eine nicht alltägliche kreative Sonderleistung – gleich zweier Videos entstammen dem unmittelbaren Umfeld der Künstler. Andreas Gemmel, quasi das dritte Bandmitglied, hat sich hier zum einen des Titels „Well-Born“ angenommen. Das standesgemäß in der Villa Denis in Diemerstein gedrehte Video zeigt einen versnobten, realitätsfernen Adligen und seinen ihn bespaßenden Hofnarren (Schnitzer und Kettering in historisierenden Kostümen) in einer auch und gerade die Moderne mit all ihren Politikern und Influencern kritisierenden Handlung. Das kleine, aber feine Werk ist dermaßen gelungen, dass er vor ein paar Tagen erst sogar bei den renommierten „Berlin Music Video Awards“ gezeigt wurde.

Auch das zweite Video hat es in sich: Es präsentiert den ohnehin schon ungewöhnlich gesetzten Titel „Monster“ - er beginnt mit einer Art Kinderlied und wird etwa ab der Mitte zu einem atemberaubenden Rocksong – als Albtraum-Erlebnis, das in einem aufgelassenen Nato-Bunker in Kindsbach, spärlich beleuchtet und Platzangst schürend, seine beeindruckende filmische Umsetzung fand. Zusammengefasst in einem Satz: Das Album und die Videos sind gleichermaßen zu empfehlen.

Info

Das White Satin-Album „Born“ ist sowohl (in limitierter Auflage) als physische CD als auch über die üblichen Streaming-Dienste zu beziehen. Die beiden genannten Videos können auf „YouTube“ gesehen werden. Entsprechende und weitere Details zur Band und ihrer Musik gibt es auf deren Homepage (satinwhite.net).

Wurde komplett selbst produziert: das Album „Born“ (Ausschnitt aus dem Covermotiv).
Wurde komplett selbst produziert: das Album »Born« (Ausschnitt aus dem Covermotiv).
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