Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Band Karma spielt letztes Konzert

Gaben ihr letztes Konzert: Leadsänger Mike Meyer, Gitarrist Markus Pfeffer, Bassist Markus Dillenkofer und Schlagzeuger Raik Sch
Gaben ihr letztes Konzert: Leadsänger Mike Meyer, Gitarrist Markus Pfeffer, Bassist Markus Dillenkofer und Schlagzeuger Raik Schneider.

Selten lagen Freude und Wehmut so eng beisammen wie bei diesem Auftritt: Das Kaiserslauterer Quartett Karma stellte am Freitagabend ihre zweite CD „Hier & jetzt“ im „Cotton Club“ der Kammgarn vor – und lieferte zugleich das allerletzte Konzert der Band ab. Nach diesem gelungenen Auftritt mit der Präsentation eines nicht minder gelungenen Albums fällt es besonders schwer, das Ende der Gruppe zu akzeptieren.

„Wir sind noch immer da, schon wieder hier, wollen einfach Spaß, haben keine Zeit zu verlieren“. Fast trotzig klang das neue rockig-freche Stück „Noch immer da“, das als erstes – noch aus dem Off ohne die Band auf der Bühne – mächtig ins leider nicht allzu große Publikum schallte. Zum Grand Finale waren zwar etliche extra-passionierte Fans (einige demonstrativ mit Band-Logo-Shirt) und auffallend viele bekannte Musiker aus der Lautrer Szene gekommen – insgesamt etwas mehr Publikum wäre für diesen Anlass aber trotz Corona-Sorgen (die da freilich schon mitgespielt haben mögen) doch angemessen gewesen.

Im Hier und Heute geht die Post ab

Getrauert wurde an diesem Abend aber nicht. Man nahm es offenbar so, wie es ist, und hielt sich ganz an den Titel der zweiten Produktion: Im „Hier & Jetzt“ ging die Post ab, an diesem Abend gab man alles. Vor allem die Titel der neuen, der letzten CD. Schlag auf Schlag hauten Leadsänger Mike Meyer, Gitarrist Markus Pfeffer, Bassist Markus Dillenkofer und Schlagzeuger Raik Schneider ihre Werke raus, reicherten zwischendrin ihr Repertoire mit ein paar Songs aus der ersten Scheibe „Lebe deinen Traum“ an.

Meistens geht es in den Songs dann energiemäßig und entsprechend gesanglich mächtig voran. Dennoch sind die Titel melodisch gut ausgeformt, weswegen sie in der Regel auch direkt ins Ohr gehen – tanzbar sind sie ohnehin fast alle. Das sorgte schon mal trotz Abschiedsstimmung generell für gute Laune.

Zum Sinnieren gab es aber auch einiges, denn die aussagekräftigen Texte über der Musik haben es ebenso in sich. Kaum etwas, was berühren kann, wird in den Texten ausgelassen. Da gibt es unter anderem subtile Gesellschaftskritik („Komm mal runter“), hehre Gefühle in ungewöhnlichen Liebesliedern, nachdenkenswerte Sentenzen wie „In deiner Hand“: „Alles, was du brauchst, ist nicht immer, was du suchst, und alles, was du willst, ist nicht immer, was du tust“.

Die mitreißenden Titel, jene Texte, die zusätzlich tragenden Partien von Gastmusiker Thomas Nitschke am Keyboard in einigen Stücken – das war eine Menge Arbeit im Vorfeld wie auch erst recht live auf der Bühne.

Das Publikum singt inbrünstig mit

Das Publikum honorierte all das. Bei „Raus“ wurde inbrünstig mitgesungen, beim sparsam instrumentierten, dafür umso tiefer wirkenden „Flow“ zum Ende des Konzerts hin schien es bei der Textzeile „Lass es einfach gehen“ tatsächlich merklich ruhiger zu werden. Es klang ja auch wie ein Abgesang auf Band und Abend gleichermaßen.

Noch ein ordentlicher Zugabenteil, darunter das diesmal live gespielte (und wie die meisten anderen Titel wie auf CD klingende) „Noch immer da“ – und das wars. Man ging mit dem berühmten lachenden und weinenden Auge nach Hause und hoffte vermutlich, dass (nicht nur) genau dieser Titel vielleicht doch irgendwann noch einmal live von Karma auf einer Bühne zu hören ist …

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