Kaiserslautern Ballungsräume trotzen dem Trend

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Sinkende Fallzahlen, steigende Aufklärungsquote: Diese insgesamt erfreuliche Botschaft konnte das Polizeipräsidium Westpfalz gestern in seinem Bericht über die Kriminalitätsentwicklung im vergangenen Jahr verkünden. Doch auf die Stadt Kaiserslautern trifft der Trend nicht zu: Hier ist die Zahl der Straftaten leicht gestiegen, vor allem bei den Diebstählen und der politisch motivierten Kriminalität.

Genau 32.015 Straftaten registrierten die Mitarbeiter des Polizeipräsidiums Westpfalz im Jahr 2015, das sind 331 oder rund ein Prozent weniger als im Jahr davor. Und mehr als zwei Drittel dieser Delikte, exakt 64,2 Prozent, konnten von den Ordnungshütern aufgeklärt werden – ein Plus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Beide Zahlen sind keine statistischen Ausreißer, sie bestätigen einen langjährigen Trend“, freute sich Polizeipräsident Elmar May gestern bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für das vergangene Jahr. „Die Kriminalität in der Westpfalz ist insgesamt rückläufig, und unsere Aufklärungsquote steigt jetzt im fünften Jahr. Das ist ein schöner Erfolg der gemeinsamen Arbeit von Bürgern und Polizei.“ Diese Entwicklung gilt allerdings nur für die ländlichen Gebiete: „In den drei Ballungsräumen Kaiserslautern, Zweibrücken und Pirmasens sind die Fallzahlen im vergangenen Jahr leicht angestiegen“, muss May einräumen. Allein in der Barbarossastadt stieg die Kriminalität sogar um 6,3 Prozent auf 12.857 Fälle, die Aufklärungsquote dagegen nur um einen Punkt auf 64,7 Prozent. Einen sprunghaften Anstieg verzeichneten in Kaiserslautern vor allem die schweren Diebstähle (plus 12,2 Prozent), Vermögens- und Fälschungsdelikte (plus 9,9 Prozent) und die sogenannten Rohheitsdelikte wie Körperverletzung und familiäre Gewalt (plus 7,1 Prozent). „Meistens handelt es sich dabei um einfache Körperverletzungen, etwa bei Kneipenschlägereien“, relativiert Werner Schäfer, Leiter der zuständigen Polizeidirektion. Und beim Thema „Häusliche Gewalt“ beobachten seine Beamten „auch eine zunehmende Sensibilität der Betroffenen“, was zu mehr Strafanzeigen führe. Zahlenmäßig deutlich zugenommen haben im vergangenen Jahr auch Delikte, an denen Zuwanderer beteiligt waren. Insgesamt 489 solcher Straftaten registriert hier die Statistik für das Jahr 2015, fast 72 Prozent mehr als im Jahr zuvor. „Allerdings ist die Steigerung bei den Zuwanderungszahlen deutlich höher als bei den Straftaten“, warnt Polizeipräsident May vor politischen Schnellschüssen. Vor allem Ladendiebstähle, Schwarzfahrten im öffentlichen Nahverkehr und körperliche Reibereien in den Aufnahmeeinrichtungen rufen demnach die Polizisten auf den Plan. Mit der Zahl der Flüchtlinge ist aber auch die politisch motivierte Kriminalität in der Region gestiegen. Insgesamt 161 solcher Fälle haben die Polizisten im vergangenen Jahr aufgenommen, darunter 92 „rechts motivierte“ und 48 „fremdenfeindliche Straftaten“. Die Palette reicht vom geschmierten Hakenkreuz bis zu Hassparolen über das Internet. „Wir haben inzwischen eine Ermittlungsgruppe von jüngeren und internetaffinen Beamten, die sich neben anderen Aufgaben gezielt darum kümmern“, berichtet Wolfgang Schäfer von der Polizeidirektion Kaiserslautern. Ein Problem, das Stadt und Land gemeinsam haben, ist die weitere Zunahme von Wohnungseinbrüchen. „Hier liegen wir in der Westpfalz zwar mit einem Plus von 7,8 Prozent weit unter dem Landesdurchschnitt, aber das kann uns natürlich nicht beruhigen“, gibt der Polizeipräsident zu. „Die meisten dieser Straftaten gehen auf das Konto von gut organisierten Banden, die sehr mobil sind und Staatsgrenzen schnell überwinden.“ Wie wird dem Problem begegnet? May: „Wir setzen auf die noch bessere Zusammenarbeit in der Region und mit den französischen, belgischen und Luxemburger Kollegen.“ (mibo)

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