Kaiserslautern Bahner schwelgen in Erinnerung
„Einfach herrlich. Noch drei Bahner dabei – und jeder weiß was zu berichten...“: Paul-Peter Götz war gestern glücklich. Wie bereits die Premiere, so hat auch seine zweite Tour auf den Spuren der Bachbahn besten Anklang gefunden. Auch wenn’s anfangs holperte, weil die Tour-Teilnehmer vor verschlossener Tür des Stellwerks Lampertsmühle-Otterbach ausharren mussten. Bei Kaffee und Kuchen im Erfenbacher Bauernhaus war das längst vergessen. Da schwelgten vor allem die ehemaligen Eisenbahner noch immer in nostalgischer Erinnerung.
Zischend und ratternd bewegte sich das Bähnchen wieder am Erfenbacher Bahnhof vorbei. Bahnhof Erfenbach? Nun, der mag zwar längst Vergangenheit sein. Die Erinnerung aber lebt auf, wenn Peter Stemler die Miniaturbahn schnaufen lässt: Die Eisenbahnfreunde vom Modellbauclub Kaiserslautern haben sich der Idee verschrieben, die Bachbahn en miniature neu auferstehen zu lassen, die Strecke zwischen Reichenbach-Steegen und Otterbach maßstabsgetreu nachzubilden. Zu bewundern war dies gestern im künftigen Bachbahn-Museum, das auf dem Heuboden einer Scheune in Erfenbach entsteht. Dort hat Götz, Triebfeder des Museums, seine Gäste auch gestern wieder hingeführt, dort haben Stemler wie Eisenbahnfreunde-Mitstreiter Stefan Apfel ihr Vorhaben erläutert. Dies allerdings spricht schon weitestgehend für sich selbst. „Nur der Bahnhof Schwedelbach fehlt noch“, so Apfel zum Stand der Dinge. Als der Schlüssel zum alten Stellwerk endlich eingetrudelt war, konnte denn auch Dieter Koch loslegen. Der als Nachtwächter von Führungen her bekannte Autor war selbst mal Bahner – und konnte daher anschaulich erläutern, wie einst Weichen gestellt wurden. Für den Rangiermeister im Ruhestand Klaus Merle war dies indes nichts Neues: Merle war einst auf den Schienen unterwegs, hat als Rangierleiter Züge auch auf der Lautertalstrecke bis nach Meisenheim begleitet. Für den in Bruchmühlbach-Miesau heimisch gewordenen Weilerbacher war die Tour ebenso ein kleiner Abstecher in die berufliche Vergangenheit wie für Alfons Weiß. Der Olsbrücker hatte einst seinen Stammbahnhof auf dem Einsiedlerhof, war von dort aus als Zugschaffner in alle Gleis-Richtungen aufgebrochen. Möglich, dass er Züge begleitet hat, in deren Lok Klaus Schwehm alle Fäden in der Hand gehalten hat. Schwehm, der letzte Lokführer der Bachbahn, steuerte – wie schon bei der ersten Auflage der Sommertour – auch gestern wieder allerlei Wissenswertes und so manches Anekdötchen bei. Christa und Udo Köhler haben nicht zum ersten Mal die Gunst der Stunde genutzt und sich für eine der RHEINPFALZ-Touren angemeldet. Auch die Bachbahn hat ihr Interesse geweckt. „Mein Urgroßvater ist bei einem Unglück am Heiligenbergtunnel ums Leben gekommen“, erzählt Christa Köhler. Lachend kommentiert sie kurz darauf eine Geschichte, die Wolfgang Raber besteuert, mit den Worten: „Das ist aber verjährt.“ Raber hat geschildert, wie er einst selbst einmal eine Lok bewegt hat. Ein Freund, der als Lokführer arbeitete, habe ihn mal kurzerhand im Führerstand gewähren lassen. Gut, dass die echten ehemaligen Eisenbahner um Klaus Schwehm das gerade nicht gehört haben. .. |cha