Kaiserslautern
Ausstellungsprojekt: Kunstparcours im Felsenkeller
Schwere Pferde ziehen rumpelnd Gespanne, auf denen sich große Eisbrocken stapeln. Unten tropft das Tauwasser aufs Kopfsteinpflaster, die Gespannführer wehren schimpfend kleine Buben ab, die sich Eisstückchen von den Wägen klauen. So könnte es ausgesehen haben, wenn das Eis aus dem Eiswoog zum Bierkühlen in die Lauterer Felsenkeller geschleppt worden ist. Einer dieser Keller wird nun zur Szenerie für ein Kunstprojekt des Kunstraum Westpfalz.
Das Projekt trägt den Titel „Unterirdisch: Licht!“ und läuft von 25. April ab 18 Uhr (Vernissage) bis 28. Juni. Schauplatz ist der historische Felsenkeller unter dem Turnerheim in Nachbarschaft zur Pfalzgalerie, gelegen unterhalb der Steinmetzwerkstätte der Meisterschule. Er ist nur über eine schmale, steile Treppe zu erreichen. Birgit Weindl vom Kunstraum Westpfalz und der Lichtkünstler Ingo Bracke kuratieren die Aktion. Weindl stellt gegenüber der RHEINPFALZ heraus, dass die Schau aus Sicherheitsgründen nur im Rahmen betreuter Führungen von maximal 15 Personen zu erleben ist. Erste Anmeldungen gebe es bereits, von der Stadtpolitik sowie von kirchlichen Gruppen.
Licht-, Klang- und Glaskunst
In dem rund 800 Quadratmeter großen Gewölbe werden Licht- und Klangobjekte zu erleben sein, so etwa schwebende Lichtkörper von Frauke Eckhardt oder gläserne Leuchtobjekte von Katharina Hamp und Dirk Dullmaier. Insgesamt zehn meist junge Künstlerinnen und Künstler sind beteiligt, aus ihrer Licht-, Klang- und Glaskunst soll ein abwechslungsreicher Ausstellungsparcours entstehen. Zu ihnen gehören neben Ingo Bracke selbst Marion Cziba, Mike Day, Renate Gross, Isabelle Kirsch, Nane Neu, Judith Röder, Klaudia Stoll, Natalie Veken, Sibylle Wagner und Sojeong You. Das Kunstprojekt ist anlässlich des Jubiläums „750 Jahre Stadtrechte Kaiserslautern“ entstanden. Die Arbeiten sollen sich auf den Felsenkeller und seine Geschichte beziehen, als Ort der Brauereigeschichte der Stadt, aber auch als Zufluchtsort im Zweiten Weltkrieg.
„Im Felsenkeller wird der ehemalige Schutzraum zu einem Quanten-Erfahrungsraum, in dem sich Geschichte, Wahrnehmung und Möglichkeit überlagern. Der Ausstellungsort ist dabei nicht Hintergrund, sondern aktiver Teil der Arbeit“, erklärt Ingo Bracke seine Arbeit.
Die Installation der Kunstwerke in einem Keller mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit sei alles andere als einfach, betont Weindl. So sei etwa extra ein spezieller Stromkreislauf eingebaut worden, da der bereits vorhandene nicht ausgereicht habe. Am Ende würden sich laut Weindl allerdings alle Mühen lohnen, da das mächtige Kellergewölbe per Licht und Klang in einen mystischen Ort verwandelt würde.
Die Ausstellung
Das Projekt „Unterirdisch: Licht!“ läuft von Samstag, 25. April, 18 Uhr (Vernissage) bis 28. Juni. Treffpunkt: „Zum Seß“ über dem Felsenkeller,
Am Turnerheim 2. Es wird mehrere Kurzführungen geben. Unter www.kunstraum-westpfalz.de/licht gibt es weitere Informationen, auch zu den Künstlern und den Terminen der Führungen, über die Seite können sie auch gebucht werden.