Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Ausstellung „Isolationsriten“ mit einer interessanten Mischung

Fotograf Hamdy Reda neben einer Arbeit der Serie Al Bourdah.
Fotograf Hamdy Reda neben einer Arbeit der Serie Al Bourdah.

Da staunte so mancher Passant nicht schlecht, als am Samstagabend durch die Pirmasenser Straße Lautenklänge und lyrischer Gesang schallten. Anlass für dieses unerwartete Konzert war die Eröffnung der Ausstellung „Isolationsriten“ im Café des Vereins Vielfalter.

Zwei ägyptische Künstler, nämlich Hamdy Reda und Sameh Ismail, zeigen im interkulturellen Café des Vereins Vielfalter dieser Tage eine neue Kunstform – und zwar eine Mischung aus Kalligrafie und Fotografie. „Fotokalligrafie“ nennen die Künstler ihre Werke, die mal als schlichte Verbindung von beidem und mal als abstraktes Zusammenspiel in verschiedenen Schaffensphasen von 2005 bis heute entstanden sind. Es handelt sich um stimmungsvoll fotografierte arabische Architektur oder menschliche Figuren, oft in Preußisch Blau, sowie darübergelegte lyrische Texte zum einen und homogene, abstrakte Formengebilde – nahe der Grafik – zum anderen.

Friedvoll, warm und anregend

Dass diese verschiedenen Bildserien meist friedvoll, warm und anregend wirken, hat durchaus einen Grund. Die beiden Künstler haben sich nämlich von Lyrikern in Anlehnung an den Sufismus inspirieren lassen. Zum einen von Rumi, immerhin aus dem 12. Jahrhundert stammend, und zum anderen vom zeitgenössischen Dichter Ahmed Bekhit. Im Sufismus gilt eine tolerante und friedvolle Auslegung des Islam. Menschenfreundlichkeit steht an erster Stelle, sowie das spirituelle Streben nach einer Vereinigung mit Gott. Ganz im Sinne des Tariquat, einer liberalen Islamrichtung.

Wer am Samstag beim Betrachten der Schau von Brüderlichkeit und Nächstenliebe träumte – das dürfen Christen oder Buddhisten ja auch – wurde dabei tatkräftig vom Oud-Spieler und Sänger Mohammed Hanafy und von dem Gitarristen Ismail Fawzi aus Kairo unterstützt, die entsprechende mystische oder lyrische Stücke vortrugen. Eine wirklich schöne Sache, die von einem multikulturellen Publikum sichtlich heiter aufgenommen wurde. Dazu noch ein Sesamkeks und die Welt war in Ordnung.

Info

Die Ausstellung in der Pirmasenser Straße 20a ist am Montag, 15. August, von 17 bis 19 Uhr zu sehen, außerdem am Freitag , 19., und Samstag, 20. August, jeweils von 19 bis 22 Uhr.

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