Kaiserslautern Auftakt der „Schiller-Events“ mit Hits aus den 80er Jahren

Die Gruppe Pop Shop eröffnete mit einer 80er Rockshow den Konzertreigen, von links: Jürgen Walzer (Gitarre), Michael Weickenmeie
Die Gruppe Pop Shop eröffnete mit einer 80er Rockshow den Konzertreigen, von links: Jürgen Walzer (Gitarre), Michael Weickenmeier (Keyboard), Sabrina Roth (Gesang), Janis Roth (Schlagzeug), Stephan Hugo (Gesang) und Bernd Schreiber (Bass).

Trotz zeitweiliger heftiger Regengüsse wurde der Auftakt der dreiteiligen „Schiller Events“-Konzerte am Donnerstagabend zu einer gelungenen Sache.

Das Wetter ist der natürliche Feind eines jeden Open Air-Konzerts. Aber wenn eine erstklassige Band mit einer guten Show aufgeboten wird, dann ist es nebensächlich.

Im Mittelpunkt der Darbietung am Donnerstag stand die Rock- und Popmusik der 80er Jahre. Es war ein starkes Jahrzehnt mit wichtigen politischen Entwicklungen und vielen musikalischen Highlights. An die ersten Höhepunkte erinnerten zu Beginn des langen Abends die Ton-Einspielungen von Originalzitaten zum Mauerfall 1989, so etwa die berühmte Pressekonferenz-Aussage zur Reisefreiheit: „Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort. Unverzüglich“. Für die musikalische Seite war fortan die sechsköpfige Band mit dem Projektnamen „Pop Shop-80’s“, einer Hommage an die kultige SWF3-Radiosendung jener Zeit, zuständig.

Großes Einfühlungsvermögen

Dieses Sextett hatte es in Sachen Kompetenz in sich: Stephan Hugo und Sabrina Roth als stimmstarke Frontleute, Gitarrist und Initiator Jürgen Walzer, Bernd Schreiber am Bass, Roths Sohn Janis Roth hinterm Schlagzeug und Keyboarder (und gelegentlicher zweiter Gitarrist) Michael Weickenmeier sind Spitzenmusiker aus der Region.

Besondere der erst 19-jährige Drummer zeigte nicht nur ein großes Einfühlungsvermögen in die Musikwelt lange vor seiner Zeit – das hatten die anderen Bandmitglieder allein schon durch ihre längere Biografie) – sondern begleitete und interpretierte selbst die komplexesten Titel der Ära und des Programms offensichtlich ohne Anstrengung bei gleichzeitig gezeigter hoher technischer Präzision.

Solider Querschnitt

Gemeinsam und des unangenehmen Wetters wegen ohne jegliche Pause spielte die Band einen soliden Querschnitt durch so ziemlich alles, was in der angesagten Dekade durch die vor allem internationalen Charts ging. Und es traf die Seele eines Jeden, der damals die großen Hits bewusst mitbekam: Tina Turners „(Simply) The Best“ etwa und Duran Durans James-Bond-Filmsong „A View to a Kill“, „I Love Rock’n’Roll“ in der Version von 1981, David Bowies „Let’s Dance“ und Billy Idols „Rebel Yell“ aus dem Jahr 1983, Queens „I Want to Break Free“ und, natürlich einige Hits der „Neuen Deutschen Welle“, darunter der „Goldene Reiter“ und „Major Tom (völlig losgelöst)“.

Besonders die Refrains der deutschen Songs wurden vielfach lautstark und auswendig mitgesungen, begleitet von ausgelassen tanzenden, vielfach auch jüngeren Fans vor der Bühne und Handylichtern aus dem auch bei strömenden Regengüssen noch ausharrenden harten Publikumskern dahinter.

Das Bemerkenswerteste dabei: Das Sextett spielte all diese Titel so, wie es sich für eine respektvolle Coverband gehört: verdammt nah am Original und doch mit einer erspürbaren eigenen Note. Kein Wunder, dass sich diese ständig demonstrierte innere Begeisterung und Liebe zum Detail über fast genau drei Stunden Nonstop-Konzert hinweg bis zur letzten Zugabe auf die trotz der widrigen Umstände ebenso gute Stimmung im Publikum übertrug.

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