Kaiserslautern Auf der Autobahn geht es rauer zu

Das Klima auf der Autobahn ist rauer geworden. Es wird rigoroser gefahren. Die Zahl der Unfallfluchten hat zugenommen, Sicherheitsabstände werden immer weniger eingehalten. Es wird aufs Tempo gedrückt. Das belegt die Jahresbilanz der Polizeiautobahnstation Kaiserslautern.
Trotzdem: In der Westpfalz haben sich im vergangenen Jahr weniger Unfälle mit Verletzten ereignet, Lkw-Unfälle sind zurückgegangen, es gab weniger Todesopfer und Schwerverletzte. Aber auf den 125 Kilometern ist ein geschätzter volkswirtschaftlicher Schaden von 31 Millionen Euro entstanden. Die meisten der 1226 Verkehrsunfälle waren auf zu hohes Tempo und zu geringen Sicherheitsabstand zurückzuführen, wie Dienststellenleiter Siegfried Ranzinger gegenüber der RHEINPFALZ erläuterte. Ingesamt 142 Menschen wurden verletzt, 29 weniger als ein Jahr zuvor. Nur einen Toten mussten die Beamten registrieren. Die Zahl der Schwerverletzten halbierte sich, es gab weniger Leichtverletzte. Ranzinger: „Bei den Unfällen mit Verletzten können wir von einem Tiefstand sprechen.“ Bei 193 Lkw-Unfällen wurden 35 Menschen verletzt, gerade mal die Hälfte des Vorjahres. Wesentliche Ursachen waren neben nicht angepasster Geschwindigkeit Fehler beim Sicherheitsabstand und unzureichend gesicherte Ladung. Was der Polizei Sorge bereitet, sind der deutliche Anstieg von Unfallfluchten und die gravierende Zunahme von Wildunfällen besonders um das Autobahndreieck Landstuhl. Hier wird auf eine Entschärfung durch Wildschutzzäune gehofft, die in Kürze durch den Landesbetrieb Mobilität errichtet werden sollen. Mit intensivem Überwachungsdruck wird die Autobahnpolizei auch weiterhin den Hauptunfallursachen zu Leibe rücken. Die deutliche Steigerung der Fälle, in denen sich Verkehrsteilnehmer aus dem Staub machen, wenn es gekracht hat, bezeichnen die Beamten als einen traurigen Höchststand. Mehr als 22 Prozent ging die Statistik gegenüber dem Vorjahr in die Höhe. Das sei mitunter auf die Baustellensituation zurückzuführen. Dort ereigneten sich typische Unfälle mit seitlichem Berühren beim Überholen. Das müsse nicht immer gleich bemerkt werden. Eine besondere Risikogruppe stellten die 18-bis 24-jährigen Fahrzeugführer dar. Sie seien an rund 35 Prozent der schweren Verkehrsunfälle mit Verletzten beteiligt. (rs)