Handball
Auf den letzten Drücker: „Dreckiger Sieg“ des TuS Dansenberg in Offenbach
In einem spannenden Handball-Krimi in der Männer-Regionalliga Südwest lieferten sich der TV Offenbach und der TuS Dansenberg am Sonntag in der Queichtalhalle ein packendes Duell, das lange auf Messers Schneide stand. Beim 28:27 (16:13) machten Christopher Seitz und Marco Holstein auf den letzten Drücker den sechsten TuS-Sieg im siebten Spiel noch perfekt.
Der zu Hause bis dahin noch ungeschlagene TVO lag 90 Sekunden vor dem Ende mit 27:26 (58.) in Führung und schien alle Trümpfe in der Hand zu halten, ehe sich die Ereignisse vor weit über 300 Zuschauern überschlugen. Seitz traf per Gegenstoß zum 27:27 und verhinderte im Gegenzug den möglichen Ausgleichstreffer. Und Holstein behielt kurz darauf im Eins-gegen-eins die Nerven und traf für seine Farben zum 28:27 (60.), was die Gastgeber zu ihrer letzten Auszeit veranlasste.
Seitz: Haben Offenbach wieder ins Spiel gelassen
In den Schlusssekunden wurde es dann dramatisch: Seitz kassierte nach einem taktischen Foul seine dritte Zwei-Minuten-Strafe, wurde disqualifiziert, und Offenbach wurde ein direkter Freiwurf zugesprochen. Der landete allerdings nicht im Tor, sondern mit voller Wucht im Gesicht eines Abwehrspielers, was Absender Andreas Jagenow im Nachgang die Rote Karte bescherte.
„Das war ein dreckiger Sieg“, räumte Seitz nach dem Last-Minute-Erfolg ein. „Wir sind sehr schlecht ins Spiel gekommen und haben ungewöhnliche viele technische Fehler gemacht. Als wir mit drei Toren vorne lagen, haben wir es versäumt, den Sack zuzumachen und Offenbach wieder ins Spiel kommen lassen“, analysierte der Routinier. Die Partie hatte mit einem 7:3-Blitzstart der Hausherren begonnen. Bis zum 11:10 (23.) lag die Mannschaft von Trainer Tobias Job durchgängig vorne, ehe Dansenberg das Spiel mit einem 6:2-Lauf noch zum 16:13-Halbzeitstand drehte.
TuS-Team behält in „Hölle Süd“ die Nerven
Neben dem achtfachen Torschützen Ben Kölsch glänzten bei den Gästen vor allem Holstein (7) und der kampfstarke Robin von Lauppert (6/3) die dafür sorgten, dass der TVO stets unter Druck blieb. In der zweiten Hälfte schien es zunächst, als könne Offenbach das Blatt wenden. Angeführt von Andreas Benz und Jens Seithel kämpften die Gastgeber verbissen, trafen schwierigste Würfe und wurden für den Einsatz zehn Minuten vor Schluss mit dem Ausgleich belohnt (23:23, 50.). „Obwohl Offenbach das Momentum da auf seiner Seite hatte, haben wir die Nerven behalten“, betonte Seitz, dessen Team die hohe Auswärtshürde in der „Hölle Süd“ doch nahm. Der Rückstand auf Spitzenreiter HV Vallendar beträgt nur einen Punkt.