Kaiserslautern Auch Kontern will gelernt sein

Vor einem fach- und sachkundigen Publikum demonstrierte der Spielertrainer des SV Steinwenden, Daniel Graf, mit seiner Mannschaft das schnelle Umschalten in die Offensive. Das effektive, den modernen Fußball prägende Konterspiel war Gegenstand einer Trainerfortbildung, die der Südwestdeutsche Fußballverband (SWFV) am vergangenen Montag beim SC Siegelbach veranstaltete.
Eingeladen hatte zu dieser Veranstaltung Hans Alt, der seit 35 Jahren in der Westpfalz für die Trainerfortbildung zuständige Mann des SWFV. Die über 30 anwesenden Trainer zeigten, auf welch großes Interesse diese Fortbildungsangebote stoßen. Dabei spielte natürlich auch eine Rolle, dass die Trainer des SWFV angehalten sind, sich fortzubilden. Nur wenn sie innerhalb von drei Jahren 20 dieser Angebote genutzt haben, bekommen sie die C-Lizenz verlängert. Deshalb hatten auch alle ihre gelbe Fortbildungskarte dabei, um sie sich zur Bestätigung ihrer Teilnahme abstempeln zu lassen. Ganz ohne Bürokratie geht es auch im Fußball nicht. Doch, wie es Hans Alt erläuterte, gehe es vor allem darum, die Trainer durch interessante und lehrreiche Fortbildungsveranstaltungen mit den neusten Trainingsmethoden vertraut zu machen. Insofern zeigte Alt mit der Verpflichtung Daniel Grafs als Referenten ein gutes Händchen. Denn der ehemalige Fußballprofi, der als Spielertrainer den SV Steinwenden von der A-Klasse in die Landesliga führte, erwarb in diesem Jahr die A-Lizenz und ist damit berechtigt, in allen Amateurklassen, bis hinauf zur Regionalliga, als Trainer zu arbeiten. Bevor Graf mit seinen Spielern zur praktischen Demonstration des „schnellen Umschaltens in die Offensive“ schritt, stellte er in seiner Rede an die Trainerkollegen einen aktuellen Bezug zur Weltmeisterschaft her. Bei der WM in Brasilien, so Graf, habe man einmal mehr gesehen, welch wirksame Waffe das schnell eingeleitete Gegenspiel ist. Nach der kurzen Vorrede folgte die Praxis. Zunächst studierten Graf und Co. die nach der Balleroberung den Konterangriff einleitenden Spielzüge ein. Das geschah ohne Gegenspieler. Es ging in dieser ersten Trainingsphase darum, das Passspiel und die Laufwege zu verinnerlichen. Danach ging es dann richtig zur Sache. Die einstudierten Spielzüge konnten nun nicht mehr unbedrängt durchgeführt werden. Gegenspieler störten die Konterangriffe. Mit Argusaugen beobachtete Daniel Graf das Ganze, wies auf Fehler hin, spendete aber auch Lob bei gelungenen Aktionen. Für den Betrachter an der Seitenlinien war es eine Schulung des Auges. Als Graf nach anderthalb Stunden das Training beendete, wurden er und seine Schützlinge mit Applaus verabschiedet. „Sehr interessant“ fand Elke Franzreb, die Trainerin der Damenmannschaft des TuS Hochspeyer und einzige Frau in der Trainerrunde, die Fortbildungsveranstaltung. Sie betonte, wie wichtig es für sie sei, solch ein Training „auf dem Platz zu sehen“. Daniel Graf bescheinigte sie, dass er das Umschaltspiel gut demonstriert habe. Auch Daniel Graf war zufrieden. In einer seiner nächsten Trainingsstunden will er das Abwehrverhalten der Viererkette üben. Dann aber ohne Fachpublikum. (pkn)