Kaiserslautern Atlantis ist wieder auferstanden

91-77328736.jpg

„Morlau!“ Der Narrenruf hallte durch das mythische Inselreich Atlantis, das am Samstag in der Schulturnhalle auferstand. Herrscher über das Reich war Harald Brandstätter, der als Sitzungsleiter gemeinsam mit dem Elferrat die verkleidete und zahlreiche Besucherschar durch das bunte Programm der Prunksitzung des TV Morlautern führte.

Die Kindergarde „Beethoven Virus“, trainiert von Melanie Joachim und Alina Jungmann, trumpfte gleich zu Beginn auf: perfekte rot-weiße Gardekostüme und beim Einmarsch zwei Tänzerinnen, die im Spagat auf die Bühne getragen wurden. Bei den Büttenreden gab es viel zu lachen: Der „Ferdsbeidel“, alias Andreas Schuff, ließ mit allerlei über den Fremd(en)verkehr in Eulenbis die Stimmung im Saal steigen. Die Sambatänzerin Almuth Seifts bestach durch ihr Kostüm, das mehr Haut zeigte als verdeckte. „Sterni und Gages“ (Christoph Sternitzke und Alexander Lenz) berichteten über ihre große Fahrt, der „Labbeduddl“ (Julian Hunsiker) gab Sprüche wie „hat das Blümchen einen Knick, war der Schmetterling zu dick“ zum Besten. „Colors“, die Turnerinnen von Alina Jungmann und Gabi Dreier, tauchten Atlantis in Schwarzlicht und ließen beim Besucher den Eindruck entstehen, dass er in den Ozean eingetaucht sei. Die Turnerinnen hatten auf Ihren Armen und Beinen Leuchtfarbe aufgetragen und schimmerten dadurch wie bunte Fische. Ihr gelungenes Debüt feierte die Tanzgruppe „Maniac“, trainiert von Janne Utzig. Im Streetoutfit zu Discomusik tanzten sie in hohem Tempo und beeindruckten mit anspruchsvollen akrobatischen Einlagen. Die A-capella-Gruppe „Annasänger“ brachte mit dem Coversong „Komm, stoß mol uff mei Schatz, isch riesch die Lewerwurscht so gern“ das Publikum zum mitsingen. Die Gruppe „Bluemotion“ bestach durch originelle Kostüme – blaue Ganzkörperanzüge – und ein extravagantes Accessoire: eine Leiter. „Unique“, die Tanzgruppe von Martina Herbach, trat zum letzen Mal auf: Die Gruppe löst sich nach 15 Jahren auf. Nicht weil sie keinen Spaß mehr am Tanzen hätte, sondern weil neben Familie und Beruf zu wenig Zeit bleibt. Schade. Höhepunkt für alle Närrinnen war der Auftritt des Männerballetts. „Magic Mike“ war hier nicht nur der Name der Gruppe, sondern Programm. Trainerin Regina Petry ließ ihre Jungs sich auf der Bühne aus schwarzen Anzügen herausschälen – bis auf die Unterhosen. Über diese ließ sie die Nachricht „We love Las Vegas“ verbreiten. Nach Mitternacht trat „Celebrations“ auf – der Fluch der Wölfe. Ein Auftritt der absoluten Spitzenklasse. Aufwendige Kostüme – figurbetonte braune Anzüge mit Fell und Wolfskappen, tolle Schminke, die Gesichter der Tänzerinnen waren in Wolfsgesichter verwandelt – und eine atemberaubende Choreographie. Melanie Joachim und Alina Jungmann haben alles richtig gemacht. Die Strausbuwe machten den Abschluss, in dem Sie eine Szene von Baywatch, Verzeihung, „Weschwatch“ nachspielten: Ein Surfer musste gerettet werden – von Männern in Bikini und Badeanzug. Atlantis ging zwar bezüglich des offiziellen Teils gegen ein Uhr unter, in den Tiefen der Bar ging es aber noch lange weiter. (egh)

x