Kaiserslautern / Pirmasens
Astrid Dornbrach liest aus ihrem Pfälzerwald-Krimi
Für Westpfälzer gibt es viel wieder zu erkennen, in Astrid Dornbrachs Buch. Da kommt das mächtige Sandsteingemäuer des Kaiserslauterer Polizeipräsidiums Westpfalz vor – entstanden, als die Pfalz noch bayerisch war – , eine rustikale Kneipe wie es in der Pfalz ja noch so einige gibt, ruppige und wortkarge Typen und einiges mehr.
Dornbrach las diverse Auszüge, die eben in dieser Szenerie spielen. Dabei zahlte sich ihre schauspielerische Ausbildung aus, denn Verständlichkeit, Betonung und Rhythmus – alles stimmte. Was auffiel, war eine klar erkennbare Liebe zum Detail, welche die Fantasie anregte und für deutliche Bilder im Kopf sorgte. Da „bahnte sich die Sonne ihren Weg durch das müßige Grau“, heißt es einmal. Oder feine Salatblätter in Vinaigrette lagen in einer alten, geblümten Schüssel. Wozu „Weine, die nach reifen Birnen und frischer Stachelbeere“ schmeckten gereicht wurden.
Eine Kommissarin aus Kaiserslautern
Die Kaiserslauterer Kommissarin Mara Winter und der französische Kommissar Yannick Briand ermitteln zusammen im Mordfall an einem Polizisten, der dazu noch Winters Jugendliebe war. Klar, dass da jede Menge Erinnerungen und Gefühle mitspielen und die eigentliche Kriminalgeschichte um den Totenfund knapp hinter der französischen Grenze würzen. Dass auch Wilderer vorkommen, die mit dem Mord etwas zu tun haben könnten, erinnert an den entsprechenden echten und grausamen Mordfall bei Ulmet in Richtung Kusel, der vor einiger Zeit durch die Presse ging. Der „Durchschuss durch die Aorta“ aus nächster Nähe sowie Cannabis und Alkohol im Blut und ein Holzsplitter im Daumen des Opfers könnten erste Hinweise sein.
Kleine und größere Dramen kommen auch vor, man muss sich nur den armen Beamten vorstellen, welcher der Frau des Opfers – die Mutter zweier Kinder – die Hiobsbotschaft überbringen muss. Alles in allem haben die eindringlich geschriebenen und prima vorgelesenen Auszüge Lust gemacht, das Buch zu kaufen und zu lesen.
Einblick in die Fortsetzung der geplanten Reihe
Am Ende ihres Auftritts in der Pfalzbibliothek führte Dornbrach dann auch noch kurz in ihr neues Romanprojekt ein, das den Arbeitstitel „Eulenfelsen“ trägt. Wanderer finden – natürlich wieder in der Pfalz – einen 15-jährigen Jungen vom Dahner „Barbarossagymnasium“ unterhalb eines hohen Felsens. Wobei vorerst unklar bleibt, ob der Arme durch einen Unfall oder einen Mord umgekommen ist. Aber, da Dornbach ja eine Krimiautorin ist, wird sicher letzteres der Fall sein.
Lesezeichen
Der Band „Nebel über dem Pfälzerwald“ ist im emons Verlag erschienen, hat rund 250 Seiten und ist im lokalen Buchhandel erhältlich.
