Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Arbeitsmarkt: Die Beschäftigung in der Stadt steigt seit Jahren an

In der Stadt Kaiserslautern waren zum 30. Juni 2024 rund 57.000 Arbeitsplätze bei der Agentur für Arbeit gemeldet.
In der Stadt Kaiserslautern waren zum 30. Juni 2024 rund 57.000 Arbeitsplätze bei der Agentur für Arbeit gemeldet.

Im Raum Kaiserslautern steigt die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze seit Jahren an. Allerdings bekommt auch die Region die Folgen der stagnierenden Wirtschaft zu spüren.

„Die Zahlen sprechen für sich.“ Peter Weißler, Chef der Arbeitsagentur, hat dabei die seit Jahren steigende Anzahl von Arbeitsplätzen in der Stadt Kaiserslautern im Blick. Zum 30. Juni hatten im gerade zu Ende gegangenen Jahr rund 57.200 Menschen in der Stadt einen Arbeitsplatz, für den auch Sozialbeiträge gezahlt werden. Fünf Jahre zuvor waren es fast exakt 3000 Menschen weniger gewesen.

Was auffällt: In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Anzahl der Arbeitnehmer, die keinen deutschen Pass haben, etwa verdreifacht: von 3167 (2014) auf 9650 (2024). „Ohne ausländische Arbeitnehmer wäre der Aufwuchs insgesamt an Arbeitsplätzen nicht zu schaffen gewesen“, unterstreicht der Chef der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens.

Der Arbeitsmarkt in der Westpfalz befindet sich laut Weißler in der Transformation, was auch an den Beschäftigungszahlen der einzelnen Branchen abzulesen ist. Im Vergleich zu 2023 waren im vergangenen Jahr rund 500 Arbeitsplätze mehr im Handel gemeldet, dafür sanken die Zahlen im sogenannten verarbeitenden Gewerbe, wozu auch Stahlbau-, Metall- und Elektrobetriebe gehören.

Deutlich gestiegen ist die Arbeitslosigkeit. Die Quote lag im Dezember 2023 bei acht Prozent, im vergangenen Monat registrierte die Agentur für Arbeit 9,3 Prozent Arbeitslose. In absoluten Zahlen heißt das: Knapp 5200 Menschen waren in der Stadt im Dezember 2024 arbeitslos gemeldet, im Jahr zuvor waren es knapp 4400 gewesen, ein Anstieg von rund 18 Prozent.

Mit Sorge blickt Weißler auf die Demografie. In der Stadt stehen rund 1000 Menschen im Arbeitsleben, die bereits ihren 65. Geburtstag gefeiert haben. In der Gruppe der 60- bis 65-Jährigen registriert die Agentur für Arbeit rund 5700 Arbeitnehmer. „Da steht uns in der Stadt einiges bevor.“

Im Dezember waren bei der Agentur für Arbeit rund 1400 freie Stellen gemeldet, „querbeet durch alle Branchen“, sagt Weißler: Logistik (354 freie Stellen), Handel (122), Bau (98), aber auch Gastronomie (49) und Gartenbau (15). Auch im Pflegebereich werden nach wie vor Arbeitskräfte gesucht, allerdings seien diese schwer zu kriegen. „Ich gehe davon aus, dass etwa das Westpfalz-Klinikum mit Sicherheit noch Kräfte einstellen könnte, wenn es welche gäbe.“

Auch im Landkreis stabile Verhältnisse

Im das Stadtgebiet umschließenden Landkreis Kaiserslautern sind die Verhältnisse mit der Stadt – mit Blick auf den Arbeitsmarkt – vergleichbar. Entscheidender Unterschied aber: Im Landkreis gibt es weniger als die Hälfte an Arbeitsplätzen im Vergleich zum Stadtgebiet. Im Juni 2024 standen im Landkreis 26.937 Menschen in Lohn und Brot, fünf Jahre zuvor waren es knapp 1300 Menschen weniger. Die Anzahl bewegt sich seit einigen Jahren stabil jenseits der 26.000er-Marke.

Den größten Zuwachs an Stellen verbuchte im vergangenen Jahr das Sozialwesen, hier wurden fast 300 Stellen aufgebaut. Auch das verarbeitende Gewerbe hat im Landkreis – im Gegensatz zur Stadt – Zulauf, hier registrierte die Agentur für Arbeit ein Plus von 71 Stellen.

Auch im Landkreis ist die Arbeitslosigkeit im abgelaufenen Jahr gestiegen, wenn auch nicht so stark wie im Stadtgebiet. Die Quote stieg von 4,9 Prozent im Dezember 2023 auf 5,3 Prozent im vergangenen Dezember. Da waren 3016 Menschen im Landkreis arbeitslos gemeldet, rund 250 mehr als im Dezember 2023. Dem stehen aber auch rund 850 offene Stellen bei Unternehmen im Landkreis gegenüber. Vor allem gesucht sind Logistiker (176 offene Stellen).

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