Kaiserslautern
April Art bietet Rock mit Metal- und Hip-Hop-Passagen
Eine Band mit frühlingshaften Namen Ende Oktober in Kaiserslautern – das passte perfekt: Mit ihrem knackigen, stilistisch ordentlich aufgestockten modernen Metal brachte das hessische Quartett April Art am Samstagabend einen ziemlich heißen Rock-Sturm in die herbstliche Pfalz und den rappelvollen Cotton Club der Kaiserslauterer Kammgarn. Damit heizte sich die Stimmung bis hin zum allerletzten Titel des Abends immer noch ein bisschen mehr auf, der mit einem fulminanten Finale endete.
Das Konzert von April Art wurde durch die Vorband Ghosther gut vorbereitet. Schon Sängerin Jenny, Gitarrist und stimmstarker Co-Sänger Andy, Bassist Stelle und Schlagzeuger Ronnie hatten das große Publikum mit ihrem straighten, aus vielerlei extra rockigen Stilen zusammengesetzten Personalstil und ziemlich unter die Haut gehenden Texten wie dem Titel „Undertow“ fest im Griff. Da wurde vor der Bühne mitgesungen, da wurden die Arme ausdauernd hochgereckt, man ging auf Aufforderung in die Knie.
Aufgekratzte Stimmung
Nach kurzer Pause ging es unvermindert heftig – eher noch einen Tick eruptiver als zuvor – weiter mit April Art. Der gleichfalls aufgebohrte, mit Hip-Hop-Passagen versetzte Metalsound von Lisa-Marie Watz (Gesang), Chris Bunnell (Gitarre), Julian Schuetze (Bass) und Ben Juelg (Schlagzeug) gestaltete fortan eine besonders starke zweite Phase des Konzertabends.
Die war so heftig, so unmittelbar spürbar, dass es sogar der Frontfrau gleich zu Anfang des Sets auffiel: „Was ist denn hier los?“, fragte sie in positiver Verwunderung. Das tun Frontleute eigentlich nicht zu diesem Zeitpunkt. Nun, es war halt so einiges los und so manches spürbar in diesem Moment: Die schon ziemlich hochgekochte Atmosphäre durch die Supportband, dann die erwartungsvolle Vorfreude auf eine schlichtweg gute Band, die schon auf dem Wacken und beim Rockpalast aufgetreten ist. Und nicht zuletzt wohl auch die aufgekratzte Stimmung durch die freudige Info des gleichzeitigen FCK-Erfolgs, die alsbald im Saal die Runde machte und in gewisser Weise zu den bekannten knallroten Bühnen-Outfits der Musiker passte.
Auch leise Töne
Im Mittelpunkt aber stand das musikalisch starke und textlich aussagekräftige Repertoire von April Art. Selbstbewusstsein vermittelnde Titel wie „Sky Is the Limit“ und „Not Sorry“ bohrten sich über die Reibeisen-Singstimme von Lisa-Marie Watz und glühend heißen Instrumentalsoli – vor allem der Gitarre – pointiert ins begeisterte Publikum. Stilistische Kabinettstückchen wie ein Flamencopart Chris Bunnells auf akustischer Gitarre plus Watz’ Stimme und sonst nichts, was der Intensität des Augenblicks keinen Abbruch tat, rundeten den Auftritt ab.
Eine saubere Leistung war das. Und das offizielle Ende dieses ersten April-Art-Konzerts in Kaiserslautern war dann eben doch noch lange nicht das Ende. Es gab eine lange Zugabe, es wurden Hände abgeklatscht, ein Trommelstock wechselte als Geschenk bereitwillig den Besitzer, der Merchandising-Stand war noch lange nach dem Auftritt dicht umlagert – so geht Professionalität auf allen Ebenen, bis tief hinein in den Umgang mit dem Publikum.