Kaiserslautern Ansturm beim Hanami
Der Japanische Garten hat gestern seinen ersten richtigen Ansturm der noch jungen Saison erlebt. Wo der Blick auf die üppige Pracht der Kirsch- und Magnolienblüte weit über die Gartenmauer an der Lauterstraße hinaus reichte, ließen die Besucher nicht lange auf sich warten.
Unterm großen Magnolienbaum mit seinen handtellergroßen offenen Blüten ein Gläschen Sekt zu genießen, dabei das Rauschen des Wasserfalls im Hintergrund mitzunehmen und ganz lässig auf den Auftritt der Taiko-Trommler zu warten: „Was für ein schöner Tag“, seufzt da eine Besucherin glücklich. Andere haben die Japan-Bar angesteuert; am frühen Nachmittag ist dort jede Bank und am nahen Rasenrondell jeder der großen Sitzsteine besetzt. In der Bar haben der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Japanischer Garten Kaiserslautern, Andreas Schmidt, und weitere ehrenamtliche Helfer alle Hände voll zu tun. Vor der Japan-Bar hat sich nämlich eine beachtliche Schlange hungriger Gäste gebildet, die es nach den japanischen Köstlichkeiten gelüstet, die dort aufgetischt sind. Edamame – grüne Sojabohnen, die besonders gut zu einem Glas Bier schmecken − sind genauso beliebt wie Klebreis (Mochi) in einer Hülle aus schwarzem Sesam oder Azuki-Bohnen. Dazu ein Fläschchen Ramune: „Lecker“ stellt die junge Soraya beim ersten Schluck der japanischen Limonade fest. Nur halt gar nicht so einfach, den sehr speziellen Verschluss zu knacken. Weniger kompliziert zugängliche Genüsse hält der Kiosk am oberen Teich parat. Dort gibt es frische Brezeln, Kirschblütentee und Eiscreme. „Die Kirschen blühen, das Wetter ist toll und der Garten ist voll“, freut sich Schmidt, dass Hanami, das Kirschblütenfest, in diesem Jahr einen so tollen Start erlebt. Auf den schmalen Pfaden durch den Garten kann es stellenweise richtig eng werden. Gegenverkehr ist nur möglich, wenn eine Seite mal ein, zwei Minuten geduldig abwartet. Beinahe jeder Besucher hat einen Fotoapparat oder doch wenigstens ein Foto-Handy dabei. Die Kulisse ist einfach zu prachtvoll, um sie zu ignorieren. Selbst die Koi scheinen das so zu sehen und schwimmen willig zum Fototermin. Als die Taiko-Trommler am Rasenrondell ihr erstes Konzert beginnen, ist an der Brücke über dem Wasserfall und den Wegen mit Blick auf die Gruppe absolut kein Plätzchen mehr frei, derweil der Zustrom der Besucher im Kassenbereich ungemindert anhält. (krh)