WOLFSTEIN
„Anonyme Giddarischde“ spielen zum Stadtjubiläum
Im Jahr des 750. Stadtjubiläums überzeugten die Musiker aus der Vorderpfalz mit Mundart und Liebe zur Region. Darüber hinaus zeigten sie, wie viel mehr als „Palzlied“ und „Lewwerworschd“ in ihnen steckt. Pfälzer Schorle, Pfälzerwald und Pfälzer Lebensgefühl, Lokalkolorit ohne Ende. „Bloß kä Oxfort-Deutsch, das hert sich an wie Kartoffel im Pariser Schuh.“ Mit Sprüchen wie diesem sorgten die fünf Musiker beim Open Air für beste Stimmung und immer wieder „Dankschää-bittschää“-Ausrufe.
Selbst wer noch nie bei einem Konzert der Anonyme Giddarischde war, wird schnell mitgerissen, wenn hunderte Kehlen Frontsänger Thomas „Edsel“ Merz antworten. Er versteht es vom Beginn an, das Publikum mit dem Herz auf der Zunge mit auf eine musikalische Reise zu nehmen, die durch die gesamte Pfalz führt, thematisch aber deutlich weiter reicht.
So gab es einen musikalischen Seitenhieb auf den „Nahen Osten“, hier in Richtung Mannheim, weil „Bildung ist Ländersache“. Als „reine Boy-Band“ hat die eingeschworene Männergemeinschaft natürlich auch so ihre ganz eigenen Themen. Wie bei der „AB-Mick“ und dem Kampf gegen ein allzu lästiges Insekt in der heimischen Toilette. Sie singen aber auch vom Baumarkt „do wu Männer noch so rischtisch Männer sin“ und selbstverständlich auch über „geschickte Männer“.
Mit Hingabe ans Pfälzische und eingängigen Melodien sind die fünf Musiker bereits seit 30 Jahren unterwegs. Abenteuer des Alltags überspitzt, humorvoll in einen Mundarttext verpackt, dazu eine schmissige Melodie: Fertig ist der Ohrwurm. Das „Palzlied“ - eine Hymne, die aus Heimweh entstand und die Band schon über 27 Jahre begleitet - wird nie langweilig. Weder Frontsänger Edsel noch dem Publikum, das mehrheitlich aus voller Kehle mitsang.
Laut Merz beschränkt sich das Quintett auf seine Kernkompetenzen und die Liebe zähle eher nicht dazu, so dass penetranten Produzenten „das wohl realistischste und ehrlichste Liebeslied“ rund um die „Lewwerworschd“ inklusiv olfaktorischer Vorlieben zu verdanken sei.
Eins der letzten Coverlieder im Repertoire ist die Gitarristen-Version des Dion-Klassiker „The Wanderer“, eine Mundart-Ode an den Pfälzerwald, „wo du der bisch, der du bisch“. Das kommt gut an auch bei den Westpfälzern. Die Aufforderung „Sag’s uff Pfälzisch“ wäre gar nicht wirklich nötig gewesen.