Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Andreas Kümmert und Stefan Kahne begeistern das Publikum im Kammgarn-Kulturgarten

Da staunt Andreas Kümmert: Der Bad Dürkheimer Musiker Stefan Kahne entfesselt mal wieder ein Sologewitter auf seinen Gitarrensai
Da staunt Andreas Kümmert: Der Bad Dürkheimer Musiker Stefan Kahne entfesselt mal wieder ein Sologewitter auf seinen Gitarrensaiten.

Er war wieder da. Und er war gut, so wie immer. Nein, Korrektur: Er war sogar noch besser: Andreas Kümmert, Gitarrist, Komponist und – das vor allem – Sänger mit der bärenstarken Stimme faszinierte am Donnerstagabend, diesmal im voll besetzten Kulturgarten der Kammgarn, einmal mehr im Kulturzentrum sein begeistertes Publikum.

Er tat das nicht allein. An seiner Seite agierte der in Sachen Spielfertigkeit und Ausdruck mindestens ebenbürtige Gitarrist Stefan Kahne in einer Art und Weise, die dem schnöden Begriff „Begleitung“ kaum mehr gerecht wurde. Vielmehr verschmolz der Bad Dürkheimer Musiker und Produzent in jedem neuen Titel mehr mit dem hoch präsenten Andreas Kümmert zu einer noch stattlicheren Einheit. Wenn dann noch die vielen fulminanten Soli Kahnes buchstäblich ins Spiel kamen, war ein Höchstmaß an interpretatorischer und technischer Kunstfertigkeit erreicht.

Zugleich wurde damit auch wieder einmal die alte Weisheit bestätigt, wonach weniger mehr ist. Ein Schlagzeug? Brauchte man gar nicht. Reichlich rhythmische Kraft strömte allein schon aus den beiden Instrumenten. Einen Bass? Wozu? Vieles Antreibende, zugleich Tragende, dabei noch konstant das Publikum Mitnehmende und die Stimmung Erhöhende kam an diesem Abend zumindest zusätzlich, oft sogar ganz allein aus der Stimme Andreas Kümmerts. Zwei Leute dieses Formats – wer braucht da schon eine große Band?

Hommage an ZZ-Top

Die angestammte, variantenreiche, eigentlich live gar nicht so leicht fass- und vermittelbare musikalische Welt der beiden Künstler brachte man an diesem Abend hochkonzentriert, aber äußerlich locker rüber. Unter freiem Himmel lieferte das Duo vor dem malerischen Kammgarn-Gebäude Stück um Stück Titel aus unterschiedlichen Ressourcen, die sich dann zusammen mit Vortragsstil und Auftrittsort zum Gesamterlebnis verbanden.

So präsentierten Kümmert und Kahne erfolgreiche frühere eigene Titel des Haupt-Protagonisten – wie etwa den Chart-Erfolg „Simple Man“ aus dem Jahr 2013 – ebenso wie Stücke aus dessen aktuellem Album „Harlekin Dreams“ („Milk“). Dazwischen gab’s mehrfach frisch in eigener Art aufpolierte internationale Hits à la „Purple Rain“, „Easy“ und „Superstition“. Immer dabei, egal in welcher Ausprägung: viel Bluesiges, etliches an Funk, manches, das in Richtung Rock geht. Einer der vielen Höhepunkte wurde markiert, als man eine Hommage an den am Dienstag verstorbenen ZZ-Top Sänger Dusty Hill vortrug.

Liebenswerte Gags inklusive

Und das war noch nicht alles, was der bayrische Künstler an jenem Abend in die Pfalz mitgebracht hatte. Neben ein paar erfrischend launigen Ansagen gab’s da auch einige nicht ganz ernst gemeinte musikalische Intermezzi wie etwa kurze Anspiele von Rudi Carrells Hit „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“ und Louis Armstrongs „What A Wonderful World“ – liebenswerte Gags, die gar nicht nötig gewesen wären, aber Stimmung und Gesamtbild positiv abrundeten. Man möchte wetten: Die Langversionen dieser Titel, die mit kurzem Applaus sogar schon begrüßt wurden und angefordert zu werden schienen, hätten die volle Zustimmung des Publikums erfahren.

Eine runde Sache also, bis hinein in den ordentlichen Zugabenteil. Welch ein Konzert, welch ein passgenaues Duo, welch ein Musiker, dieser Andreas Kümmert. Die Wandlung vom zurückhaltenden, schüchternen Musiker zum publikumsnahen, offenen Künstler, seine fugenlose Kooperation mit Stefan Kahne, seine Stimme, die das Bühnengerüst unter ihm ebenso vibrieren ließ wie sie das Publikum permanent berührte – das war erfreulich, das hatte Klasse. Chapeau.

x