Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Andre Bour ist eine Klasse für sich

Mit dem Hauptlauf wurde auch die neue Bahn des Eichwaldstadions eingeweiht.
Mit dem Hauptlauf wurde auch die neue Bahn des Eichwaldstadions eingeweiht.

Andre Bour aus Ramstein-Miesenbach ist in der Region eine Klasse für sich. Das bewies der Läufer von Body med Ramstein beim 50. Internationalen Holzlandlauf in Schopp. Er lief der Konkurrenz quasi schon vom Start weg davon und holte sich den deutlichen Sieg im Hauptfeld über zehn Kilometer. 71 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen mit ihm auf die Strecke.

„Es war sehr, sehr hart. Zwei Jahre lang keine rhythmischen Trainings und Läufe. Wir müssen uns erst wieder daran gewöhnen“, resümierte der Gesamtsieger. Dabei lief es für den 46-jährigen Athleten sehr gut. Nach einer dreiviertel Runde im Eichwaldstadion hatte er schon einen deutlichen Vorsprung, und auf der Waldstrecke konnte er sich noch weiter absetzen. „Ich dachte, die machen Spaß, als sie mir nicht gefolgt sind. Doch dann habe ich gemerkt, dass sie nicht schneller können, und so lief ich ein kontrolliertes Rennen“, sagte der Gesamtsieger weiter. Erst dahinter wurde es spannend. Im Endspurt wiederum im Eichwaldstadion konnte sich der 36-jährige Sascha Ahrens aus Sembach durchsetzen und holte sich Rang zwei und den Sieg seiner Altersklasse. Der Athlet, der normalerweise die Kraftsportart Hyrox betreibt, nutzt den Holzlandlauf, um in der Sommerpause fit zu bleiben. „Der Kurs ist durch seine ständig wechselnden Auf- und Abpassagen sehr anspruchsvoll. Aber mit dem Erfolg in der Klasse der Jahrgänge 1983 bis 1992 und dem zweiten Platz in der Gesamtwertung bin ich sehr zufrieden“, resümiert Sascha Ahrens.

Familientag

Mit dabei war sein Sohn Ben Göbels, der an diesem Tag über die 800 Meter am Start war und den achten Platz belegte. Vor der Abfahrt haben die beiden die Ehefrau und Mutter Sabine Göbels noch zur Teilnahme überredet. „Für mich ist die Zeit gut, zumal ich mich spontan zur Mitwirkung entschieden habe“, sagte das weitere Familienmitglied im Ziel. „Ich liebe mehr das gemütliche Laufen in Läufergruppen, aber der Start hier hat auch Spaß gemacht. Nach dem Duschen geht es zur Kerwe im Heimatort“, fasste sie ihren Tag zusammen.

Hartmut Ost aus Winnweiler war der älteste Teilnehmer im Hauptfeld. „Im Dezember werde ich 70 Jahre alt und auf den ständig wechselnden Passagen merkt man das Alter schon“, gibt er offen zu. Er gewann seine Klasse recht deutlich und was noch beeindruckender ist: sein 18. Platz im gesamten Starterfeld. Noch älter ist mit 78 Jahren Horst Dieter Klein, der über die 3,5 Kilometer lange Strecke an den Start ging. „Für mich zählte nicht das Ergebnis, sondern der Spaß“, erzählt der Läufer aus Krickenbach. „Ich war erstmals hier in Schopp am Start“, verrät er. Er lief sonst eher bei großen Veranstaltungen in Hamburg, Berlin, Karlsruhe und Freiburg.

Lob für den Ausrichter

Viel Lob gab es von dem erfahrenen Läufer für die Organisationen. „Die Veranstaltung war sehr gut organisiert und die Waldstrecke war sehr gut ausgestreut.“ Die Strecke für den Nachwuchs führte über 400 Meter durchs Stadion. Die jüngsten Teilnehmer liefen an der Hand ihrer Mutter. So auch die vierjährige Charlotte aus Schopp. „Es war schön und ich mache wieder mit“, war ihr Kommentar.

Gleich zwei Mal am Start war Vincent Wildmoser aus Schopp. Zunächst gewann der Nachwuchsläufer das Rennen über 800 Meter, dann belegte er im Lauf über 3,5 Kilometer Rang zwei und gewann dabei auch hier seine Altersklasse.

An Bernhard Könnel erinnert

Der Lauf in Schopp erinnert an Bernhard Könnel, einen Läufer und Aktiven im Sportverein Schopp, der bei einem nicht verschuldeten Motorradunfall ums Leben kam. Ihm zu Ehren sind auch Familienangehörige am Start und bei der Veranstaltung. So auch die Cousine Julia Könnel, die für den 1. FC Kaiserslautern startet. Die 38 Jahre alte Läuferin konnte sich auch gegen starke männliche Konkurrenz mehr als nur gut behaupten. In der Gesamtwertung belegte sie Rang fünf, gewann somit ihre Altersklasse und war schnellste Frau vor Silke Schirra von Body med Ramstein.

„Wir sind mit der Resonanz mehr als zufrieden, zumal vor dem Veranstaltungstag eine große Ungewissheit herrschte“, resümierten die Vorstände Axel Mohrhardt und Willi Vatter. „Wir hoffen, dass der Laufsport wieder einen Aufschwung erlebt und hoffen, mit diesem Tag das Interesse unter den Sportlern wieder geweckt zu haben“, fügen sie an. „Das Eichwaldstadion präsentiert sich in einem guten Zustand. Die Arbeiten sind noch nicht beendet“, betonte Ortsbürgermeister Klaus Nahlenz. Die Sportstätte soll nach seinen Worten wieder ein Schmuckstück werden und dafür werde sich sein Stellvertreter Lothar Wildmoser uneigennützig einsetzen.

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