Kaiserslautern Anderer Weg zur Hochschulreife

Aus einer ursprünglich kleinen Idee sei heute etwas Großes geworden, erklärte Peter Recktenwald, Abteilungsleiter des berufliche
Aus einer ursprünglich kleinen Idee sei heute etwas Großes geworden, erklärte Peter Recktenwald, Abteilungsleiter des beruflichen Gymnasiums, vor zahlreichen Gästen.

„Wie passt ein Gymnasium mit einer Berufsschule zusammen? Beide passen sehr wohl zusammen“, sagte Schulleiter Fritz Pfaff und erinnerte gestern bei einer Feier im Mehrzweckraum der Berufsbildenden Schule II Wirtschaft und Soziales an das 50. Jubiläum des beruflichen Gymnasiums der BBS II.

Vor Kollegium und Gästen zog Pfaff eine positive Bilanz der Schulform, die 1971 ihre ersten 19 Abiturienten entließ und heute 413 Schüler zählt. Weite Wege und Widerstände hätten überwunden werden müssen, um beim damaligen Kultusministerium in Mainz grünes Licht für ein berufliches Gymnasium zu bekommen, wusste Pfaff. Es sei kein B-Abitur, das Schüler am beruflichen Gymnasium erwerben. „Es ist ein anderer Weg zur Hochschulreife.“ Zugute komme den Schülern, eine Entscheidung später treffen zu können und unterschiedliche Bildungsinhalte im Vergleich zu einem herkömmlichen Gymnasium. Leichter würde das Abitur dadurch nicht, verwies er auf eine jährliche Abiturquote von 50 Prozent. Aus kleinen Anfängen habe sich eine veritable Schulform entwickelt, die mit dem Wirtschaftsgymnasium begann und 2007 durch das Gymnasium für Gesundheit und Soziales ergänzt worden sei. Mit jährlich 180 Neuaufnahmen sei die Nachfrage ungebrochen. Noch stärker als bisher werde sich das berufliche Gymnasium an der Berufswelt orientieren und sich mit ihr verzahnen. Pfaff: „Wir wollen uns inhaltlich weiterentwickeln und dabei die Digitalisierung miteinbeziehen.“ Voraussetzung dazu sei, dass die Schule über ein funktionierendes W-LAN-Netz verfügt. Konzepte lägen auf dem Tisch. „Jetzt stehe der Schulträger mit der Umsetzung in der Verantwortung“, appellierte Pfaff an die Stadt Kaiserslautern. Beigeordneter Joachim Färber sprach vom beruflichen Gymnasium als einem Erfolgsmodell mit Zukunft, das nach einem mittleren Bildungsabschluss mit dem Abitur optimal auf die Arbeitswelt vorbereite und eine gute Voraussetzung für ein Studium im gleichen Schwerpunkt sei. Das berufliche Gymnasium sei eine herausragende Schulform, werde von Schülern sehr gut angenommen und stelle eine wichtige Säule im Bildungsangebot von Kaiserslautern dar. Grüße und Glückwünsche von Stefanie Hubig, der Mainzer Bildungsministerin, überbrachte Stefan Röth, stellvertretender Leiter der Abteilung Berufsbildende Schulen im Bildungsministerium. Dem beruflichen Gymnasium bescheinigte er, einen wesentlichen Teil der Schulgeschichte der BBS mitgeprägt zu haben. Die heutige Schülerzahl der Schulform gebe der damaligen Entscheidung für das berufliche Gymnasium Recht. Aus einer ursprünglich kleinen Idee sei heute etwas Großes geworden, das es wert sei, gefeiert zu werden, erklärte Peter Recktenwald, Abteilungsleiter des beruflichen Gymnasiums. Unterhaltsam führte er durch das Programm und stellte dabei das Hausquartett und die Theater-AG der Schule vor. Letztere beeindruckten mit musikalischen Beiträgen und szenischem Spiel.

x