Kaiserslautern Andere Kulturen kennenlernen
Mit der „Interkulturellen Tafel“ im Innenhof der Stiftskirche ist am Samstagmittag die Interkulturelle Woche zu Ende gegangen. Organisiert vom Club Aktiv und dem Jugendmigrationsdienst des Internationalen Bunds (IB) waren Menschen verschiedener Kulturen eingeladen, Snacks aus verschiedenen Ländern zu probieren und dabei ins Gespräch zu kommen.
„Gemeinsam essen – gemeinsam reden – gemeinsam sein“ war das Motto, unter dem die Organisatoren im Laufe von sechs Veranstaltungen immer enger zusammengewachsen sind, wie Kathrin Shebani vom Club Aktiv betonte. Zahlreiche internationale Geschäfte und Gaststätten hat die Interkulturelle Tafel mit der Zeit als Sponsoren gewinnen können. Entsprechend vielseitig war die Auswahl an Häppchen: mit Erbsen gefüllte Pfannkuchenröllchen aus Eritrea, griechischer Schafskäse mit Oliven, Wurstsalat und Frikadellen aus Deutschland, dazu portugiesischer Stockfisch und Krebsfleischbällchen, spanische Tapas und Knispel. Am besten ging von Anfang an die türkische Pizza. Nicht nur Speisen und Getränke, auch Tische und Bänke, Verpackungen und einen Kühlwagen hatten die Sponsoren zur Verfügung gestellt. „Das ist nur möglich, weil viele Leute einen Sinn in dieser Sache sehen“, versicherte Britta Behr vom Jugendmigrationsdienst. Viele der Sponsoren hätten sich im Laufe der Zeit bereits auf den Termin eingerichtet. Soviel zum Essen. „Gemeinsam reden“ kam auch nicht zu kurz. Ein junger Syrier, Erdöl-Ingenieur und seit zehn Monaten mit Frau und Vater in Deutschland, fand sich in intensiver Diskussion mit drei deutschen Frauen und dem Ausländerbeauftragten des Landkreises – einem Griechen. Das Thema: Einer fremden Frau gibt ein muslimischer Mann nicht die Hand. „Sprengstoff“ der, auch dank der bereits guten Sprachkenntnisse des Mannes sorgfältig gehandhabt wurde. Seine eigenen Regeln beizubehalten sei ihm wichtig, machte er klar. „Wir sind heute gekommen, um andere Leute und Kulturen kennenzulernen“, konnte der junge Syrer schließlich doch zum eigentlichen Anlass seines Besuchs an der Interkulturellen Tafel kommen. Seit drei Wochen besuche er mit seiner Familie einen Integrationskurs, berichtete er. Sie seien dankbar, wie die Leute ihnen hier entgegenkommen. „Gemeinsam sein“: Dazu waren die russischstämmigen Schwestern Elvira und Lilli Rosin mit Freundin und Kindern in den Hof der Stiftskirche gekommen. Elvira hatte das Fest im vergangenen Jahr kennengelernt und die anderen zum Mitkommen animiert, denn: „Hier treffen sich verschiedenen Nationalitäten, Deutsche und Ausländer. Die Unterschiede sind für uns eine Bereicherung, interessant und anziehend, nicht fremd.“ Bei Krautsalat, Stockfisch, Baklava und eingelegten Auberginen wurde nebenbei auch gleich das Käsekuchenrezept der deutschen Gesprächspartnerin im Detail nachgefragt und notiert. (krh)