Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel An den weiterführenden Schulen herrscht Maskenpflicht

Der Unterricht findet derzeit verpflichtend mit Maske statt: Religionslehrer Manfred Storck und sein Kurs am Albert-Schweitzer-G
Der Unterricht findet derzeit verpflichtend mit Maske statt: Religionslehrer Manfred Storck und sein Kurs am Albert-Schweitzer-Gymnasium.

Seit Dienstag gilt eine zweiwöchige Maskenpflicht an den weiterführenden Schulen in Kaiserslautern. Die RHEINPFALZ hat sich umgehört, wie die Maßnahme bei den Schulgemeinschaften ankommt.

Sie habe bereits vor Schulstart am Montag die dringende Bitte ausgesprochen, Masken im Unterricht zu tragen, berichtet Eva Wenzel-Staudt, Rektorin am Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG). Dies sei auf freiwilliger Basis geschehen und der Großteil der Schüler habe sich daran gehalten.

Was am Montag noch freiwillig war, ist seit Dienstag nun Pflicht: Die Schüler der weiterführenden Schulen sollen die nächsten zwei Wochen die Masken auch im Unterricht tragen. Das hat die vom Land einberufene Taskforce am Montag beschlossen (wir berichteten).

Sie habe noch am Abend die Maskenpflicht auf allen zur Verfügung stehenden Kanälen kommuniziert – etwa über die Lernplattform Moodle und den Vertretungsplan, schildert Wenzel-Staudt.

Die Schulen sollen offen bleiben

„Unsere oberste Maxime ist die Sicherheit unserer Schüler. Wenn uns die Masken dabei helfen, setzen wir sie gerne ein“, sagt die Rektorin. Sowohl im Kollegium als auch bei den Schülern sei das Verständnis für diese Maßnahme derzeit hoch. Denn in einer Sache seien sich alle einig: Die Schule soll so lang wie möglich offen bleiben. Wenzel-Staudt hofft, dass es gelingen wird, den Regelunterricht bis zu den Weihnachtsferien aufrecht zu erhalten.

Der Online-Unterricht im Frühjahr habe gezeigt, wie wichtig persönlicher Unterricht sei. Das Lernen lebe vom Miteinander. Zwar lasse sich am Computer vieles lernen, aber nicht alles. „Beim digitalen Lernen bleibt viel auf der Strecke“, hat Wenzel-Staudt beobachtet.

Bald stünden die Vorabi-Klausuren an, da sei es für die Schüler extrem wichtig, in der Schule zu sein, betont die Rektorin. „Für die Abiturienten ist jeder Tag an der Schule Gold wert“, sagt Heinrich Harrer, der Vorsitzendes des Schulelternbeirats am ASG. Nach seiner Einschätzung stehe der Großteil der Elternschaft und der Schüler hinter der Maßnahme. Es gebe allerdings auch Einzelstimmen, die dies kritisch sehen.

Letztlich gelte es , einen gewissen Pragmatismus an den Tag zu legen, um den Unterricht aufrecht zu erhalten. „Die Bildung zu kappen können wir uns als Gesellschaft nicht leisten – egal in welchem Bereich“, ist Harrer überzeugt. Wenn das Tragen der Maske ein Teil des Arrangements sei, mit dem es gelingt, die Schulen offen zu lassen, führe kein Weg daran vorbei. Für Schüler und Lehrer bringe die Maskenpflicht im Unterricht nun die Herausforderung einer veränderten Kommunikation mit sich – denn den Gesichtsausdruck des jeweils anderen zu lesen, gehe nun nicht mehr.

Zu kurzfristig und ohne Vorlauf

Für Rektorin Dorothea Zink von der Kurpfalz-Realschule plus steht die grundsätzliche Maßnahme ebenfalls nicht in der Kritik. Anders sieht es mit der Kurzfristigkeit der Entscheidung aus. Die Schulgemeinschaft habe keine Zeit gehabt, sich damit auseinanderzusetzen. Zudem gebe es keine Idee, wie für die Kinder, die eine Ganztagsschule besuchen, eine Erleichterung geschaffen werden könne. Von 8 bis 16 Uhr durchgehend eine Maske zu tragen, die auf dem ganzen Schulgelände außer zum Essen und Trinken nicht abgenommen werden dürfe, sei sehr hart.

Mit etwas Vorlauf hätte die Schule ein Konzept erarbeiten können, nun müsse eine Vorgabe von heute auf morgen umgesetzt werden, kritisiert Zink. Sie hätte zudem gerne die Schulgemeinschaft dazu gehört, mit Eltern und Schülern geredet. Das sei nun erst im Nachgang möglich.

Bisher war das Tragen der Maske in den Fluren und während der Pause verpflichtend gewesen, die Maske nun auch im Unterricht aufzulassen bedeute, dass es für die Kinder gar keine Möglichkeit mehr gebe, frei durchzuatmen.

Noch offen ist die Regelung für den Sport- und Schwimmunterricht, hier gebe es noch keine Vorgaben von Seiten des Landes, berichten Wenzel-Staudt und Zink.

Mit Augenmaß an die Sache gehen

Rektor Hermann Kimmel von der Integrierten Gesamtschule Bertha von Suttner berichtet von einer positiven Stimmung an der Schule. Auf der Homepage sei am Wochenende bereits dazu aufgerufen worden, ab Montag freiwillig eine Maske im Unterricht zu tragen, dieser Bitte sei die Mehrzahl der Schüler nachgekommen.

In der täglichen Praxis plädiert Kimmel dafür, mit Augenmaß vorzugehen. Kinder, die über Atemnot klagen oder denen die Gummibänder der Maske hinter den Ohren schmerzen, können die Maske am offenen Fenster abnehmen und frei durchatmen. Wer eine Maskenpause brauche, könne sich ans Fenster setzen und es werde darauf geachtet, dass in dieser Situation ein Mindestabstand von 1,5 Meter zum Nachbarn eingehalten werde. „Man muss ein Gespür für die Belastung haben, wenn Fünftklässler den ganzen Tag eine Maske tragen sollen, ist das eine besondere Herausforderung“, betont Kimmel.

Der Schülersprecher der IGS Bertha von Suttner, Kai Nongiesser berichtet davon, dass die meisten seiner Mitschüler die Maskenpflicht nachvollziehen können und sich daran halten. Nongiesser hofft, dass die Maskenpflicht ausreicht, um die Rückkehr zum alleinigen Online-Unterricht zu vermeiden. Dieser sei kompliziert gewesen und es sei nicht allen Schülern möglich gewesen, daran teilzunehmen. Mit Blick auf die Infektionszahlen würde der 16-Jährige selbst derzeit einen Wechsel aus Online- und Präsenzunterricht bevorzugen.

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