Kaiserslautern
Am Strandbad Gelterswoog räumen die neuen Pächter kräftig auf
Vor ein paar Wochen erst haben sie von der Stadt grünes Licht bekommen: Peter Wirrer und Boris Zeller sind die neuen Pächter des Strandbads Gelterswoog. Die Stadt, der der See gehört, hatte die Pacht neu ausgeschrieben, weil es unter der letzten Pächterin zuletzt nicht mehr gut lief, es mehr und mehr Beschwerden gab.
Sanitäre Anlagen werden saniert und teilweise ersetzt
Wirrer und Zeller kennen den Gelterswoog, sie sind die Pächter des benachbarten Minigolfplatzes, wo es seit vier Jahren unter ihrer Regie wieder brummt. Am Gelterswoog, das sieht man auf den ersten Blick, wollen sie einen Neuanfang. Nicht nur optisch. Seit zwei Monaten, das erzählt der 54-jährige Wirrer bei einem Besuch vor Ort, sind sie mit Unterstützung von Freunden und Fachfirmen zugange. Die sanitären Anlagen müssen komplett saniert werden, die warmen Duschen, solarbetrieben, die zuletzt kalt blieben, werden ersetzt. „Wir haben massenweise Unrat und Müll abfahren lassen“, berichtet Zeller (44). Vieles werde erneuert.
Gastronomie-Pavillon wird saniert
Der Steg, der marode war, wurde komplett abgerissen und neu aufgesetzt, die Schwimmer mussten ersetzt werden. Im Bereich der Umkleiden wird alles gerade gereinigt, der rote Sandstrand unterhalb des Pavillons wurde gesäubert und vertikutiert. Dort war zuletzt kein Sand mehr, nur noch Gras. Die Fassade des Sanitärtrakts ist neu gestrichen worden. In Türkis. Was die Strandatmosphäre etwas unterstreichen soll. Am Pavillon, wo es wieder eine Außentheke geben wird und Sitzplätze im Freien für 100 Personen, laufen die Malerarbeiten. Drinnen sind alle Elektrogeräte rausgekommen. Sie werden ausgetauscht.
Anbieten wollen Wirrer und Zeller, die die Gastronomie mit eigenen Mitarbeitern betreiben werden, künftig zunächst Pommes, Currywurst, Frikadellen und Co. sowie Getränke, für Kinder gibt es eine Candy-Ecke. Wie früher soll es Bier in eisgekühlten Krügen geben. An Tagen, an denen wenig los sei, öffne nur die Gastronomie am Minigolfplatz. „Die Tür wird offen sein, somit ist sichergestellt, dass es immer Pizza, Flammkuchen und Würstchen gibt.“ Unter der früheren Betreiberin hatten die Besucher oft moniert, dass es tageweise gar kein gastronomisches Angebot gab.
Eventuell ist Saisonauftakt schon am 1. Mai
Vertraglich vereinbart ist, dass das Strandbad ab dem 15. Mai bis zum 15. September öffnet. „Wenn wir es schaffen und das Wetter mitspielt, können wir 14 Tage früher aufmachen“, sagt Zeller. Wobei es noch sehr viel zu tun gebe. So müssten alle Wege mit einem Hochdruckreiniger von Moos und Unkraut befreit werden. „Wir putzen das Bad heraus“, so Wirrer. Liegen und Sonnenschirme müssen gerichtet werden, die Ruderboote und Kajaks auf Vordermann gebracht werden. Voraussichtlich werden Stand-up-Paddle-Boards zum Verleih angeboten. Die Personalsuche läuft, die ersten Mitarbeiter sind eingestellt worden. Wirrer betont, die Personalplanung sei nicht ganz einfach, weil extrem wetterabhängig. Beide haben nur ein Ziel: „Wir wollen die Gäste zurückgewinnen.“ Der Gelterswoog gehöre zu den schönsten Badeseen in ganz Deutschland. „Daraus wollen wir was machen und deshalb arbeiten wir an einer Kompletterneuerung.“
Eintrittspreise werden günstiger
Geöffnet sein soll künftig von 10 bis 20 Uhr, in den Ferien schon ab 9 Uhr. Montags wird um 12 Uhr geöffnet. Bei den Eintrittspreisen gehen sie runter, auf 4 Euro für Erwachsene und auf 2 Euro für Kinder bis 12. Bis zum Alter von sechs Jahren ist der Zutritt frei. Saisonkarten werden günstiger.
Bleibt das Problem mit dem Wasser. Der Pegelstand ist nach wie vor niedrig. „Wir brauchen die Erlaubnis, Wasser zuleiten zu dürfen“, betont Zeller. Er ist überzeugt, dass die Kosten dafür zum Teil über Spenden- und Sponsorengelder gedeckt werden können.
„Zeit war reif für einen Wechsel“
Beigeordneter Peter Kiefer, der den Pächterwechsel herbeigeführt hat, ist optimistisch, mit Wirrer und Zeller auf das richtige Duo gesetzt zu haben. Es hatte drei Bewerbungen gegeben. „Es läuft gut, die beiden stecken enorm viel in das Strandbad, ich höre von allen Seiten nur Lob.“ Seitens der Stadt habe es klare Auflagen gegeben, daran hielten sich die beiden. Es sei wie bei der Vorgängerin Viktoria Butenko eine Pacht von 15.000 Euro vereinbart, die nicht gezahlt werden muss, wenn das Geld in die Anlage investiert werde, so Kiefer. Dass das Strandbad jetzt an den Minigolfplatz gekoppelt sei, werde Synergieeffekte bringen, sagt der Dezernent, der sich demnächst vor Ort alles anschauen möchte.„Die Zeit war reif für einen Wechsel.“