Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Alle drei Bands gleichermaßen stark: Konzert der Reihe „No Music in K-Town“

Routinierter Sänger: Andre Greef von DODS.
Routinierter Sänger: Andre Greef von DODS.

Wenn in einem Konzert mehrere Bands hintereinander auftreten, dann ist meistens von Auftritt zu Auftritt eine Steigerung in der Stimmung zu bemerken. Beim „No Music in K-Town“-Dreifachkonzert im Cotton Club der Kammgarn am Freitagabend war davon allerdings nicht viel zu bemerken.

Bei diesem Konzert waren nämlich alle drei auftretenden Bands etwa gleichermaßen stark, die Stimmung durchweg gut, das ganze Konzert von Anfang bis zum Ende für alle Beteiligten eine gute Sache – und das insbesondere durch die drei jeweiligen Frontleute, die mit ihren ständig energiegeladenen Partien in dem aus gut gemachten Covers und innovativen Eigenkompositionen bestehenden Repertoire des Abends besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnten.

Den Anfang übernahm das erfahrene Rock-Quintett LIO aus Kaiserslautern, das in den knapp neun Jahren seines Bestehens vor allem in und um die Heimatstadt herum einen guten Ruf als Liveband erworben hat. An diesem Abend musste das Quintett der angesprochenen Qualitäten wegen nicht einmal als Eisbrecher fungieren: Die Gruppe um den agilen Sänger Leonard Stahl, die im vergangenen Jahr eine Etage höher, im Kasino, keine geringere Band als Thundermother supportete, setzte das Areal vor der Bühne unter anderem mit einer eruptiven Version von „No Time To Cry“ aus dem Stand unter Strom. Zur letzten Nummer wurde dann sogar ausgelassen getanzt.

Drängend-rockig und avantgardistisch

Während LIO (wie auch DODS, die später noch auftretende dritte Band) die Bühne im Cotton Club nicht zum ersten Mal bespielte, gaben die drei jungen Musiker der erst seit Anfang vergangenen Jahres bestehenden Gruppe Jungletrack ihre Premiere im Kammgarn-Keller. Trotz der kleinen Besetzung zeigte die konzentriert agierende (Progressive-)Rockband eine ununterbrochen wirkende starke Kraft.

Die Jungletrack-Titel klangen vornehmlich drängend-rockig, hatten aber auch schon mal Züge eines Bluesrock der 1970er Jahre oder zeigten andernorts avantgardistische Elemente – speziell in der jazzoiden Schlagzeugarbeit. Langweilig wurde es jedenfalls nicht. Und über allem dominierte Sänger Phil Wright, wie auch die beiden anderen Bandmitglieder Musikstudent im Saarland, der dem ohnehin schon stabilen Sound permanent eine wirkungsvolle vokale Spitze aufsetzte.

Schubladendenken ist nicht

Den Abschluss des Konzertabends gestaltete dann die heimische Band DODS, deren Anfänge mehr als zwei Jahrzehnte zurückliegen, die also auch schon wie die Opener des Abends einiges an Erfahrung in Sachen Musik und Auftritte mitbrachten. Dementsprechend souverän und wirkungsvoll gestaltete die Gruppe, die auch schon zwei Alben veröffentlicht hat – hier besonders der routinierte Sänger Andre Greef an exponierter Stelle – die vielschichtigen, schwerpunktmäßig deutschsprachigen, technisch fordernden Songs zwischen hartem Rock und gemäßigtem Reggae plus noch einiger weiterer Stil-Einflüsse, denn Schubladendenken funktioniert bei dieser leicht außerhalb des Mainstreams agierenden kreativen Lautrer Band nur bedingt.

Am Schluss wurde dann wieder intensiv vor der Bühne getanzt. Zugegeben und tatsächlich: Da war die Stimmung im Cotton Club trotz des schon hohen Einstiegsniveaus dann doch noch mal ein wenig höher als am Anfang ...

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