Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Alexandra Unkelbach vom THW leistet in der Türkei technische Hilfe für die Helfer

Alexandra Unkelbach bei der Arbeit in der Türkei.
Alexandra Unkelbach bei der Arbeit in der Türkei.

Zwei Wochen lang war Alexandra Unkelbach vom THW Kaiserslautern im Katastrophengebiet in der Türkei im Einsatz. Allerdings nicht ganz so, wie man es sich zunächst vorstellt: Die Informatikerin hat dafür gesorgt, dass sich die internationalen Hilfskräfte untereinander absprechen können.

Seit gut fünfeinhalb Jahren ist Alexandra Unkelbach beim Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) Kaiserslautern engagiert. Sie habe eine sinnvolle ehrenamtliche Tätigkeit gesucht – und sie an einem Tag der offenen Tür am THW-Stützpunkt in der Eselsfürth gefunden. Technisches Interesse sei auf jeden Fall dagewesen, sagt die Informatikerin, die gerne handwerklich arbeitet. Beim THW hat Unkelbach den Lkw-Führerschein gemacht, ist in der Fachgruppe N (Notversorgung und Notinstandsetzung) engagiert: „Ich wollte in meiner Freizeit bewusst etwas machen, was nichts mit meinem Beruf als Software-Entwicklerin zu tun hat.“

Eines ihrer Ziele sei gewesen, einen Auslandseinsatz mitzumachen. Allerdings nicht als Teil einer Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (Seeba), die direkt nach Katastrophen ausrückt. Stattdessen ging Unkelbach einen Alternativweg, hat sich THW-intern für Auslandseinsätze registriert, unter anderem mit Kenntnissen als Systemadministratorin. Vor Ostern stand der Fachlehrgang für Auslandseinsatzkräfte im IT-Bereich an – und nur wenige Tage später kam aus der Zentrale in Bonn bereits ein Anruf: „Damit hatte ich nicht gerechnet.“

Ganze Landstriche sind zerstört

Das technische Know-how von Unkelbach könne im Südosten der Türkei gut gebraucht werden. Ganze Landstriche wurden dort Anfang Februar bei einem verheerenden Erdbeben zerstört, und bis heute sind dort zahlreiche Hilfsorganisationen im Einsatz. Anfang April ging’s für die 45-Jährige bereits in die Türkei: „Wir reisen, wenn möglich, in voller THW-Montur, damit wir zu erkennen sind und somit auch angesprochen werden können“, sagt Unkelbach, die tatsächlich mehrfach nach ihrem Einsatz gefragt worden sei.

Ein verheerendes Erdbeben hat Anfang Februar in der Türkei und in Syrien mehr als 900 Menschen das Leben gekostet.
Ein verheerendes Erdbeben hat Anfang Februar in der Türkei und in Syrien mehr als 900 Menschen das Leben gekostet.

Im Rahmen von International Humanitarian Partnership (IHP), einem Zusammenschluss von mehreren Ländern, wurden im Erdbebengebiet unter Führung der Vereinten Nationen mehrere Camps aufgebaut, um die Mitglieder der vor Ort agierenden Hilfsorganisationen unterzubringen. Unkelbach war eins von acht internationalen Teammitgliedern von IHP, die für die Infrastruktur in den Camps zuständig waren. Die Dansenbergerin war die meiste Zeit im Hauptquartier in Gaziantep eingesetzt, von wo aus sie die IT-Technik der fünf Camps betreute.

Auch als Hausmeisterin aktiv

Einige Tage war sie in einem der Camps als Hausmeisterin eingesetzt: „Wir haben den Camp-Support übernommen, uns von den Toiletten über die Frischwassertanks bis zu Reparaturen um alles gekümmert.“ Das Leid der Menschen hat Unkelbach meist durch die Scheiben eines Autos während der Fahrten im Erdbebengebiet erlebt: „Da gibt es abrissreife Geisterstädte. Hochhäuser, die komplett geräumt sind und nur auf den Bagger warten.“ Die Camps selbst lägen immer etwas außerhalb der Städte und Dörfer.

Als Systemadministratorin habe sie mit dafür gesorgt, dass die Verbindungen zwischen Hilfsorganisationen und dem Katastrophenerkundungs- und Koordinierungsteam der Vereinten Nationen (UNDAC) zuverlässig funktioniert: „Die UN koordiniert die internationalen Hilfsorganisationen vor Ort, vermittelt, wo man etwas helfen kann.“

Auslandseinsatz mit einem Saarländer

Sicheres Englisch sei eine Grundvoraussetzung bei solchen Einsätzen, denn im Team arbeiten längst nicht nur Deutsche. Unkelbach hatte auch drei Finnen mit dabei. Und einen Saarländer: „Aber das hat trotzdem prima funktioniert“, antwortet sie und lacht. Das Miteinander der internationalen Helfer sei sehr freundschaftlich, kameradschaftlich und professionell gewesen, lobt Unkelbach. Und die Dankbarkeit der Menschen in der Türkei sei groß; gleich mehrfach hätten sich wildfremde Menschen bei ihr für ihren Einsatz bedankt. Mit einigen UN-Mitarbeitern, die sie kennengelernt hat, will sie weiter in Kontakt bleiben, ebenso mit den finnischen Kollegen – „und mit dem Saarländer“.

Unkelbach würde jederzeit wieder ins Ausland, um zu helfen. Zumindest fast jederzeit. Denn ihr Arbeitgeber stehe zwar hinter ihr, finde das Engagement gut, aber übertreiben wolle sie es nicht – schließlich fehlt sie in der Zeit in der Firma.

InfoSpenden zur Unterstützung der Arbeit des Ortsverbandes sind über den gemeinnützigen Helferverein möglich. Weitere Infos, auch für Menschen, die sich für eine Mitarbeit interessieren, finden sich auf der Internetseite https://ov-kaiserslautern.thw.de/.

Mehr zum Thema
x