Kaiserslautern
Alexander Pongracz gibt bei der EM auch Außenseiter Ungarn noch eine Chance
„Natürlich hab’ ich die bisherigen Begegnungen gesehen.“ Wahrgenommen hat er, wie die deutsche Elf bei ihrem letzten Spiel gegen Portugal viele Herzen der Deutschen gewonnen hat. Die Magyaren schätzt er eher als Fußballzwerge ein. „Doch auch Außenseiter haben eine Chance.“
Alexander Pongracz, dessen Eltern aus Ungarn stammen, der Vater kommt aus Zirc, einer Kleinstadt im Osten, die Mutter aus Veszpren, einer historischen Stadt nördlich des Plattensees, ist 1973 in der Kessler-Handorn-Klinik zur Welt gekommen, hat am Burggymnasium Abitur gemacht und an der Technischen Universität Kaiserslautern Raum- und Umweltplanung studiert.
Seit einem Jahr Integrationsbeauftragter der Stadt
Umso mehr hat ihn gefreut, als Stadtplaner in seiner Heimatstadt tätig sein zu dürfen. Im WM-Büro war er 2006 involviert, als Quartiersmanager hat er das erste Stadtteilbüro Innenstadt-West initiiert. In der Sozialplanung und in der Stabsstelle Asyl hat er sich eingebracht. Seit einem Jahr ist er als Integrationsbeauftragter der Stadt tätig. Die Zahl der Geflüchteten aus dem Krisengebiet im Nahen Osten sei rückläufig, verweist er auf noch etwas über 300 Flüchtlinge, die in Kaiserslautern in Sammelunterkünften leben.
Was Flucht aus der Heimat bedeutet, kann Alexander Pongracz in etwa nachempfinden, wenn er an die Flucht seiner Eltern aus Ungarn denkt. Über Paris hat sein Vater Anfang der 60er Jahre als Orchestermusiker eine Anstellung beim Pfalztheater bekommen. Seine Mutter kam zwei Jahre später unter abenteuerlichen Umständen nach Kaiserslautern.
Gerne erinnert er sich, als sein Vater nach dem Freundschaftsspiel Deutschland gegen Ungarn 2004, das mit 0:2 endete, ein Treffen der Magyaren mit Lothar Matthäus und noch Lebenden der Fritz-Walter-Elf auf dem Betzenberg arrangiert hat. Das Bild, das Alexander Pongracz von Ungarn im Kopf hat – Landschaft, Geselligkeit, Essen und Trinken und Budapest –, könne ihm auch kein Viktor Orbán kaputtmachen. „Ich freue mich auf meinen Urlaub am Plattensee.“