Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Abschiedskonzert und CD-Release-Party der Band Karma am Freitagabend in der Kammgarn

Mit Deutschrock bekannt geworden: Die Kaiserslauterer Band Karma stellt am Freitagabend bei einem Abschiedskonzert ihre neue CD
Mit Deutschrock bekannt geworden: Die Kaiserslauterer Band Karma stellt am Freitagabend bei einem Abschiedskonzert ihre neue CD »Hier & jetzt« vor.

Vieles im Leben hat eine gute und eine weniger angenehme Seite. Das gilt auch für eine Rockband. Das Kaiserslauterer Quartett Karma zeigt das gerade in diesen Tagen. Die schlechte Nachricht zuerst: Die Band löst sich nach acht Jahren auf. Die gute: Sie lässt es noch mal so richtig krachen und liefert zum Abschied eine gelungene zweite und damit freilich letzte CD ab. Am Freitagabend kommt im gekoppelten Abschieds- und CD-Release-Konzert im Cotton Club der Kammgarn beides zusammen.

Wie kommt es zu dem Aus? Die 2012 gegründete, mit ihren Wurzeln sogar weit in die 1980er Jahre zurückreichende Deutschrock-Band hatte doch einiges zu bieten. Die starke erste CD „Lebe deinen Traum“ im Jahr 2014, ein zur selben Zeit professionell produziertes Video mit eben diesem Titelsong, dazu begeisternde, wenn auch rein zahlenmäßig nicht allzu viele Konzerte auch außerhalb der Stadt. Karma hatte seinen Platz in der regionalen Musikszene.

Die Probleme, die jetzt zum Ende der Band führen, teilt Karma mit etlichen Gruppen ähnlicher Art. So gebe es, wie Bandgründer und Schlagzeuger Raik Schneider erklärt, mittlerweile kaum noch Auftrittsmöglichkeiten für Bands mit eigenen Songs. Von Ausnahmen abgesehen, würden Veranstalter heute oft eher publikumswirksame Coverbands engagieren, von denen es denn auch immer mehr gebe.

Zu viel Aufwand, zu hohe Kosten

Man müsste, um die Band bekannter zu machen, ganz andere Wege gehen, so Schneider weiter, etwa ausgedehnt und ohne Gage durch die Lande reisen oder intensiv neue Kanäle wie YouTube nutzen. Das wäre nur mit großem zeitlichen und finanziellen Aufwand zu machen und daher in ihrem Alter – die Musiker sind alle um die 50 Jahre alt – mit all den entsprechenden familiären und hauptberuflichen Verpflichtungen nicht zu leisten.

Wenig Resonanz, auch bei einem gewandelten Publikum, und ebensolche Einnahmen, dem entgegenstehend nicht zuletzt auch hohe bisherige Kosten, etwa für das Bühnenequipment und die CD-Produktionen, und das alles in einem Lebensabschnitt, der andere Prioritäten als das Ankämpfen gegen widrige Umstände dieser Art verlangt. Grund genug, einen Schlussstrich zu ziehen, auch wenn die Karma-Fans das bedauern.

Bandbesetzung mit erfahrenen, hochkarätigen Mitgliedern

Und freilich auch die Karma-Musiker selbst. Was aber soll man langfristig auch machen, „wenn man kaum live spielt und die CDs keiner kauft?“, stellte sich die Band die Frage, auf die die Auflösung als Antwort gegeben wurde. „Wir tun das ohne Groll“, ergänzt Raik Schneider, „nehmen aber zur Kenntnis, dass wir in unserem Alter und mit unserem Konzept irgendwie nicht mehr in die Zeit passen.“

Was bleibt, ist die Musik. Und die war und ist schlichtweg gut. Schließlich waren schon in der Urbesetzung die hochkarätigen Musiker Wolfgang Michael Sing und Markus Otto an den Gitarren dabei. Und mit Mike Meyer (Gitarre/Gesang), Markus Pfeffer (Gitarre), Markus Dillenkofer (Bass/Gesang) und Raik Schneider (Schlagzeug) war die Band zuletzt erst recht mit erfahrenen Musikern, Komponisten und Textern besetzt.

Karma am Freitagabend zum letzten Mal auf der Bühne

Gemeinsam erarbeiteten Sie über viele Jahre hinweg eine solide Mischung aus klassischem Rock und modernem Pop mit anspruchsvollen, deutschen Texten. Die aktuelle Karma-CD „Hier & jetzt“ ist ein weiterer klingender Beweis dafür. Am Freitagabend wird man sich im Cotton Club der Kammgarn ein allerletztes Mal live von diesen Qualitäten der Band überzeugen können.

Info

Abschiedskonzert der Band Karma und CD-Release-Party am Freitag, 6. März, 20 Uhr im Cotton Club der Kammgarn.

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