Kaiserslautern 424 Schülerinnen und Schüler haben in diesem Jahr an Kaiserslauterer Schulen ihr Abi gemacht

 Ihren Abiball feierten die 39 Abiturientinnen und Abiturienten der IGS Bertha von Suttner in der Aula der Schule.
Ihren Abiball feierten die 39 Abiturientinnen und Abiturienten der IGS Bertha von Suttner in der Aula der Schule.

An den Kaiserslauterer Gymnasien und der IGS Bertha von Suttner haben vor den Osterferien 424 Abiturienten ihre Reifezeugnisse erhalten. Das sind 42 weniger als im Vorjahr.

248 junge Frauen und 176 junge Männer haben nun ihr Abitur in der Tasche. In festlichem Rahmen feierten sie mit Eltern und Lehrern in den schuleigenen Aulen oder in lokalen Veranstaltungsräumen.

Das Albert-Schweitzer-Gymnasium entließ seine Abiturienten in der Fruchthalle. Mit „ABIprofen – der Schmerz hat ein Ende“ war die Feier überschrieben. Entsprechend dem Motto wurde das Schulhaus zuvor in eine Art Hospital verwandelt. „Genau das braucht unsere Gesellschaft für die Zukunft“, sagte der stellvertretende Schulleiter Peter Leister mit Blick auf die gut ausgebildeten, freundlichen, jungen Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich um Mitmenschen kümmern. „Geht mit dem Albert-Schweitzer-Spirit hinaus in die Welt und verbreitet ihn dort, wo ihr auf Menschen trefft. Probleme gibt es genug. Ihr könnt ab jetzt alle an- und zupacken.“ Schmerzmittel wie „ABIprofen“ hätten die Abiturienten nicht nötig. Leister empfahl, den Schmerz mit den am ASG erlernten Techniken und Tugenden zu besiegen. „Wir vom ASG empfehlen: Educatol forte von ASG – Hergestellt aus frischen Kräutern unseres Schulgartens. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre ASG-Lehrerinnen und -Lehrer.“ Die besten Abiturienten: Miriam Rüth, Klaeger Sander und Nasim Bejaoui. Absolventen: 59 (38 weiblich, 21 männlich).

Nicht immer ganz auf der Spur

Die Abiturfeier des Burggymnasiums fand in der Mensa der Hochschule Kaiserslautern statt. Das Motto: „Ferrabi – 13 Jahre neben der Spur“. Das Motto habe schon eine gewisse Ehrlichkeit, meinten die Lehrer Judith Meyer und Daniel Jonietz. Denn ganz auf der Spur seien nicht immer alle gewesen. Doch das habe die Stufe so sympathisch und besonders gemacht. Für manche sei die Schulzeit eher eine Serpentinenfahrt gewesen. Manch einer sei mit gezogener Handbremse um die Kurve geschlichen und habe gelegentlich Starthilfe gebraucht, um in Fahrt zu kommen. Andere seien auf der Strecke geblieben. Manche hätten jede Stunde einen Fehlstart hingelegt und seien auch zu den Abiturprüfungen mit quietschenden Reifen erschienen. Nicht vergessen sollten die Abiturienten Enzo Ferraris Worte: „Leidenschaft ist der Motor, der die Welt bewegt.“ Die besten Abiturienten: Daniel Schröder, Yasmin Sakalla und Bethi Hauck. Absolventen: 39 (21 weiblich / 18 männlich).

Als Ort für ihre Abschlussfeier wählten die Abiturientinnen des St.-Franziskus-Gymnasiums die Apostelkirche. Ihr Motto „ABIelle – Flucht aus Ursulas Höhle“ bezog sich auf den Film „Arielle, die Meerjungfrau“ und auf die Schulleiterin Ursula Vollrath. In herausfordernden Zeiten mit Corona, als Schule im bis dahin unberührten Ozean namens „Big Blue Button“ stattfand, habe die Höhle Geborgenheit, Schutz und Gemeinschaft geboten, sagten die Lehrer Anika Zoermer und Benjamin Fuchs. Im Gegensatz zu Meerjungfrau Arielle müssten die Schülerinnen ihre Stimme nicht eintauschen. „Frauen in aller Welt wurden in den vergangenen achteinhalb Jahren laut“, erinnerten sie an die Me-Too-Bewegung, die weltweit auf die Selbstbestimmung von Frauen aufmerksam gemacht habe. Auch im Jahr 2026 würden die Stimmen für Gleichberechtigung von Frauen nicht leiser. Seid weiter laut, kämpft für eure Rechte und Überzeugungen. „Traut euch, auszusprechen, was gesagt werden muss.“ Unter 48 Abiturientinnen hatten Anne Deegen, Ariane Huf und Arsinoe Pappert die besten Noten.

„Kritisch, wachsam und mutig sein“

In der Fruchthalle feierten die Abiturienten des Heinrich-Heine-Gymnasiums zusammen mit Eltern und Lehrern ihren erfolgreichen Abschluss. „Abios Amigos“ lautete ihr Motto. Mit Blick auf die Wahlen in Rheinland-Pfalz erinnerte Schulleiterin Eva Wenzel-Staudt an Heinrich Heine, den Namensgeber der Schule. Als kritischer Geist habe dieser die politischen und gesellschaftlichen Probleme seiner Zeit benannt. Ihr Appell an die Absolventen: „Ebenfalls kritisch, wachsam und mutig sein.“ Freiheit und Demokratie seien keine Selbstverständlichkeit. Wo Grundrechte, Solidarität und verbriefte Menschenrechte in Frage gestellt werden, gelte es, seine Stimme zu erheben, so Wenzel-Staudt. Studienrat Florian Düx erinnerte an das Surfcamp in Kalifornien und die dort gemachten Erfahrungen. „Der Erfolg war nicht der Surfschein, sondern dass ihr verstanden habt, wozu ihr fähig seid.“ Die besten Abiturienten: Jaron Wendel, Gereon Hansen und Fritz Hui Grimm. Absolventen: 69 (29 weiblich / 40 männlich).

Für ihre Verabschiedung wählten die Abiturienten des Hohenstaufen-Gymnasiums die Veranstaltungshalle der Gartenschau. Ihr Abi-Motto: „Ab in den Süden – nach 13 Jahren ferienreif!“ Schulleiter Roland Frölich erinnerte daran, dass die scheinbar endlos dauernden Ferien dennoch ein Ende finden: „Dann wird die Verantwortung für euer Tun bei euch selbst liegen. Auch werdet ihr dafür Verantwortung tragen, wie und in welcher Gesellschaft ihr leben wollt und werdet.“ Das Grundgesetz, in dem die Würde des Menschen festgeschrieben steht, sei dazu ein guter Kompass. Die Würde eines Menschen zu achten, bedeute Verantwortung zu übernehmen. „Verantwortung für den anderen, für die Gemeinschaft und für die Welt, in der wir leben. Ihr habt es selbst in der Hand, wie wir zusammenleben, wie unsere Welt aussehen wird. Euer Handeln wird immer ein Spiegel eurer Werte sein“, so Frölich. Die besten Abiturienten: Anna Maria Rummler, Sudem Sare Basel und Anne Mader. Absolventen: 86 (48 weiblich / 38 männlich).

Verantwortung übernehmen

Das Gymnasium am Rittersberg verabschiedete seine Abiturienten mit einer Feier in der Fruchthalle. Im inoffiziellen Teil gab es eine Diashow, einen Videofilm, Spiele, Musik von der Schülerband und viel gute Stimmung. „Abiversal – 13 Jahre im falschen Film“, ist das Motto der Abiturienten. Für die Abiturrede von Lehrer Moritz Mees lieferte das Motto des Jahrgangs eine Steilvorlage. Er skizzierte die vergangenen Schuljahre als eine Abfolge prägender Erfahrungen: von alltäglichen Unterrichtssituationen über besondere Ereignisse wie Klassenfahrten bis hin zu den Herausforderungen der Corona-Pandemie. „Viele Situationen, die sich zunächst wie ein falscher Film anfühlen, gehören letztlich zur eigenen Entwicklung dazu“, sagte Mees. Ab jetzt gelte es, zunehmend Verantwortung für den eigenen Lebensweg zu übernehmen, verwies er auf neue Freiheiten und damit verbundene Anforderungen. Dabei seien die jungen Leute weiterhin auf die Unterstützung durch Eltern und Umfeld angewiesen. „Rückblickend bekommen viele Erfahrungen erst ihre eigentliche Bedeutung“, meinte Mees. Die Jahrgangsbesten: Björn Altenbernd, Marei Wenzel und Ariana Smith. Absolventen: 84 (47 weiblich / 37 männlich).

Für die Abiturienten der IGS Bertha von Suttner lag es nahe, ihr Abitur in der Aula der Schule im südlichen Stadtwald zu feiern. Ihr Motto: „Die Götter verlassen den Olymp“. Die Abiturienten hatten jeden Morgen ihre Schule über zahlreiche Treppenstufen erklimmen müssen – ähnlich eines Aufstiegs auf den Olymp –, knüpfte Schulleiterin Sandra Bankowsky an das Motto der Abiturienten an. Mit dem alten Griechenland assoziierte sie den Ursprung von Bildung und Demokratie. Ohne Freiheit sei Demokratie nicht möglich. Weiter nahm sie Bezug zu Sorgen junger Erwachsener und thematisierte Klimawandel, Krieg, Inflation und soziale Spaltung. Ihr Appell: „Erhaltet euch trotz allem euren Optimismus. Passt auf euch und auf unsere Gesellschaft auf, dass sie nicht durch extreme Kräfte auseinandergetrieben wird.“ Ohne Freiheit sei Demokratie nicht möglich, ohne demokratische Strukturen Freiheit kaum denkbar, so die Schulleiterin. Die besten Ergebnisse erzielten Luna Cambeis, Glen Kuburja und Paul Koch. Absolventen: 39 (17 weiblich / 22 männlich).

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