Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel 2021 keine alten Eichen gefällt

In dem Eichenwald, der vor über 300 Jahren angelegt wurde, sind noch viele Bäume gesund.
In dem Eichenwald, der vor über 300 Jahren angelegt wurde, sind noch viele Bäume gesund.

Der Borkenkäfer setzt auch den Kranzeichen im Osten der Stadt zu. Deshalb stehen die wertvollen Baumriesen unter ständiger Beobachtung. Zumindest für das Jahr 2021 gibt Förster Jens Heinz Entwarnung. Zum Aufatmen aber ist es definitiv zu früh.

„Es ist ein Käferbefall da, aber der ist nicht so schlimm, dass wir Eichen entnehmen mussten“, sagte der zuständige Leiter der Forstabteilung bei der Stadtverwaltung, Jens Heinz, in der Sitzung des Umweltausschusses. Zudem habe sich der Bestand gut verjüngt, „damit können wir die kommenden Jahre gut arbeiten“. Heinz betonte, wenn man an der Stelle auch in Zukunft Eichenwald haben wolle, müsse man die Eichen fördern und andere Baumarten immer wieder herausnehmen, beispielsweise Buchen, die Schatten werfen.

Der Forstmann erläuterte, die etwa 1000 Kranzeichen könnten sehr alt werden. Stattliche Bäume seien bis zu 35 Meter hoch. Aber wenn die Wurzel faul sei, helfe alles nichts, dann müssten die alten Eichen gefällt werden. Im Biotopschutzwald Kranzeichen im südlichen Stadtwald ist nichts dem Zufall überlassen. Als das Areal im Jahr 2007 als erste Waldfläche in Rheinland-Pfalz zum Biotopschutzwald erklärt wurde, hieß es klipp und klar: Ziel sei die „nachhaltige Bewahrung und Entwicklung eines Eichenwaldes mit hohem Totholzanteil und

standortheimischen Mischbaumarten“.

Neubefall an fünf Eichen

Bei einer Begehung, auch mit Vertretern von Landesforsten, war im April ein Neubefall an fünf Eichen mit Prachtkäfern festgestellt worden. Wenn sich das Laub früh gelblich verfärbt, ist das meist ein Indiz dafür, dass sich Larven in der Rinde abgesetzt haben. Insgesamt sollen 200 Eichen betroffen sein. Der Zustand von insgesamt 23 Eichen wurde im Frühling 2021 als kritisch eingestuft. Diese Eichen wurden im September noch einmal intensiv begutachtet, gefällt werden musste am Ende aber kein Baum. In den Vorjahren war das oftmals anders. Zwischen 2013 und 2017 waren 77 Eichen entnommen worden. Nach Angaben der Stadtverwaltung hat sich durch die trockenen Sommer 2018/2019 und die fehlenden Niederschläge im Jahr 2020 der Zustand einzelner Eichen im Bestand verschlechtert. Eine leichte Verbesserung sei aufgrund des feuchten Frühjahrs und Sommers 2021 zu erkennen, insbesondere bei den Eichenverjüngungsflächen.

Hinter der Eisenbahnunterführung

Zu den Kranzeichen gelangen Spaziergänger, wenn sie von der Gaststätte Quack an der Entersweilerstraße durch die Eisenbahnunterführung gehen und halb links immer bergauf laufen.

Bei der Diskussion um den Waldbestand mahnte CDU-Ratsmitglied Ursula Düll an, dringend Vorkehrungen für Waldbrände zu treffen, wenn die Sommer in den nächsten Jahren immer heißer werden.

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