Kaiserslautern 10.000 Euro verpulvert
Schnee, Schnee und nochmal Schnee: Nach drei Jahren gab es am Dienstag erstmals wieder einen richtigen Wintereinbruch. Und die Stadt hatte richtig was zu tun. Seit 2.30 Uhr waren die Streuwagen unterwegs, dabei wurde Streugut im Wert von 10.000 Euro verpulvert.
Der erste größere Schnee war zugleich die Nagelprobe für den Eigenbetrieb Stadtbildpflege, in dem seit Jahresbeginn der ASK sowie die operativen Einheiten des Referats Tiefbau und des Grünflächenamtes zusammengefasst sind. Der Winterdienst liegt somit nun beim Eigenbetrieb Stadtbildpflege, er war nach den Worten von Werkleiter Rainer Grüner gestern mit großem Aufgebot im Einsatz. Beim „ersten richtigen Schneetag seit drei Jahren“ waren fünf Fahrzeuge mit Streugut auf den Straßen, los ging es um 2.30 Uhr, so Grüner. Ab 5 Uhr seien dann rund 100 Mitarbeiter und 15 kleinere Fahrzeuge unterwegs gewesen. Sie brachten große Mengen von Streugut auf Straßen und Bürgersteige. Etwa 25 Tonnen Flüssigsalz und 80 Tonnen Streusalz wurden allein bis zum Mittag verbraucht. „Nachdem wir drei Jahre wenig streuen mussten, haben wir gestern Salz im Wert von 10.000 Euro verbraucht“, erklärte Grüner. Der Winterdienst konnte dabei auf Salz zurückgreifen, das schon lange in den Silos liegt – und teilweise verklumpt ist, wie Grüner ausführte. Auch frisches Salz sei geliefert worden, zudem seien neue Bestellungen aufgegeben worden, um Vorsorge zu treffen. Es werde aber vorläufig vermutlich nicht gebraucht, denn am heutigen Mittwoch solle schon alles vorbei sein, wenn man dem Wetterdienst glaube, sagte Grüner. Der Winterdienst war gestern naturgemäß an den Steilstrecken verstärkt im Einsatz, in Dansenberg, Erzhütten, Erlenbach und Morlautern, dabei habe es phasenweise Probleme mit Autos und Bussen gegeben, die nicht hochkamen. Alles in allem sei aber alles gut gelaufen, auch die Streukisten, aus denen Bürger Streugut holen können, seien aufgefüllt worden, so Grüner. Die Bürger sind nach seinen Worten bei Wintereinbruch ebenfalls in der Pflicht, von 7 bis 20 Uhr bestehe in Nebenstraßen Streupflicht bis zur Straßenmitte. Die Müllabfuhr hatte laut Grüner keine großen Probleme – dank guter Winterreifen. In diesem Jahr seien die Müllfahrzeuge erstmalig sowohl auf den Lenk- als auch auf den Antriebsachsen mit Winterreifen ausgerüstet. In den vergangenen Jahren seien entweder Ganzjahresreifen oder Winterbereifung nur auf der Antriebsachse gefahren worden. Manche Straßen konnten dennoch nicht angefahren werden. Nach den Worten der stellvertretenden Werkleiterin Andrea Buchloh-Adler kommt hinzu, dass Deckel von Abfallbehältern zugefroren oder der Abfall im Behälter angefroren war. Betroffene Bürger hätten die Möglichkeit, bei ausgefallenen Touren bei der nächsten Leerung gut verschlossene Säcke bereitzustellen. Bei den Verkehrsbetrieben der Stadtwerke war gestern auch ordentlich was los. Der stellvertretende Leiter Clemens Strey verbrachte den ganzen Vormittag in der Leitstelle, weil es ordentlich was zu tun gab. Trotz einiger Probleme bilanzierte Strey: „Es lief angesichts der Witterung recht gut, wir hatten keine Ausfälle.“ Im Gegensatz zum Landkreis, wo Busse nicht mehr gefahren seien. Die Stadtbusse seien alle gefahren, nur selten habe es größere Verspätungen über zehn Minuten gegeben. Probleme gab es laut Strey an Steilstrecken, vor allem auf der Linie 108 nach Erzhütten und der Linie 112 nach Erlenbach. Nach Erzhütten seien ab der Kläranlage Busse nicht hochgekommen. Auch auf dem Bännjerrück sei die Stresemannstraße nicht befahrbar gewesen, die Busse seien über die Hohenecker Straße hoch zur Merseburger Straße gefahren, hätten einige Haltestellen nicht bedienen können. Das alles sei in der Früh zwischen 7 und 9 Uhr passiert, danach habe sich die Lage entspannt. Zur Sicherheit hätten alle Busfahrer Streusalz an Bord gehabt, um sich selbst helfen zu können. |dür
