Kaiserslautern „Überraschend positive“ Erfahrungen

Aus Unna nach Kaiserslautern: Schauspieler Nicolas Handwerker.
Aus Unna nach Kaiserslautern: Schauspieler Nicolas Handwerker.

Es ist wieder soweit. Die Spielzeitsaison 2018/2019 steht bevor und eine gern gelesene Artikelreihe nimmt ihren Anfang: Neu am Pfalztheater. Diesmal mit der Besonderheit, das allein im Schauspielensemble acht neue Kollegen am Lauterer Haus beginnen. Einer von ihnen heißt Nicolas Handwerker.

„Wir fangen zusammen an und steigen zusammen auf.“ Als Fußballliebhaber Nicolas Handwerker voller Inbrunst sich und dem 1. FC Kaiserslautern in ein und derselben Stadt das allerbeste erhoffte, wusste er noch nicht, mit wie viel Kampfgeist die Roten Teufel den Weg zurück in die Zweite Fußball-Bundesliga angehen werden. Er wusste nur, dass er am Ende der letzten Saison „schwer zugunsten der Lauterer gefiebert“ hatte. Handwerker steht zu diesem Zeitpunkt gerade in den Startlöchern. Das Ziel seines Weges heißt „Nibelungen“, die erste Premiere nach der Spielpause auf der Bühne im Großen Haus. Dabei schlüpft er in die Rolle des Giselher, des jüngsten Bruders der Burgunderprinzessin Kriemhild am Hof in Worms. Der Schauspieler übernimmt einen Menschenschlag, der „verlässlich ist, für etwas brennt, Lust auf Leben hat, jedoch in jenem feudalen System regelrecht impliziert ist“. Feudal wäre fehl am Platz bezüglich seines eigenen Werdegangs. Klassisch passt da zutreffender, denn der heute 26-Jährige begann und entdeckte auf immer das Theater zu Schulzeiten in seiner Geburtsstadt Unna. Übrigens die Erfolge bezeichnet er mit „ein relativ großes lokales Ereignis, jedes Mal ausverkauft.“ Er erinnert sich gut an dieses „tolle Ensemblegefühl“ und ist sich sicher: „So egoistisch jeder Schauspieler die Bühne dominieren will und soll, so erfüllt sich das Erleben erst so richtig im Team.“ Hinzu kam das mediale Interesse, der rundum Zuspruch und die Berufsentscheidung für das Theater. Mit der Distanz des Studiums in Köln und Leipzig mit kontinuierlicher Schauspielpraxis schmunzelt Handwerker über seinen „Minikosmos“ jener Jahre. Dass er danach ohne lokalen Applaus und Studentenstatus auskommt, sei gar nicht so einfach gewesen. Umso begeisterter spricht er über das Vorsprechen am Pfalztheater, über jene ersten, „überraschend positiven“ Erfahrungen nach Neuss, Berlin und München sowie „lockeren und lustigen“ Begegnungen. Seinem Publikum dagegen wird er als Giselher am 15. September im Trauerspiel „Nibelungen“ gegenüberstehen.

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