Kaiserslautern Überall fröhliche Gesichter
Apostolos Tzounis steht hinter der Theke seines Bierstandes am Martinsplatz und strahlt. Drei Stände hat der Betreiber des abgebrannten Hannen-Fasses zusammen mit seinem Bruder Theodos aufgestellt. „Zum Glück ist der Abriss des Hauses rechtzeitig fertig geworden, sonst könnten wir hier nicht stehen.“ Es hätte Probleme mit dem Altstadtfest gegeben. „Jetzt ist alles gut“, blickt er hoffnungsfroh in die Zukunft. „Und Deutschland muss gewinnen“, verweist er auf die Bildschirme, die er in jedem seiner Stände installiert hat.
Kaum hat gestern das Altstadtfest begonnen, zieht es aus allen Richtungen Besucher auf die Festmeile. Die ist gegen 18 Uhr noch überschaubar. Füllt sich aber zusehends. Unterwegs auch ein Fernsehteam des Südwestfernsehens, das die Kamera auf den Wirt des Hannen-Fasses gerichtet hat und am Montagabend in der Landesschau vom Altstadtfest berichten wird. Auf der Bühne am Martinsplatz stehen die sieben Musiker von „Fad Out“ mit ihren Instrumenten bereit. Für Matthias Nowak und seine Band aus Lauterecken ist der Auftritt auf dem Altstadtfest eine Premiere. Froh und glücklich wieder Getränke verkaufen zu können, ist auch Güfidan Gök, die Inhaberin der „Cohibar“. „Nach dem Brand des Hannen-Fasses konnten wir nicht mehr aufmachen.“ So wie Carmen und Markus Kreischer, die es sich an einem Bistrotisch mit kühlen Getränken gemütlich machen, wird es allen Besuchern des Altstadtfestes gehen. „Spaß haben, Musik hören und Leute treffen“, hat das Ehepaar vor den Martinsbrunnen geführt. Und aushalten kann man es dort. Vom blauen Himmel strahlt die Abendsonne und setzt die weißen Schwäne rund um den leeren Brunnen ins rechte Licht. Während an vielen Ständen noch einzelne Handgriffe gemacht werden müssen, läuten die Glocken der Martinskirche den Abend ein. In der Klostergasse entlang der Martinskirche lässt sich Julia Dankert eine Kartoffel-Pakora mit frittiertem indischen Gewürzteig schmecken. „Vegan und glutenfrei!“ Vorbei führt der Weg an Käse, mittelalterlicher Confisérie und frischen Auslagen einer Feldbeckerey. Während sich die Gassen der Altstadt füllen, im Großen Saal des Edith-Stein-Hauses die Abifeier des Technischen Gymnasiums der Berufsbildenden Schule I über die Bühne geht, gibt Eva Estornell-Borrull, die Leiterin des Informations- und Beratungszentrums der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz, am Stand in der Salzstraße die ersten Gewinne der Tombola zugunsten des Fördervereins „Mama/Papa haben Krebs“ aus. Bei sommerlich milder Abendsonne und bayerischem Himmel herrscht auf dem Stockhausplatz Gute-Laune-Stimmung. Wo man hinschaut, nur fröhliche Gesichter. Froh, dass es sich vorerst ausgeregnet hat, sehen die Menschen dem bunten Treiben in der Altstadt entgegen. In Bestlaune auch Ugo, der Sizilianer aus Palermo, der an seinem Stand in der Unionsstraße „Arcancina di Riso Siciliana“, gefüllte Reisbällchen, frittiert. Sein Tipp für die Begegnung zwischen Italien und Deutschland heute, Samstag: „2:1 für Italien.“ Kurz nach 19 Uhr, eben sind auf der Bühne von Antenne Kaiserslautern die letzten Takte von „Born to be wild“ verklungen, wendet sich Oberbürgermeister Klaus Weichel an die Besucher, die bereits dicht gedrängt den Martinsplatz frequentieren. „Das Altstadtfest war noch nie so spannend wie dieses Jahr“, sagt Weichel und verweist auf das abgebrannte Hannen-Fass und den Abriss des Gebäudes, der in letzter Sekunde das Altstadtfest ermöglicht hat. „Ohne den Druck von Alexander Heß, dem Leiter des Projektbüros für städtische Veranstaltungen, wäre das nicht möglich gewesen“, macht er ihm ein Kompliment. Eine Kunstmeile und eine italienische Meile bereicherten das 40. Altstadtfest. 50 Bands und 180 Stände sorgten für Unterhaltung und Abwechslung, macht Weichel Geschmack auf das Fest: „Eine tolle Sache. Ich wünsche allen Besuchern viel Spaß. Amüsieren Sie sich.“ |jsw