Kaiserslautern Ärztlicher Direktor des Westpfalz-Klinikums für Impfpflicht
„Wir kommen an unsere Grenzen“, sagt der Ärztliche Direktor des Westpfalz-Klinikums, Christian Mönch, zur Corona-Lage in dem Krankenhaus. Er fordert entschiedene Maßnahmen von der Politik und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit einer Impfpflicht.
In Kaiserslautern werden derzeit – Stand Donnerstagvormittag – 23 Corona-Patienten auf den Isolierstationen behandelt, fünf Corona-Patienten auf der Intensivstation, davon werden zwei beatmet. „Die Lage bei uns im Westpfalz-Klinikum ist an allen Standorten vergleichbar besorgniserregend, wie die Lage in der gesamten Bundesrepublik“, sagt Mönch. Die vierte Welle sei ungebrochen und nach wie vor im exponentiellen Wachstum. Das schlägt sich in den Belegungszahlen an Corona-Patienten des Westpfalz-Klinikums nieder. Mönch: „Wir sind weiterhin versorgungsbereit, aber kommen langsam auch an unsere Grenzen.“
Laut Mönch haben bereits viele Mediziner im gesamten Land bestimmte Erwartungen an die Politik formuliert: „Diesen Forderungen schließe ich mich uneingeschränkt an.“ Die Politik müsse diese Forderungen allerdings schnell und mit höchstmöglicher Geschwindigkeit deutschlandweit umsetzen – und zwar „unabhängig von parteipolitischen und taktischen Überlegungen“. Mönch nennt konkret: „Aus meiner Sicht werden wir um einen Lockdown – in welcher Form auch immer – nicht mehr herumkommen. Auch die Impfpflicht muss nun ernsthaft diskutiert und vorangebracht werden.“
Besuchsstopp in Rockenhausen, 3G an anderen Standorten
Am Standort Kusel wird momentan kein Corona-Patient auf der Isolierstation behandelt, allerdings werden zwei Corona-Patienten auf der Intensivstation invasiv beatmet. In Kirchheimbolanden ist ein Corona-Patient auf der Isolierstation, am Standort Rockenhausen sind es elf. Dort wird ein Covid-Erkrankter auf der Intensivstation beatmet.
Während am Standort Rockenhausen ein genereller Besuchsstopp verhängt wurde, gilt in den anderen Häusern des Westpfalz-Klinikums nach wie vor die Regelung: ein Besucher pro Patient für eine Stunde am Tag unter Voraussetzung der 3G-Regelung. Das Tragen einer FFP2-Maske ist für Besucher Pflicht.
Als Hilfe für überlastete Kliniken in Bayern wird am Standort Kaiserslautern aktuell ein Covid-Patient aus Süddeutschland medizinisch versorgt.