Kottweiler-Schwanden RHEINPFALZ Plus Artikel Kottweiler-Schwanden: Ministerpräsidentin beteiligt sich an Willkommens-Aktion

Während der Verteilaktion der Willkommenstaschen gab es eine kleine Kaffee-Pause in der Küche des Amerikaners Robert Schwartz (v
Während der Verteilaktion der Willkommenstaschen gab es eine kleine Kaffee-Pause in der Küche des Amerikaners Robert Schwartz (von links): Robert Schwartz, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, John Constance von der Atlantischen Akademie, General Mark August von der Amerikanischen Militärgemeinde Kaiserslautern und Kottweiler-Schwandens Ortsbürgermeisterin Gabriele Schütz.

Ehrenamtliche Helfer hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Mittwoch in Kottweiler-Schwanden getroffen. Daneben beteiligte sie sich auch an der Verteilung von Willkommenstaschen an Amerikaner.

Auch wenn der Besuch angekündigt war: Tom Lemon reagiert dann doch überrascht, nachdem er auf das Klingeln seine Haustür öffnet. Haben sich doch neben der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Mittwoch um die Mittagszeit gut 15 Leute in seinem Vorgarten versammelt: Mitarbeiter der Mainzer Staatskanzlei, Ortsbürgermeisterin Gabriele Schütz (FWG) mit den Beigeordneten, Ehrenamtliche aus dem Ort, Vertreter der Atlantischen Akademie Rheinland Pfalz und der Amerikanischen Militärgemeinde, Sicherheits- und Presseleute. Kameras und Handys werden in die Höhe gereckt. „Hello, how are you? Nice to meet you“, sagt Dreyer und schüttelt dem US-Amerikaner die Hand.

Die Lemons, die erst seit einigen Monaten in der Reichenbacher Straße in Kottweiler-Schwanden wohnen, gehören zu den drei amerikanischen Familien, an die die Ministerpräsidentin heute Willkommenstaschen verteilt. Dreyer ist am Mittwoch gerade auf ihrer vierten Etappe ihrer „Im-Land-daheim“-Tour in Stadt und Landkreis Kaiserslautern unterwegs, um sich über ehrenamtliche Projekte zu informieren. Eine davon ist die Verteilaktion, die innerhalb des Landesprogramms „Willkommen in Rheinland-Pfalz (WiR!)“ stattfindet.

Taschen enthalten nützliche Dinge

Die Taschen enthalten unter anderem eine zweisprachige Broschüre über die Gemeinde, eine Rolle gelbe Säcke, einen Einkaufswagenchip und eine Parkscheibe. Letzte seien wohl zwei Dinge, die es in den USA nicht gibt, meint Dreyer. Das kann John Constance, Programmkoordinator von WiR! bei der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz, bestätigen. Ziel sei es, den Amerikanern, die meistens bei den US-Streitkräften oder auf der Air Base Ramstein beschäftigt seien, das Einleben zu erleichtern. „Das geht aber nicht ohne die Ehrenamtlichen hier vor Ort. Sie sind das Herz der Gemeinschaft“, sagt Constance.

Wie vielfältig das Engagement in Kottweiler-Schwanden ist, davon kann sich die Ministerpräsidentin schon zu Beginn ihrer Besuchstour in der Sulzbachhalle überzeugen. Dort präsentieren sich 14 Vereine und Interessengruppen an Stellwänden. Links und rechts vom Basketballkorb hängen die amerikanische und die deutsche Nationalfahne. Stehtische mit Broschüren und bunten Primelchen stehen bereit. Seit Montagabend haben dort die Ehrenamtlichen für den Besuch von Malu Dreyer geschafft, berichtet Ortsbürgermeisterin Schütz.

Gemeinsame Koch- und Zumba-Kurse

Um die amerikanischen Bürger in die Dorfgemeinschaft einzubeziehen, werde bereits einiges getan, sagt Schütz. Dies zu erreichen, sei ohne die Unterstützung des Landes aber nicht möglich gewesen. Schütz stellt der Ministerin auch einige der „guten Geister“ vor: Emmi Löhr bringt mit ihren Kochkursen, die sie regelmäßig für Deutsche und Amerikaner anbietet, die zwei Nationen in Kontakt. Günter Urschel hat bei der zweisprachigen Broschüre mitgeholfen. Beigeordneter Carsten Göttel übersetzt die wichtigsten Texte auf der Homepage der Gemeinde ins Englische. „Sie haben Spaß!“, sagt Sabrina Gerber über die Frauen, die zu ihr in die deutsch-amerikanische Zumba-Gruppe in die Sulzbachhalle kommen. Durch den Sport, aber auch durch Feste und Aktionen kämen sie gut miteinander in Kontakt. Die Nöte von amerikanischen Familien, die neu in Deutschland sind, kann Tina Kemp gut nachvollziehen. Sie ist mit einem Zivilamerikaner verheiratet und hilft immer wieder als Übersetzerin aus, zum Beispiel beim Elternabend im Kindergarten.

„Hier ist es schön ruhig und die Menschen sind freundlich“

„Beim Kinderfasching der Kirche haben viele amerikanische Familien mitgemacht“, informiert Kemp die Ministerin auf der Tour durch den Ort. Dreyer hat inzwischen bei Jeroen de Jongh in der Turmstraße geklingelt. Der Amerikaner erzählt, dass er vor fünf Monaten mit seiner Frau, die auf der Air Base arbeitet, aus Washington DC hierher gezogen ist. „Hier ist es schön ruhig, es gibt wenig Verkehr und die Menschen sind sehr freundlich“, lobt er sein neues Zuhause.

Extra Kaffee gekocht für die Ministerin hat Robert Schwartz, der gegenüber wohnt und erst vor wenigen Tagen eingezogen ist. Da es im Haus noch kaum Möbel und viel Platz gibt, bittet er gleich die ganze Gruppe herein. „Die Verteilaktion ist eine hervorragende Gelegenheit, erste Kontakte zu knüpfen und das deutsch-amerikanische Dorfleben zu stärken“, sagt Dreyer. Bevor es für sie weiter nach Mackenbach geht, um sich über Bürgerbus-Initiativen im Landkreis zu informieren und das Westpfälzer Musikantenmuseum zu besuchen, macht sie aber erst mal eine Kaffee-Pause in Robert Schwartz’ Küche.

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