Kaiserslautern Kaiserslautern: Drei Jahre lang Bauarbeiten an Autobahn
Die nächste Großbaustelle steht vor der Tür. Im kommenden Jahr wird die Autobahn-Anschlussstelle Einsiedlerhof ausgebaut. Das hat gestern Richard Lutz, Leiter des Landesbetriebs Mobilität, erklärt. Losgehen soll es mit Rodungsarbeiten bereits im Oktober.
„Wir haben Baurecht, das Planfeststellungsverfahren ist rechtskräftig“, erläuterte Richard Lutz gestern. Die Finanzierung für den Ausbau der Anschlussstelle an der A 6 steht, 9,4 Millionen Euro wird das Großprojekt verschlingen. Den Großteil der Kosten – 6,5 Millionen Euro – übernimmt der Bund, das Land engagiert sich mit drei Millionen Euro, der Rest bleibt an der Stadt hängen.
Anschlussstelle soll offen bleiben
Was an der Ecke auf dem Einsiedlerhof passiert, war vergangene Woche auch bei der RHEINPFALZ-Aktion „Redaktion vor Ort“ auf dem Einsiedlerhof Thema. Die Bürger in dem Stadtteil haben Angst vor Sperrungen und noch mehr Verkehr. Lutz wollte gestern nichts schönreden: Es werde zu Behinderungen kommen, die Arbeiten werden sich voraussichtlich über drei Jahre hinziehen, sollen aber abgeschlossen sein, bis das US-Medical-Center in Weilerbach eröffnet wird. Ziel sei es, die Anschlussstelle während der Bauarbeiten offen zu halten, so Lutz. Das müsse auch schon deshalb geschehen, weil der Baustellenverkehr für den Neubau des US-Medical-Centers darüber abgewickelt werden müsse. Lutz erläuterte gestern, gebaut werde ein Turbo-Kreisel mit fast durchweg zwei Spuren an der Nordseite der Autobahn in Richtung Air Base. Der alte Kreisel sei 20 Jahre alt. Dort sei der Fahrbahnbelag abgefahren. Der neue große Kreisel werde außerhalb des heutigen Verkehrsraums gebaut. Früher sei an der Stelle die alte Reichsautobahn verlaufen, später sei die heutige Autobahn dann nach Süden verlegt worden, was an der Stelle etwas Freiraum gebe. Dort müsse auch gerodet werden. „Alles ist zugewachsen.“
Zwei "Bypässe" für den neuen Kreisel
Ein zweiter kleinerer Kreisel wird vor der Brücke über die Autobahn aus Richtung Einsiedlerhof gebaut. „Wenn man vom Gewerbegebiet kommt und auf die Autobahn auffahren will, haben wir heute nicht einmal eine Linksabbiegespur“, betonte Lutz. Durch den neuen Kreisel und zwei „Bypässe“, also zwei Fahrspuren, die rechts am Kreisel vorbeiführen, würden sich die Verkehrssituation, die Leistungsfähigkeit auf der Strecke und damit auch die Verkehrssicherheit deutlich verbessern und erhöhen. Die Vorplanungen beschrieb Lutz als sehr aufwendig. Auch deshalb, weil die Baustelle in einem sogenannten FFH-Gebiet liegt. FFH-Gebiete sind spezielle europäische Schutzgebiete, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen sind und in denen der Landschafts- und Naturschutz eine herausgehobene Rolle spielen. An der Autobahnanschlussstelle beispielsweise müssen besondere Vorkehrungen getroffen werden, um den Wildkatzen-Bestand in der Gegend nicht zu gefährden. „Wir haben dort Unterführungen und Durchlässe geplant“, kündigte der LBM-Chef an.
Zu hohe Last für alte Brücke
Ein Großprojekt an der Ecke auf dem Einsiedlerhof ist auch der Brückenneubau. „Heute haben wir dort zwei Spuren, wir kriegen aber vier.“ An der Brücke beginnen die Arbeiten für die neue Anschlussstelle. Zunächst werde, ähnlich wie bei der Lautertalbrücke, eine neue zweispurige Brücke gebaut. Dann werde das alte Brückenbauwerk abgerissen und wieder gebaut. Die alte Brücke ist Lutz zufolge 60 Jahre alt und für die heutigen Verkehrslasten überhaupt nicht mehr ausgelegt. Wenn die Brücke abgerissen sei, gehe es im Norden mit dem Bau des Turbo-Kreisels weiter. Geplant sei auch, von der Von-Miller-Straße aus entlang der K 5, also über die Autobahnbrücke hinweg, einen Radweg anzulegen, der anschließend mit einem Radweg in Richtung Mackenbach verknüpft wird. Heute müssen sich die Zweiräder zwischen Autos zum Ziel quälen. „Bei dem ganzen Bauprojekt ist oberste Priorität, den Verkehr aufrecht erhalten zu können.“ Längere Vollsperrungen sollen vermieden werden. Das passiere höchstens mal an einem Wochenende, beispielsweise dann, wenn der Brückenabriss anstehe. Für die Bürger vom Einsiedlerhof könne auch die Opelstraße ein Stück weit als Alternativroute zumindest bis Kaiserslautern-West genutzt werden. Ziel von Lutz ist es, bis Ende 2019 mit den Bauarbeiten an der Anschlussstelle Kaiserslautern-West ganz fertig zu sein. Das bringe dann schon eine Entlastung und sei auch für das neue Projekt wichtig. „Bis dahin haben wir dann von Landstuhl bis Kaiserslautern-Centrum durchgehend sechs Spuren.“