Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslautern: Atlantische Akademie informiert über Amerika – spannendes US-Wahljahr erwartet

Sarah Wagner von der Atlantischen Akademie erwartet ein spannendes Wahljahr in den USA.
Sarah Wagner von der Atlantischen Akademie erwartet ein spannendes Wahljahr in den USA. Foto: VIEW

Das Interesse am US-Präsidenten und dem Wahlkampf in den USA ist hoch. Die Expertenmeinung der Mitarbeiter der Atlantischen Akademie ist schon jetzt im Januar stark gefragt. Mit Prognosen halten sie sich jedoch zurück.

Seit Donald Trump amerikanischer Präsident geworden ist, ist die Nachfrage an der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz enorm groß, schildert Bildungsreferentin Sarah Wagner. Im US-Wahljahr 2016 haben die Mitarbeiter 83 Veranstaltungen auf die Beine gestellt, durch die rund 4500 Menschen in Rheinland-Pfalz erreicht worden seien. Sie rechnet damit, dass das Interesse in diesem Wahljahr ähnlich hoch sein werde, auch wenn sich 2019 eine gewisse Trump-Müdigkeit gezeigt habe.

Netzwerk an Experten

Für das Wahljahr 2020 seien bereits etliche Veranstaltungen in ganz Rheinland-Pfalz geplant. Die vier festen Mitarbeiter der Atlantischen Akademie arbeiten hierzu mit mehreren Kooperationspartnern und Amerikaexperten zusammen. „Wir haben ein ganzes Netzwerk“, schildert Wagner.

Die Wahlparty am 3. November sei bereits fest eingeplant, einen Blick in die Glaskugel will Wagner allerdings nicht wagen. Nachdem sie beim letzten Mal fest davon überzeugt gewesen sei, dass Hillary Clinton die Wahl gewinne, verzichte sie dieses Mal auf eine Vorhersage.

Jugendliche besser erreichen

Ein Fokus der Akademie soll im aktuellen Jahr darauf liegen, Jugendliche zu erreichen. So werden bis Ende Januar die Angebote für Schulen überarbeitet. Die ersten Anfragen seien bereits da, meist gehe es darum, das amerikanische Wahlsystem zu erklären und einen Einblick in die amerikanische Politik zu geben. Im vergangenen Jahr habe es zum ersten Mal einen Workshop für deutsche und amerikanische Studenten gegeben, bei dem die Teilnehmer gemeinsam überlegt haben, wie die transatlantische Politik aussehen könnte. Dazu zählen beispielsweise das Verhältnis zu China und dem Iran.

Gerade in den Zeiten, in denen das deutsch-amerikanische Verhältnis schwierig sei, sei es wichtig, miteinander in Kontakt zu bleiben, betont Wagner. Ein guter Weg, um Jugendliche zu erreichen, sei Instagram. „Wir müssen dorthin, wo die Jugendlichen sind“, sagt die Bildungsreferentin. Es sei deutlich sichtbar, dass sich Jugendliche mit Fragen eher über Instagram, Twitter und Facebook meldeten, als via E-Mail.

Gewöhnungseffekt verhindern

Eine der Herausforderungen für die Amerikaberichterstattung im vierten Amtsjahr Trumps sei es zu verhindern, dass ein Gewöhnungs- oder Abstumpfungseffekt eintrete. Es sei wichtig, immer wieder zu erklären, warum die Rhetorik Trumps problematisch sei. „Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass er falsche Behauptungen aufstellt“, betont Wagner. Laut der Zeitung „Washington Post“ habe Trump mittlerweile über 16.000 falsche Behauptungen in die Welt gesetzt. Dies müsse thematisiert werden und gezeigt werden, warum diese Art der Selbstinszenierung ein Problem sei.

Gleichzeitig sei es wichtig zu schauen, wie sich die Politik tatsächlich entwickelt, welche Entscheidungen aus der Zeit seines Vorgängers Barack Obama der derzeitige Präsident rückgängig gemacht habe. So sei beispielsweise der Umweltschutz stark eingeschränkt worden.

Zudem sei es wichtig, sich anzusehen, wie die Themen auf konservativer Seite dargestellt werden. Seit seinem Amtsantritt habe Trump sehr feste Zustimmungs- und Ablehnungswerte, seine Stammwählerschaft von rund 40 Prozent sei immer noch da. Dieses Klientel habe der Präsident gut bedient. So seien die Militärausgaben gestiegen, konservative Richter haben am Supreme Court Einzug gehalten, die Arbeitslosenzahlen seien gesunken.

Die Polarisierung ist extrem stark

Nach wie vor sei die Polarisierung in den USA extrem stark, die meisten Wähler seien nicht flexibel. Beim Wahlkampf werde es daher darauf ankommen, welchem Kandidaten es gelingen werde, seine Wähler am besten zu mobilisieren, sagt Wagner. Der Wunsch bei den Demokraten, Trump zu schlagen, sei groß. Im Sommer werde sich zeigen, wen die Demokraten gegen Trump ins Rennen schicken werden. „Es wird ein destruktiver und negativer Wahlkampf werden“, vermutet Wagner.

x