Kaiserslautern
Bei Überfall Sparkassen-Mitarbeiter mit Pistole bedroht
Ein bewaffneter Raubüberfall auf die Erlenbacher Filiale der Stadtsparkasse hat am Donnerstag große Betroffenheit ausgelöst. Erbeutet hat der Täter zwar nur 20 Euro, aber er hat Angst und Schrecken verbreitet. „Wir können froh sein, dass er nicht die Nerven verloren hat“, sagte Uli Starck, Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse, der RHEINPFALZ.
Die Sparkassen-Filiale bleibt bis mindestens Ende der Woche geschlossen, der Mitarbeiter, der bei dem Überfall allein war, steht noch immer unter Schock, berichtete Sparkassen-Vorstandsmitglied Uli Starck der RHEINPFALZ. „Es war wie im Krimi“, so Starck. „Der Bankräuber war maskiert und hat unserem erfahrenen Mann die Pistole direkt an den Kopf gehalten.“ „Geld, Geld“, habe er in gebrochenem Deutsch gestammelt, dann habe er die Türen von Schränken aufgerissen und alles durchwühlt.
Kein Bargeld in der Filiale
Fatal an dem Vorfall: In den kleinen Filialen gibt es gar kein Bargeld mehr. „Das steht so auch außen an der Schaufensterscheibe angeschrieben“, erklärt Starck. Der Bankräuber habe das nicht glauben wollen und deshalb Geld aus dem Automaten verlangt, als ihm klar wurde, dass die Kasse leer ist. Doch auch dazu haben die Mitarbeiter keinen Zugang. „Die Automaten werden von Werttransportunternehmen befüllt, das ist in allen Banken so“, klärt Starck auf. Deshalb habe bei der Stadtsparkasse niemand damit gerechnet, dass es überhaupt noch einmal zu einem Überfall kommen würde. „Zuletzt gab es das vor fünf Jahren in der Pfaffenbergstraße.“
Starck hat am Vormittag mit seinem Mitarbeiter gesprochen. „Die Situation war definitiv bedrohlich. Wir können froh sein, dass der Täter nicht die Nerven verloren hat.“ Wie die Polizei mitteilte, hat der Sparkassen-Angestellte in seiner Not dem Bankräuber, der eine Maske mit Sehschlitzen und helle Handschuhe trug, sogar 20 Euro aus seinem Geldbeutel überlassen. In den Schränken fand der Täter, der in einem roten Auto älteren Baujahrs flüchtete, zwei Spenden-Spardosen und zwei Beutel mit ausländischem Münzgeld.
„Zum Glück waren keine Kunden da“, betont der Sparkassen-Chef. Der Mitarbeiter habe alles richtig gemacht. „Unser Personal wird regelmäßig für solche Fälle trainiert, die wissen genau, wie sie sich zu verhalten haben.“ Ob jetzt Sicherheitsvorkehrungen verschärft werden? Nein, sagt Starck. Die seien schon auf dem höchsten Stand, inklusive verdecktem Alarmknopf und Kameras. Klar sei die Belegschaft jetzt verunsichert. „So etwas sorgt immer für Unruhe.“ Ein bewaffneter Banküberfall gehe an keinem Kollegen spurlos vorbei.
Die Stadtsparkasse hat nur noch acht Geschäftsstellen, in denen Kunden Personal antreffen. An den meisten Standorten der Stadtsparkasse, 33 an der Zahl, gibt es nur noch SB-Automaten. Aber auch davor machen Kriminelle nicht halt. Im Jahr 2018 war ein Geldautomat in Mölschbach gesprengt worden, im September 2019 explodierte ein Geldautomat in der Kaufland- Filiale in der Pariser Straße.