Grünstadt Zwei Verträge nötig
Die bisherige Pächterin, Brigitte Gremmelmeier, hat mit ihrer Tätigkeit am Eingang zum Ende der Badesaison 2018 aufgehört. „Aus wirtschaftlichen Gründen“, begründet sie gegenüber der RHEINPFALZ. Für ihre Nachfolge gibt es bereits zwei Bewerber, informiert Werkleiter Ralf Keller von der Verbandsgemeinde Leiningerland auf Anfrage. Noch bis zum 1. Februar können sich weitere Interessenten bei der Verbandsgemeinde Leiningerland melden. Der Betrieb des Kiosks im Freibad sei eine geteilte Aufgabe: Zum einen muss der Betreiber das Kiosk als Pächter übernehmen. Daneben obliegt ihm auch der Verkauf der Eintrittskarten sowie die Eingangskontrolle an der Schwimmbadkasse. Letzteres regelt ein Dienstleistungsvertrag mit der Verwaltung. „Vertragspartner für die Verpachtung des Kiosk ist die Anstalt des öffentlichen Rechts (AÖR), die für den Erhalt und Betrieb der Schwimmbäder in Altleiningen und Hettenleidelheim zuständig ist“, erklärt Keller. Den Bäderbetrieb stellt für die AÖR die Verbandsgemeinde Leinigerland mit ihrem Personal sicher, was ebenfalls vertraglich geregelt ist. Damit ist die VG Leiningerland für die Eingangskontrolle und den Kartenverkauf zuständig, was sie wiederum mit dem Dienstleistungsvertrag auf den Kioskpächter überträgt. Das bedeutet, dass der Pächter während der gesamten Öffnungszeit anwesend sein muss. Die bisherige Pächterin Gremmelmeier sagt: „Uns ist das jetzt zu viel geworden. In der fünfmonatigen Saison war ich fast täglich 13 Stunden im Freibad.“ Ihr Steuerberater habe ihr klargemacht, dass ihre Tätigkeit im Schwimmbad unwirtschaftlich für sie geworden sei. Für ihren Mann habe die tägliche Anwesenheitszeit im Schwimmbad oft sogar noch länger, teilweise bis 16 Stunden betragen. „Hinzu kam, dass ich im Krankheitsfall sogar die Vertretungen bezahlen musste, da wir den Betrieb der Kasse ja aufrecht erhalten mussten. Das hat sich ebenfalls negativ auf den Ertrag ausgewirkt.“ Früh im Jahr seien auch bereits in erheblichem Umfang Zahlungen für Nebenkosten angefallen, rund 1500 Euro, wie Gremmelmeier berichtet. Schwierig sei zudem, dass außerhalb der Öffnungszeiten der Schwimmclub Delphin das Freibad vorwiegend in den Abendstunden zum Training nutze. „Putzen konnten wir dann erst, wenn die Sportschwimmer das Bad verlassen hatten. Diese Zeit hat uns aber keine Einnahmen gebracht, vor Ort sein mussten wir trotzdem“, so Gremmelmeier. „Es hat uns in all den Jahren aber immer Spaß gemacht und wir wünschen unseren Nachfolgern alles Gute“, sagt sie. Die besondere Betriebsform der AÖR musste im Zusammenhang mit der Fusion der Verbandsgemeinden Grünstadt-Land und der Verbandsgemeinde Hettenleidelheim gefunden werden. Die 16 Gemeinden der ehemaligen VG Grünstadt-Land befürworteten zwar den Zusammenschluss mit den fünf westlichen Gemeinden der ehemaligen VG Hettenleidelheim, allerdings nur unter der Bedingung, für die Kosten der beiden Freibäder auch in der Zukunft nicht aufkommen zu müssen. Die Kosten für die Bäder, die jedes Jahr ein Defizit erwirtschaften, tragen laut VG-Werkleiter Keller jetzt nach einem Umlageschlüssel die Gemeinden Hettenleidelheim, Wattenheim, Carlsberg, Altleiningen und Tiefenthal, die Anteilseigner der AÖR sind. 2018 wies die Bilanz der beiden Freibäder ein Defizit von rund 320.000 Euro aus. Wegen des enorm warmen Sommers und gestiegener Besucherzahlen war dieses sogar geringer ausgefallen als in anderen Jahren. Für 2019 wird deshalb wieder mit einer Steigerung der Kosten und damit den Fehlbeträgen für die Gemeinden kalkuliert.