Grünstadt Zur Sache: Rosenzüchter Karl Heinz Michler

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Unter Rosenzucht im eigentlichen Sinn wird die Entwicklung neuer Rosensorten verstanden. Einige Eigenschaften, die für heutige Kulturrosen selbstverständlich sind, galten den frühen Züchtern als große Fortschritte, beispielsweise neue Farben der Blüten oder das öftere Blühen. Ende des 18. und zu Beginn dies 19. Jahrhunderts wurden diese Zuchterfolge erstmals dokumentiert. Bis dahin gab es in Europa wohl schon eine stattliche Zahl von Rosen, die allerdings nur einmal im Jahr blühten. 1964 begann Karl Heinz Michler in Sitterswald mit der Rosenzucht. Neben seinem eigenen Garten, wo 300 Rosen jährlich blühen, hat er am Ortsrand einen weiteren Rosengarten angelegt, da die Bodenverhältnisse seiner Heimatgemeinde mit leichter Südlage für die Blumen gute Voraussetzungen bieten. Diesen musste Michler vor zwei Jahren aus Altergründen jedoch aufgeben. Seit 1973 entwickelt er als Hobbyzüchter eigene Sorten. Stets im Juni werden zwei geeignete Sorten gekreuzt. Bis zum Herbst haben sich dann Hagebutten, in denen sich der Samen befindet, gebildet. Dieser Samen wird ausgesät und im Juli des Folgejahres blühen die ersten Rosen. Durch Auslese werden dann die geeigneten Pflanzen vermehrt (veredelt) und erhalten eine Regiestiernummer. Im Fall der Tiefenthaler Rose ist das die 8323. Auf diese Weise sind unter anderem die Sorten Kaiser von Lautern, Elena oder Tante Frieda entstanden. Zur 1000-Jahr-Feier der Stadt Saarbrücken entwickelte Michler die Rose „Saarbrücker Charme“ – Tiefenthal reiht sich mit seiner Idee, eine eigene Rose zum Jubiläum zu haben, unter den großen Städten ein. Und eines ist auch sicher: Die Neuzüchtung wird noch lange nach ihrer Taufe für Tiefenthal und das Ortsjubiläum eine Erinnerung sein. (jös)

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