Grünstadt Zur Sache: 20 ermordete Kirchheimer Juden

In Kirchheim gab es eine jüdische Gemeinde, deren Wurzeln bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. 1798 wurde eine Synagoge in der Hintergasse errichtet, 1890 dort ein Neubau in neuromantischem Stil eingeweiht. In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurde das Gotteshaus geschändet, das Gebäude blieb aber stehen. Die größte Anzahl jüdischer Einwohner war 1848 mit 93 Personen erreicht. 1938 waren es noch 27. Die letzten drei Kirchheimer Juden wurden im Oktober 1940 ins Internierungslager Gurs in Südfrankreich deportiert. Nach Angaben des Gedenkbuches „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945“ sind folgende 20 Kirchheimer in der NS-Zeit ermordet worden: Rosalie Holstein (geboren 1892), Paula Kehr, geb. Kohlmann (1892), Alfons (1879), Bernhard (1884), Berta (1879), Heinrich A. (1878), Julius (1885), Karl Kohlmann (1884), Karoline Kohlmann, geb. Beitmann (1864), Ludwig (1877) und Paula (1899) Kohlmann, Paula J. Kohlmann, geb. Stein (1889), Trude J. Kohlmann (1928), Barbara Levi, geb. Levy (1882), Frieda (1910) und Werner Levi (1923), Elias L. Oppenheimer (1886), Sigmund Siegel (1878), Auguste Stein, geb. Kohlmann (1891), und Helene Wertheimer, geb. Kohlmann (1888).
