Grünstadt Zum Neubau gibt’s den vierten Stern
„Wir haben spannende Jahre hinter uns“, sagte Hotelinhaber Alexander Wurster. Gemeinsam mit seinem Bruder Steffen habe er sich etliche Abende lang ein Konzept für den Neubau zur Hotelerweiterung ausgedacht, dabei manches Fläschchen Wein geleert und in „aufopferungsvoller Weise“ auch viele Eigenversuche in den Spa-Bereichen anderer Hotels gemacht. Bis auf kleine Schönheitsreparaturen sei jetzt alles bewältigt. „Wir gehen an den Start, und wir haben uns vorgenommen, ein Tagungshotel der besonderen Art zu werden.“ Er sei optimistisch, dass das gelingen könne, denn hinter ihm stehe ein starkes Team, das ihn auch in der turbulenten Zeit des Umbaus immer unterstützt habe. Wurster gab vor seinen Gästen einen kurzen Abriss zur Geschichte des Hauses und dankte seinen Eltern, die ihm 2010 das Unternehmen als Nachfolger übergaben und ihm von da an in allen Belangen freie Hand ließen. Als eine seiner ersten Amtshandlungen habe er den „Eventgarten“ im Außenbereich geschaffen, der zu einem großen Erfolg für das Haus wurde. Seither werden hier jährlich rund 40 Hochzeiten gefeiert, zuvor waren es im Schnitt drei pro Jahr. Bereits 2012 sei man mit der Auslastung des Hotels an Grenzen gestoßen. „Und dann kam mein Bruder als Architekt ins Spiel“. Das Grün der Umgebung sei maßgeblich gewesen für die Gestaltung des Neubaus. „Wir haben versucht, die besondere Umgebung in allem einzubauen“, so Wurster. Den vierten Stern vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hatte Gereon Haumann, Präsident des Dehoga-Landesverbands, mitgebracht. „Dass Betriebe in der Familie übergeben werden, ist heute eher die Ausnahme“, sagte er. „Wir gehen davon aus, dass wir etwa 4000 Familienbetriebe in Rheinland-Pfalz verlieren werden. Deshalb bin ich so gerne hierher gekommen, denn hier ist in bester Weise Unternehmensnachfolge gelungen“, so Haumann. Das sei nicht selbstverständlich. „Ich bin von der Optik des Neubaus wirklich beeindruckt“, so Haumann weiter. Das sei gelungene Architektur. Er überreichte den vierten Stern, der nach der Dehoga-Klassifizierung für „Unterkünfte für hohe Ansprüche “ verliehen wird. Er hoffe, dass er bald wiederkommen könne, um den Biergarten zu eröffnen. Als Stärkung der Region bezeichnete Landrat Winfried Werner die Erweiterung des Hotelbetriebs. Im Kreis gebe es derzeit rund 65.000 Übernachtungen im Jahr, die etwa 14 Millionen Euro einbringen. „Da gibt es noch Luft nach oben“, war sich der Landrat sicher. Es gelte heute die Maßgabe, dass der Gast nicht zufrieden, sondern begeistert sein müsse. „Man muss also immer wieder eine Schippe drauflegen“, so Werner. Dass Wurster das gelinge, das wünsche er ihm und dem ganzen Kreis. Stadtbürgermeister Klaus Hartmüller betonte, dass ein Hotel dieser Dimension für eine ländliche Region eine Ausnahme sei und deshalb größte Anerkennung verdiene. Er wünschte sich und der Stadt, dass man nun auch noch die „Baustelle Biergarten“ zur Zufriedenheit geregelt bekomme. Und Stadtbeigeordneter Hans Leverkus freute sich, dass sein Wunsch, die Baustelle möge unfallfrei vonstatten gehen, auch erfüllt wurde. Bei einem anschließenden Vortrag von Götz Braake zum Thema „Positives Denken“ wurden die Tagungsräume ihrer Bestimmung als Gedankenräume übergeben. |jgl