Grünstadt Zeugnis des erfolgreichen Generationswechsels
Überaus erfolgreicher Generationswechsel bei den Fasnachtern des TSV Ebertsheim: Die Prunksitzung hat am Samstagabend mehr als 200 Zuschauer in der Grundschulturnhalle von den Sitzen gerissen. Sei es mit pointierten, selbst geschriebenen Büttenreden oder einstudierten Tänze – die inzwischen zweite oder gar dritte närrische Generation hat bewiesen, dass auch sie sehr gut „Fasnacht kann“.
Zwar haben die älteren Semester das närrische Zepter abgegeben – so hat Kevin Kullmann den Urfasnachter Oswald Alleborn als Abteilungsleiter und Sitzungspräsidenten abgelöst – doch haben die Gailtaler nachgewiesen, dass auch die Altgedienten den Saal noch zum Beben bringen können. Die acht Ebertsheimer der älteren Generation führten einen sportlichen Sketch vor, bei der Koordination das A und O war. Je nach Beruf wurde geschlagen und getreten, ohne dass der Nebenmann getroffen werden durfte. Angesichts der perfekten Abstimmung aufeinander blieben die vielleicht von einigen doch erhofften Fehlschläge aus; dafür war die erste Rakete des Abends fällig. Reichlich Lacher ernteten nach einjähriger Pause die aktiven Fußballer Jochen Schumacher und Patrick Hoffmann alias Ulle mit ihrem TSV-Ebertsheim-TV: Moderator Schumacher interviewte den aus dem Ruhrpott stammenden Bierliebhaber und „Proll“ Ulle. Und der nahm kein Blatt vor den Mund, nahm Ebertsheimer im Allgemeinen und Fußballer im Besonderen auf die Schippe. Bereits zum siebten Mal in der Bütt gehören aber auch die „zwää junge Dudderer“ zu den ganz Jungen. Alleborn-Enkelin Jaqueline Hofstädter und Jan Hummel ließen wieder kein Auge trocken. So konnten die „Podehammelin“ äußerst anschaulich überzeugt werden, dass ein Ebertsheimer nicht unbedingt über Fliesen reden muss, wenn er von „Kacheln“ spricht. Auch brachten sie ganz neue Varianten ins Spiel, wofür die Abkürzung FL (für die im Dorf „regierende Wählergruppe“ um Ortsbürgermeister Bernd Findt) noch stehen könnte: FL für „Findts Lakaien“ etwa, oder im Hinblick auf die vielen Feste im Jubiläumsjahr für „Feier-Lustige“ oder gar für „Fett-Lewwer“. Gewohnt souverän zeigte sich der dritte im Bunde der Büttenredner: der Ebertsheimer Altfasnachter und Lautersheimer Ortsbürgermeister Thomas Mattern. Im Stil des Wortakrobaten Willy Astor baute er die Namen von 50 Prominenten in seine äußerst humorvolle Geschichte ein. Sein Parodie-Talent bewies Mattern dann als Dieter Thomas Heck und moderierte die Hitparade. Viel Applaus ernteten da Jens Hummel und Franco Schmahl, die als Sido und Andreas Bourani mit „Astronaut“ zum Mitsingen animierten. Mit einem ganz anderen Musikstil begeisterten Petra Hummel, Michaela Schmahl-Mayrer, Daniela Appel und „Daddy Cool“ Marco Hotz: mit Boney M inklusive des unnachahmlichen Tänzers. Außerdem holte Roswitha Weyrauch unter anderem als Margit Spohnheimer die Besucher mit Schunkelliedern von den Sitzen. Nach der Gänsehaut-Atmosphäre von „Spiel mir das Lied vom Tod“ brachten vier Cowboys wieder Leben in die Bude: Jens und Jan Hummel, Florian Hensel und David Mayrer schwangen mit Hut und Karohemden zu peppiger Musik ihre schmalen Hüften. Aber auch die närrischen Nicht-Ebertsheimer konnten glänzen, allen voran die Abordnungen aus dem Nachbarort Lautersheim. So setzten die neun „Lautersheimer Schnegge“ (Trainerin Ute Becker) mit atemberaubender Synchron-Akrobatik zu fetzigen Rhythmen den tänzerischen Höhepunkt. Die Tanzmäuse unter Leitung von Asia Lebkücher zeigten zu Bibi-Blocksberg-Liedern, dass den Lautersheimern um den Tanznachwuchs nicht bange sein muss. Weitere tänzerische Stimmungsmacher von „auswärts“ waren die Wattenheimer Garde (Trainerin: Carina Schott) und die Dancing Queens. Die sieben Jungen aus Mettenheim bei Mainz waren nach einer Absage ganz kurzfristig eingesprungen und sorgten in hautengen Badeanzügen und Shorts für Sommer-Feeling. Krönender Abschluss der Prunksitzung war das Männerballett des TSV Ebertsheim (einstudiert von Michelle Wahl und Ute Diemer): Mit Pfannen, weißen Kochschürzen über Boxershorts und Hut sorgten sie dafür, dass vor allem die weiblichen Besucher aus dem Häuschen gerieten. (hofi)