Reiten Wieso der Reitverein Bad Dürkheim sich neu aufstellt
Klarissa-Alexandra Menze (geborene Liss) bringt frischen Wind in den Reitverein Bad Dürkheim. Seit Anfang April arbeitet die Ostwestfälin als Reitlehrerin in der Kurstadt und möchte ihre Leidenschaft für den Pferdesport mit anderen teilen. „Es ist wichtig, sich neue Ziele zu setzen, größer zu denken“, sagt sie im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Die gebürtige Bielefelderin hat selbst bis zur höchsten Reitstufe, der Dressurklasse S, Erfolge gefeiert und mehrfach an Bundeschampionaten teilgenommen. Von 2000 bis 2006 war sie als stetige Auktionsreiterin im Hannoveraner Verband in Verden tätig und gründete den Dressurstall Liss. In Bad Dürkheim ist Menze nun für Reitunterricht, Turnierbetreuung, Longenstunden und Beritt verantwortlich.
„Die Chemie passt sehr gut“, freut sich Klaus Schwarz, Vorsitzender des Reitvereins, über den Neuzugang. „Klarissa-Alexandra hat eine offene und vertrauensvolle Art. Ihre Kompetenz ist schon nach wenigen Wochen auf der Anlage spürbar.“ Über ein Netzwerk sei der Kontakt zu Menze entstanden. Der Reitverein habe eine neue Richtung einschlagen wollen, so Schwarz. Auch Menze habe nach einer Veränderung gesucht. „Ich wollte weg vom selbst geführten Reitbetrieb zu einer Anlage mit einem tollen Verein drumherum“, sagt die 48-Jährige.
Es passt in Bad Dürkheim
„Hier liegt der Fokus auf einer vernünftigen, basierten Ausbildung von Grund auf“, fügt Menze hinzu. „Die ganze Gruppierung und das Menschliche hier – das passt schon sehr gut.“ Von Beginn an sei sie ins kalte Wasser geworfen worden und habe erste Kurse geben dürfen. Ein Umstand, der ihr gefallen habe. In Bad Dürkheim will die Reitlehrerin ihr Wissen weitergeben. Klaus Schwarz ist glücklich über das Engagement der Ostwestfälin. „Empathie und Kompetenz sind gleichermaßen wichtig. Letztendlich arbeitet man mit Menschen und Tieren. Qualitativ wie quantitativ war Frau Menze die beste Wahl.“
Auch ihre Rolle als Mutter kann Menze besser mit ihrem Beruf vereinbaren. Als Angestellte sei es leichter, eine Balance zwischen Familie und Leidenschaft zu finden. „Die Pfalz ist eine unglaublich schöne Gegend. Man denkt wirklich, man ist im Urlaub“, schwärmt Menze. „Die Verbundenheit mit dem Wein in der Region gefällt mir sehr gut, das ist in Ostwestfalen anders“, so die 48-Jährige. Besonders für ihre neunjährige Tochter seien das Freizeitangebot und die Offenheit der Menschen hier optimal.
Stillschweigende Verständigung mit Pferden
Die Menschen in der Region sollen jetzt von Menzes Erfahrung profitieren. Ihre Leidenschaft möchte die gebürtige Bielefelderin weitergeben. „Es ist die Verbindung mit dem Tier und das Individuelle, was meine Arbeit so besonders macht. Man muss das Lebewesen sehen, wie es ist. Mit all seinen Stärken und Schwächen“, erklärt Menze. Für sie sei die stillschweigende Verständigung mit den Pferden etwas Einzigartiges, ebenso die Entwicklung der Reitschüler. „Man freut sich, wenn man unten steht und sieht, wie die Schüler das Gelernte umsetzen. Man bekommt unglaublich viel Positives zurück“, so Menze.
Kinder könnten durch den Kontakt zu Pferden Teamgeist erlernen und soziale Bindungen eingehen, weiß auch Klaus Schwarz. In Bad Dürkheim wolle man pferdegerechter Haltung und feinem Reiten einen Stellenwert geben. Feines Reiten zeichnet sich durch eine harmonische und präzise Kommunikation zwischen Reiter und Pferd aus. Es basiert auf gegenseitigem Vertrauen und einem tiefen Verständnis für das Pferd. „Hier achtet jeder darauf, dass es den Tieren gut geht“, betont Schwarz. Auch für Menze steht das feine Reiten über allem. „Das vertrete ich nach wie vor und das möchte ich auch meinen Schülern vermitteln. Am Ende des Tages soll es ästhetisch aussehen und sich auch so anfühlen“, erläutert die Reitlehrerin.
Stillstand bedeutet Rückschritt
Für den Reitverein ist die Zusammenarbeit mit Menze ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Man habe zwar einen hohen Anteil an jungen Reitern, wolle aber auch wieder vermehrt Fortgeschrittene hinzugewinnen. „Stillstand bedeutet Rückschritt“, erklärt Klaus Schwarz. „Wir wollen uns immer weiterentwickeln, und es gibt definitiv noch Ausbaupotenzial. Das wollen wir erschließen.“ Aktuell betreut Menze rund 60 Schüler in Bad Dürkheim.