Grünstadt „Wieder Vorzeigedorf werden“

„Die fetten Jahre sind vorbei“, stimmte Battenbergs Bürgermeister Wolfgang Pahlke die Einwohner des kleinen Burgdorfs beim Neujahrsempfang am Dienstag auf eine Zukunft mit besonnener und sparsamer Politik ein. Viele der zahlreich erschienenen Besucher fanden keinen Sitzplatz bei der Veranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus, die von Robert Breuer (Bass) und seinen Söhnen Lukas und Alexander (Gitarren) musikalisch umrahmt wurde.
„Das war so schön beruhigend“, stellte Pahlke nach dem Auftaktstück fest. Sein Vorschlag, dass das Trio doch mal vor einer Ratssitzung spielen könnte, wurde vom Publikum amüsiert aufgenommen. 2015 sei „ein kommunalpolitisch intensives Jahr“ gewesen und für ihn persönlich sehr anstrengend, meinte der Ortschef. Bei seinem Rückblick benannte er einige „dicke Bretter“, die zu bohren gewesen seien, hob aber vor allem die positiven Ereignisse heraus: Die Etablierung eines Wochenmarktes mit offenem Bücherschrank, die Wiederbelebung des Kirchweihfestes mit Umzug und Kerweredd, den Erhalt des Bauermarktes am 3. Oktober sowie die Kinder- und Jugendarbeit. Dabei vermied es Pahlke, Namen zu nennen und einzelne Personen zu loben. Stattdessen dankte er allgemein allen, die sich für Battenberg einsetzen sowie in die Dorfgemeinschaft einbringen und bot jedem konstruktive Mitarbeit an. Die Ratsmitglieder hätten ihm eine solche auch zugesichert, „und ich werde das einfordern“. Pahlke sagte, er sei nicht blauäugig, „aber mein Herz hängt an Battenberg, und ich möchte, dass es wieder ein Vorzeigedorf wird, wo mit Respekt und Achtung miteinander umgegangen wird“. Umso wichtiger sei das in einer Zeit, „in der Werte wie Frieden, Gleichheit und Toleranz von feigen und irren Mördern angegriffen werden“. Mit Blick auf die Finanzen stellte er fest: „Wir haben keine Schulden.“ Allerdings sänken die liquiden Mittel. Gegenwärtig seien nur noch 150.000 Euro in der Kasse, davon 40.000 Euro zweckgebunden für die Pflege der Kneippanlage. Zwar seien die Steuereinnahmen um 52.000 Euro gestiegen, doch dies habe auch höhere Umlagen an den Landkreis und die Verbandsgemeinde Grünstadt-Land zur Folge. „Seit drei Jahren haben wir das Problem, hohe Gewerbesteuer-Rückzahlungen leisten zu müssen, 2015 allein mehr als 64.000 Euro“, berichtete der Bürgermeister. Hinsichtlich der Zukunft des „Hochhauses“, Hauptstraße 26, würden gerade Alternativen unter Berücksichtigung der Haushaltslage geprüft. Es liefen Gespräche mit potenziellen Investoren und den Nachbarn. Angegangen werden müsse die Überplanung des Areals „Hinter den Gärten“ zwischen Kneipp-Pfad und Falltorstraße, damit die Gemeinde einen Einfluss auf die Gestaltung dort entstehender Immobilien nehmen könne. Pahlke hofft auch, demnächst zu einer „endgültigen rechtlich einwandfreien Entscheidung“ hinsichtlich der Verkehrsregelung in Hinterhausen zu gelangen. Bis zur Ratssitzung am 23. Februar werde er alle notwendigen Informationen dafür zusammengetragen haben. Vorgenommen hat sich der Bürgermeister darüber hinaus, den Rundweg ums Dorf zu verwirklichen, der Besucher gezielt zu allen Battenberger Besonderheiten führen soll. Bis zum Jahresende umgesetzt sein soll auch das Städtebauliche Sanierungskonzept, damit Privatleute im Kerndorf Zuschüsse für die Instandsetzung ihrer Häuser erhalten können. Der Auftrag für die Erstellung des Plans sei zurückgestellt worden, weil man EU-Fördermittel zwischen 5000 und 8000 Euro erwarte, sobald die VG Teil der Leader-Region Rhein-Haardt geworden ist. (abf)