Fragen und Antworten RHEINPFALZ Plus Artikel Wie steht es um 5G in Grünstadt und dem Leiningerland?

In Obrigheim steht ein 21 Meter hoher Mobilfunkmast am Rand des Colgensteiner Wohngebiets.
In Obrigheim steht ein 21 Meter hoher Mobilfunkmast am Rand des Colgensteiner Wohngebiets.

Die fünfte Generation des Mobilfunkstandards ist da – und macht auch vor Grünstadt und dem Leiningerland nicht halt. Netzbetreiber haben viel in den Erwerb von Frequenzen investiert und nach und nach Masten mit der neuesten Technologie ausgerüstet. Der Ausbau geht in den kommenden Jahren aber weiter.

Was kann 5G eigentlich?

Das Smartphone wird bei Weitem nicht mehr nur zum Telefonieren benutzt: Man verfolgt damit Live-Übertragungen, hört Musik und vieles andere. Aber die Menschheit will noch mehr - zum Beispiel vernetztes Fahren. Und deswegen braucht es höhere Datenraten. Die kann 5G bieten: Denn grundsätzlich ist die fünfte Generation des Mobilfunkstandards wesentlich schneller als die Vorgängertechnologie Long Term Evolution (LTE). Die Latenzzeit – die den Zeitraum zwischen einer Aktion und einer darauffolgenden Reaktion angibt – liegt im Bereich von unter einer Millisekunde. Bei LTE spricht die Telekom von Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 300 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Bei 5G sollen unter Idealbedingungen bis zu zehn Gigabit pro Sekunde, umgerechnet 10.000 Mbit/s, möglich sein. Aktuell liegen die Bandbreiten aber noch deutlich darunter.

Welche Unternehmen machen mit?

An dem 5G-Ausbau sind vier Unternehmen beteiligt: Telekom, Vodafone, Telefónica (O2) und die Drillisch Netz AG, besser bekannt als 1&1. Letztere stieß zum Feld der Netzbetreiber neu hinzu. Davor nutzte die Drillisch Netz AG die Netze der anderen Unternehmen gegen Gebühr mit. Jetzt plant sie den Aufbau eines eigenen Netzes. Bei der Frequenzauktion für das 5G-Netz im Jahr 2019 gaben die vier Unternehmen über sechs Milliarden Euro dafür aus, künftig von ihren Mobilfunkmasten aus den neuesten Mobilfunkstandard senden zu dürfen. Doch damit verbunden sind Auflagen, die die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung betreffen.

Wie ist der 5G-Empfang in der Region?

In Grünstadt sieht es mit dem Empfang von 5G mit entsprechendem Handy schon ziemlich gut aus. Das zeigt zumindest die Übersichtskarte der Telekom unter www.telekom.de/netzausbau. Nur im nördlichen Teil des Stadtparks ist die Karte noch weiß. Auch der Grünstadter Stadtteile Asselheim ist auf der Übersichtskarte ein fast vollständig weißer Fleck bei der 5G-Versorgung. Das sieht bei der Karte von Vodafone (www.vodafone.de/hilfe/netzabdeckung.html) fast deckungsgleich aus. Die Vorgängertechnologie Long Term Evolution (LTE) gibt es laut Karten aber auch in Asselheim flächendeckend. In der Stadt Eisenberg scheint dagegen fast überall 5G abrufbar zu sein. In der Verbandsgemeinde Leiningerland fallen weiße Flecken auf der Karte bei der Versorgung zum Beispiel in Obersülzen, Ebertsheim und Rodenbach auf.

Wie funktioniert der 5G-Ausbau?

Am Anfang steht üblicherweise die Suche nach dem geeigneten Standort. Dabei spielt in aller Regel auch die betroffene Kommune eine wichtige Rolle. Das Mobilfunknetz besteht aus einzelnen Waben. Der Netzbetreiber schickt einen sogenannten Suchkreis an die Kommune. Dieser grenzt das Gebiet, in dem der Mast stehen muss, ein. Die Kommune schaut sich dann nach geeignetem Gelände in kommunalem Besitz um, das im Suchkreis liegt und somit als Standort für einen Mast in Frage kommen könnte. Sie kann dem Netzbetreiber auch Vorschläge für Gelände in Privatbesitz machen. Dann kann der Netzbetreiber mit dem Besitzer in Verhandlungen treten.

Im Fall von 5G ist besonders die Standortnähe zu den Nutzern entscheidend. Hintergrund: Die Funkübertragung geschieht auf Frequenzen im Bereich um 3,5 Gigahertz mit einer geringen Reichweite von knapp einem Kilometer. Auf niedrigeren Frequenzen um 700 Megahertz kann 5G laut dem Informationszentrum Mobilfunk „weit ins Land“ mit Reichweiten zwischen fünf und acht Kilometern gesendet werden. Auch sogenannte „small cells“, also Pizzakarton-große Funkzellen, spielen bei der Verbreitung von 5G eine immer wichtigere Rolle. Diese dienen vor allem dazu, innerhalb eines größeren Netzbereichs das Mobilfunknetz zu verdichten. Small cells können beispielsweise in Innenstädten mit vielen Mobilfunknutzern eingesetzt werden.

Wie weit sind die Unternehmen in der Region?

Die Telekom als umsatzstärkster Mobilfunkanbieter im deutschen Markt berichtet auf Anfrage von 52 Standorten im Landkreis. „Davon sind 25 mit der 5G-Technologie ausgestattet“, erklärt Pascal Kiel von der Pressestelle des Unternehmens. In Grünstadt sind demnach fünf Mobilfunkmasten in Betrieb. Drei davon verfügten über die nötige Technik für die fünfte Generation des Mobilfunks. Ein Neubau ist hier nach Auskunft Kiels derzeit nicht geplant.

„In der Verbandsgemeinde Eisenberg sind es sechs Standorte, davon zwei mit 5G. Aktuell ist ein Neubau geplant“, erläutert der Pressesprecher. 13 Mobilfunkmasten gebe es in der Verbandsgemeinde Leiningerland, neun davon seien in Betrieb. Fünf Neubauten seien hier bis 2023 in Planung. Auch die Vorgängertechnologie LTE wird noch ausgebaut: Kürzlich gab es eine LTE-Erweiterung an einem Mast in Obrigheim. „Neue Standorte werden auch immer mit 5G gebaut“, sagt Kiel. Die Umrüstungskosten an bestehenden Masten liegen laute Telekom zwischen 30.000 und 250.000 Euro.

Vodafone will nach Angaben von Sprecher Volker Petendorf zunächst die bereits vorhandene Infrastruktur im Landkreis weitgehend mitnutzen. 40 bestehende Mobilfunkstandorte von Vodafone gibt es demnach im Kreis. Sie werden jetzt nach und nach mit 5G-Technologie aufgewertet. Hinzu kämen punktuelle Neubauten. „Zum Beispiel an Masten, Türmen sowie auf den Dächern von Bürogebäuden und Wohnhäusern“, erläutert Petendorf. Jede Station werde im Schnitt mit drei 5G-Antennen ausgestattet. Im Landkreis Bad Dürkheim hat Vodafone schon zwölf 5G-fähige Standorte in Betrieb. Davon befindet sich jeweils einer in Grünstadt, in Neuleiningen und in Altleiningen.

Telefónica (O2) betreibt nach Auskunft von Pressesprecher Jörg Borm vier Anlagen zur 5G-Versorgung im Landkreis, davon eine in Hettenleidelheim. Darüber hinaus gebe es 60 Stationen im Kreis, die für eine LTE-Abdeckung sorgen würden. „Selbstverständlich setzen wir unseren bundesweiten Rollout auch in diesem Jahr fort“, erklärt Böhm. In der Verbandsgemeinde Eisenberg stehen laut Born zwei LTE-Anlagen, die noch nicht 5G-fähig sind. In Obrigheim plant die Teléfonica die Installation eines Mobilfunkmasts, der auch auf 5G aufrüstbar sein soll. Aktuell steht dort auf einem Bauhofgelände ein temporärer Mast.

Was müssen die Firmen bieten?

Wie ein Sprecher der Bundesnetzagentur betont, müssen „erfolgreiche Bieter der Frequenzauktion 2019 bis Ende 2022 jeweils 98 Prozent der Haushalte mit mindestens 100 Mbit/s versorgen“. Ein Sprecher der Behörde ergänzt: „Pläne, Aufbau und Ausbau von Telekommunikationsnetzen liegen in der Verantwortung der jeweiligen Netzbetreiber.“

Wie ist der 5G-Empfang in der Region?

In Grünstadt sieht es mit dem Empfang von 5G mit entsprechendem Handy schon ziemlich gut aus. Das zeigt zumindest die Übersichtskarte der Telekom unter www.telekom.de/netzausbau. Nur im nördlichen Teil des Stadtparks ist die Karte noch weiß. Auch der Grünstadter Stadtteile Asselheim ist auf der Übersichtskarte ein fast vollständig weißer Fleck bei der 5G-Versorgung. Das sieht bei der Karte von Vodafone (www.vodafone.de/hilfe/netzabdeckung.html) fast deckungsgleich aus. Die Vorgängertechnologie Long Term Evolution (LTE) gibt es laut Karten aber auch in Asselheim flächendeckend. In der Stadt Eisenberg scheint dagegen fast überall 5G abrufbar zu sein. In der Verbandsgemeinde Leiningerland fallen weiße Flecken auf der Karte bei der Versorgung zum Beispiel in Obersülzen, Ebertsheim und Rodenbach auf.

Wie funktioniert der 5G-Ausbau?

Am Anfang steht üblicherweise die Suche nach dem geeigneten Standort. Dabei spielt in aller Regel auch die betroffene Kommune eine wichtige Rolle. Das Mobilfunknetz besteht aus einzelnen Waben. Der Netzbetreiber schickt einen sogenannten Suchkreis an die Kommune. Dieser grenzt das Gebiet, in dem der Mast stehen muss, ein. Die Kommune schaut sich dann nach geeignetem Gelände in kommunalem Besitz um, das im Suchkreis liegt und somit als Standort für einen Mast in Frage kommen könnte. Sie kann dem Netzbetreiber auch Vorschläge für Gelände in Privatbesitz machen. Dann kann der Netzbetreiber mit dem Besitzer in Verhandlungen treten. Im Fall von 5G ist besonders die Standortnähe zu den Nutzern entscheidend. Hintergrund: Die Funkübertragung geschieht auf Frequenzen im Bereich um 3,5 Gigahertz mit einer geringen Reichweite von knapp einem Kilometer. Auf niedrigeren Frequenzen um 700 Megahertz kann 5G laut dem Informationszentrum Mobilfunk „weit ins Land“ mit Reichweiten zwischen fünf und acht Kilometern gesendet werden. Auch sogenannte „small cells“, also Pizzakarton-große Funkzellen, spielen bei der Verbreitung von 5G eine immer wichtigere Rolle. Diese dienen vor allem dazu, innerhalb eines größeren Netzbereichs das Mobilfunknetz zu verdichten. Small cells können beispielsweise in Innenstädten mit vielen Mobilfunknutzern eingesetzt werden.

Wie weit sind die Unternehmen in der Region?

Die Telekom als umsatzstärkster Mobilfunkanbieter im deutschen Markt berichtet auf Anfrage von 52 Standorten im Landkreis. „Davon sind 25 mit der 5G-Technologie ausgestattet“, erklärt Pascal Kiel von der Pressestelle des Unternehmens. In Grünstadt sind demnach fünf Mobilfunkmasten in Betrieb. Drei davon verfügten über die nötige Technik für die fünfte Generation des Mobilfunks. Ein Neubau ist hier nach Auskunft Kiels derzeit nicht geplant.

„In der Verbandsgemeinde Eisenberg sind es sechs Standorte, davon zwei mit 5G. Aktuell ist ein Neubau geplant“, erläutert der Pressesprecher. 13 Mobilfunkmasten gebe es in der Verbandsgemeinde Leiningerland, neun davon seien derzeit schon in Betrieb. Fünf Neubauten seien hier bis 2023 in Planung. Auch die Vorgängertechnologie LTE wird noch ausgebaut: Kürzlich gab es eine LTE-Erweiterung an einem Mast in Obrigheim. „Neue Standorte werden immer mit 5G gebaut“, sagt Kiel. Die Umrüstungskosten an bestehenden Masten liegen laut Telekom zwischen 30.000 und 250.000 Euro.

Vodafone will nach Angaben von Sprecher Volker Petendorf zunächst die bereits vorhandene Infrastruktur im Landkreis weitgehend mitnutzen. 40 bestehende Mobilfunkstandorte von Vodafone gibt es demnach im Kreis. Sie werden jetzt nach und nach mit 5G-Technologie aufgewertet. Hinzu kämen punktuelle Neubauten. „Zum Beispiel an Masten, Türmen sowie auf den Dächern von Bürogebäuden und Wohnhäusern“, erläutert Petendorf. Jede Station werde im Schnitt mit drei 5G-Antennen ausgestattet. Im Landkreis Bad Dürkheim hat Vodafone schon zwölf 5G-fähige Standorte in Betrieb. Davon befindet sich jeweils einer in Grünstadt, in Neuleiningen und in Altleiningen.

Telefónica (O2) betreibt nach Auskunft von Pressesprecher Jörg Borm vier Anlagen zur 5G-Versorgung im Landkreis, davon eine in Hettenleidelheim. Darüber hinaus gebe es 60 Stationen im Kreis, die für eine LTE-Abdeckung sorgen würden. „Selbstverständlich setzen wir unseren bundesweiten Rollout auch in diesem Jahr fort“, erklärt Böhm.

In der Verbandsgemeinde Eisenberg stehen laut Born zwei LTE-Anlagen, die noch nicht 5G-fähig sind. In Obrigheim plant die Teléfonica die Installation eines Mobilfunkmasts, der auch auf 5G aufrüstbar sein soll. Aktuell steht dort auf einem Bauhofgelände ein temporärer Mast. Gegen die Errichtung des festen Mobilfunkmastes wehrt sich eine Interessengemeinschaft.

Neu als Netzbetreiber hinzugekommen ist 1&1. Das Unternehmen schloss zum Ausbau des eigenen 5G-Netzes eine Partnerschaft mit dem japanischen Konzern Rakuten ab. „Unter dem Strich haben wir aktuell noch keine Masten aufgestellt“, sagt Sprecherin Lisa Pleiss. Bis Ende des Jahres will das Unternehmen gemäß den Vorgaben der Bundesnetzagentur 1000 5G-Basisstationen in ganz Deutschland verteilt errichten. Bis Ende 2025 sollen dann 25 Prozent der Bevölkerung mit der neuen Technologie versorgt werden können.

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