Ramsen RHEINPFALZ Plus Artikel Wie Nabu-Mitglieder und Freiwillige Kröten und Fröschen über die Straße geholfen haben

Luca, Luna und Paula sind begeisterte Krötenretter.
Luca, Luna und Paula sind begeisterte Krötenretter.

Die Amphibienwanderung ist abgeschlossen, der letzte Rest des Schutzzaunes wurde vom Nabu Eisenberg/Leiningerland schon wieder abgebaut. Zahlreiche Helfer hatten seit Ende Februar täglich in den Morgen- und Abendstunden Amphibien gerettet. Ein Resümee.

Sonntagmorgen, 8 Uhr. Drei Kinder haben sich zu früher Stunde mit ihren Müttern zum Eiswoog aufgemacht, um Amphibien zu retten. Auch die vierjährige Luna ist dabei. „Ich bin ein großer Krötenfan“, sagt sie und trägt stolz ihre grüne Krötenmütze. Mit ihrer Mutter ist sie zum ersten Mal bei dieser Aktion des Naturschutzbundes (Nabu). An diesem Sonntag wurden speziell Eltern mit Kindern angesprochen.

Hinter der Leitplanke auf der Seite des Eiswoogs sind etliche Eimer im Boden eingegraben, in die die Amphibien auf ihrem Rückweg in den Wald reinfallen, wenn sie am Schutzzaun entlanggehen. In jedem Eimer liegen Laub und ein kurzer Stock, an dem andere Tiere, etwa Käfer und Mäuse, die versehentlich in die Eimer fallen, wieder herauskrabbeln könnten.

Schutzzaun herausgerissen

Anita Bastian, stellvertretende Vorsitzende des Nabu Eisenberg/Leiningerland, hat eine Unterlage mitgebracht, auf die sich die Kinder knien können, wenn sie den Inhalt der Eimer durchsuchen. „Normalerweise haben wir an beiden Seiten der Straße einen Schutzzaun aufgestellt, einen für die Hinwanderer zum Eiswoog, der andere für die Rückwanderer – den Schutzzaun auf der anderen Straßenseite, also der Zaun für die Hinwanderer zum Eiswoog, wurde leider mutwillig herausgerissen und teilweise entwendet, so dass wir die Reste schon vor einiger Zeit abbauen mussten“, bedauert sie.

Kröten legen Laichschnüre an - wie hier im Eiswoog.
Kröten legen Laichschnüre an - wie hier im Eiswoog.

Voller Tatendrang gehen die drei Kinder ans Werk und durchsuchen vorsichtig die eingegrabenen Eimer auf Kröten und andere Amphibien. Die siebenjährige Paula meldet den ersten Fund – eine Erdkröte, die sie vorsichtig aus dem Eimer herausnimmt und in eine Transportbox setzt, worin das Tier später sicher über die Straße gebracht werden soll. „Ich finde die Kröten so süß und will helfen, dass sie nicht überfahren werden“, sagt sie. Die nächsten kontrollierten Eimer sind leer. „Es ist heute Morgen zwar nass durch den Regen heute Nacht, aber es ist relativ kalt und da wandern die Kröten eher nicht“, weiß die Fachfrau.

Doch einige Eimer weiter finden der siebenjährige Luca und die vierjährige Luna nochmals zwei Kröten. „Ich bin heute hier, weil ich Tieren in Not helfen will, die sich nicht selbst helfen können“, sagt Luca, der schon bei mehreren Nabu-Aktionen dabei war.

Zahlen sind rückläufig

Nachdem die Kontrolle der Eimer abgeschlossen ist, werden die drei Kröten sicher über die Landstraße gebracht und auf der Waldseite vorsichtig ins feuchte Laub gesetzt, wo sie bald wegkrabbeln. Bastian geht mit den Kindern noch direkt an den Eiswoog und sucht im Wasser des Sees nach Froschlaich. Sie wird fündig. Zunächst findet sie einen dicken Laichballen, daneben auch Laichschnüre. Der Unterschied? „Frösche legen Laichballen an, Kröten Laichschnüre“, erklärt die Fachfrau. An einer anderen Stelle des Sees kann sie den Kindern die ersten Kaulquappen zeigen. Sie sagt: „Die Population des gesamten Eiswoogs ist natürlich viel größer, wir können nur einen kleinen Teil schützen.“

Ruth Wölke ist die Hauptverantwortliche für die Amphibien beim Nabu Eisenberg/Leiningerland. „Wir protokollieren genau, wann wir wie viele und welche Amphibien finden am Eiswoog sowie am Drahtzugweiher“, erklärt sie. Am Drahtzugweiher wurden in diesem Jahr 1511 Erdkröten gerettet, davon 576 Rückkehrer, am Eiswoog waren es 2762 Erdkröten, davon 1273 Rückkehrer, 74 Molche und 45 Grasfrösche. Wölke sagt: „Die Zahlen sind an beiden Orten rückläufig.“

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